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17.06.2012

11:08 Uhr

Geschäftsbericht

Nachhaltigkeit richtig kommunizieren

VonFrederic Spohr

Unternehmen informieren nicht nur über Finanzkennzahlen, sondern auch über ihren Grad der Umweltbelastung und wie sie nachhaltiger wirtschaften. Das soll Investoren überzeugen.

Die Wirtschaftsprüfgesellschaft PricewaterhouseCoopers: Investoren möchten mehr über die Strategien der Unternehmen erfahren. dpa

Die Wirtschaftsprüfgesellschaft PricewaterhouseCoopers: Investoren möchten mehr über die Strategien der Unternehmen erfahren.

KölnPuma belastet die Umwelt - und gibt gerne darüber Auskunft. Seit dem vergangenen Jahr veröffentlicht der Sportartikelhersteller, wie viel Wasser er für seine Produktion benötigt und wie viel CO? er in die Luft bläst. Jeder soll nachvollziehen können, ob die Firma ihre Ziele erreicht: Bis 2015 will Puma ein Viertel weniger Wasser verbrauchen und CO ausstoßen.

Das Unternehmen will damit auch Investoren überzeugen. Die Zahlen finden sich nicht in einer Nachhaltigkeitsbroschüre, sondern mitten im Geschäftsbericht. Experten nennen diesen neuen Ansatz "Integrated Reporting": Unternehmen informieren nicht nur über ihre Finanzkennzahlen, sondern auch darüber, wie stark sie die Umwelt belasten oder wie sie nachhaltiger wirtschaften wollen. Auch der Chemiekonzern BASF zählt zu den Unternehmen, die so regelmäßig Auskunft geben, ob sie Ziele beim Umweltschutz erreichen und wie Verbesserungen möglich sind.

Das International Integrated Reporting Council (IIRC) will bis Ende 2013 Standards für diese Art der Berichterstattung festlegen. In dem Komitee sitzen Vertreter von Banken, den vier großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sowie Investmentfonds - jene also, die sonst vor allem auf die nackten Zahlen achten. Dem IIRC gehören auch Firmen wie EnBW, SAP und der Flughafen München an. Gemeinsam wollen sie definieren, wie Firmen über Corporate Governance das Geschäftsumfeld oder die Vergütung berichten sollen.

"Viele Investoren sind mit der traditionellen Berichterstattung nicht mehr zufrieden. Sie erfahren zu wenig über die Strategien, mit denen Unternehmen künftigen Megatrends begegnen wollen", sagt Michael Werner, Experte für Nachhaltigkeit bei der Wirtschaftsprüfgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Megatrends, das seien etwa Klimawandel, Ressourcenknappheit oder Fachkräftemängel.

Künftig könnten Investoren die Umweltschäden und den Ressourcenverbrauch in Wertschöpfungsketten von Konkurrenzprodukten vergleichen wollen - und dafür Daten verlangen, sagt Werner. Mit Integrated Reporting könnten Firmen beweisen, dass sie sich für langfristige Investments eignen. "Unternehmen müssen sich fragen, ob ihre Wachstumsstrategie bei schwindenden Ressourcen noch funktioniert."


Kommentare (1)

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Nachwuchs

17.06.2012, 17:54 Uhr

Nachhaltigkeit? Sind damit weiter Massenentlassungen und Gehaltssenkungen gemeint? Nachhaltigkeit? Meinen die Politiker und Manager damit: Abschaffung der Solidarität?

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