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22.03.2013

14:44 Uhr

Geschäftsklimaindex

Baubranche profitiert von Euro-Krise

Die Euro-Krise sorgt für Optimismus in der Baubranche. Wie der Ifo-Geschäftsklimaindex zeigt, waren die Baukonzerne seit der Wiedervereinigung nicht mehr so positiv gestimmt. Das geht nicht allen Branchen so.

Bauarbeiter in Bremen. Die Baubranche kann sich über die Euro-Krise freuen – sie belebt das Geschäft. dapd

Bauarbeiter in Bremen. Die Baubranche kann sich über die Euro-Krise freuen – sie belebt das Geschäft.

MünchenDie Krise in Europa hat in Deutschland zu einer Goldgräberstimmung am Bau geführt. Bei den Bauunternehmen herrscht derzeit eine so positive Stimmung wie zuletzt nach der Wiedervereinigung, wie der am Freitag veröffentlichte ifo-Geschäftsklimaindex ergab. Insgesamt trübte sich die Stimmung der deutschen Wirtschaft im März aber leicht ein.

Das Münchner ifo-Wirtschaftsforschungsinstitut befragt jeden Monat 7000 Unternehmen nach ihrer Konjunktureinschätzung. Nach Branchen betrachtet herrscht die beste Stimmung derzeit bei den Bauunternehmen. Diese bewerteten ihre aktuelle Lage mit Bestwerten. Für das kommende Halbjahr nahm der Optimismus zwar etwas ab, dennoch ist auch die Bewertung der Aussichten nach wie vor sehr hoch.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn sagte dem Sender n-tv, „der Bau läuft prächtig“. Paradoxerweise komme dies nicht trotz, sondern wegen der Krise in Europa zustande. „Jetzt in der Krise kriegen die Kapitalanleger kalte Füße und investieren das Geld zu Hause in Deutschland und das macht die Baukonjunktur. Das ist eine sinnvolle Korrektur des Geschehens.“

Über alle Branchen hinweg betrachtet nahm das ifo-Geschäftsklima nach vier Anstiegen in Folge leicht von 107,4 auf 106,7 Punkte ab. Die Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Lage nahezu unverändert, blicken aber etwas pessimistischer in die Zukunft. „Die deutsche Wirtschaft behauptet sich mit einer guten Binnenkonjunktur in schwierigem Umfeld“, erklärte Sinn zur Gesamtlage.

Im Verarbeitenden Gewerbe, zu dem auch die exportierenden Unternehmen zählen, bewerteten die Firmen sowohl ihre Lage als auch die Aussichten pessimistischer. Vor allem die Exporterwartungen seien merklich gesunken, sie seien aber nach wie vor positiv ausgerichtet. Im Großhandel gab das Geschäftsklima deutlich nach, die Unternehmen bewerteten ihre Lage und ihre Aussichten pessimistischer. Die Einzelhändler waren mit ihrer Lage zufriedener und blicken weniger pessimistisch als zuletzt in die Zukunft.

Von

afp

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