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05.10.2015

16:58 Uhr

Geschäftsreisen

Das billigste Hotel schont die Bilanz, aber nicht die Nerven

VonKerstin Dämon
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Geschäftsreisen sind meist kein Spaß: Flughafen, Hotel, Meeting, Flughafen. Geschäftsreisende klagen zunehmend über Stress. Auch, weil sie wegen des Reisekostenbudgets das Hotel am anderen Ende der Stadt buchen müssen.

Geschäftsreise klingt erstmal gut: Endlich mal raus aus dem Büro, andere Menschen treffen und sich persönlich mit Kunden oder Partnern austauschen, anstatt per Telefon oder E-Mail. Doch erholsam ist das in der Regel nicht, denn die Termindichte ist hoch, eine Stadtbesichtigung nicht drin. Jeder zweite Unternehmensleiter kritisiert erhöhten Stress auf Geschäftsreisen. Das ist ein Fünftel mehr als im Vorjahr, wie die Studie „Chefsache Business Travel 2015“ des Deutschen Reiseverbands (DRV) zeigt.

Vorneweg: Den meisten Ärger machen sich die Geschäftsreisenden selbst - und zwar egal, ob es sich dabei um den Geschäftsführer, Mitarbeiter aus dem mittleren Management oder einfache Angestellten handelt. Denn auf die Top vier der Stressauslöser auf Geschäftsreisen, die der DRV ermittelt hat, kann man sich vorbereiten:

  • für 35 Prozent ist ein leerer Handy-Akku ein zusätzlicher Stressfaktor
  • 18 Prozent hatten kein Bargeld in der Landeswährung besorgt
  • 17 Prozent beklagten Orientierungsschwierigkeiten, weil sie die Schilder vor Ort nicht lesen konnten und bei ebenfalls 17 Prozent klingelten Wecker oder Handy im Flugzeug
  • 16 Prozent verpassten ihren Zielbahnhof und merkten es erst ein paar Stationen später
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Von diesen selbstgemachten Leiden abgesehen, gibt es jedoch einen Punkt, der das Stresslevel tatsächlich erhöhen kann, nämlich die Reisekostenplanung. 42 Prozent gaben an, lange Fahrten zu entlegenen, aber günstigeren Hotels in Kauf nehmen zu müssen, um Kosten zu sparen. Denn noch immer entscheidet häufig der Preis über die Wahl der Unterkunft. Prinzipiell muss es natürlich auch nicht das Fünf-Sterne-Haus mit allem Chi-Chi sei. Aber in der Nähe des Kunden oder des Tagungsortes darf das Hotel schon gelegen sein, auch wenn die Unterbringung drei Orte weiter vielleicht günstiger wäre.

Denn sonst ist der Geschäftsabschluss vielleicht perdu, weil sich ein Zug verspätet oder ausfällt. Dafür war das Hotel dann 20 Euro billiger. Davon abgesehen geraten Geschäftsreisende nicht so leicht unter Zeitdruck, wenn die Distanz zwischen den einzelnen Orten gering ist. "Geschäftsreisende fühlen sich gestresster, weil sie oft nicht die nötige Unterstützung von ihrem Arbeitgeber bekommen. Dabei lassen sich viele Stressquellen durch ein professionelles Reisemanagement ausschalten", sagt Stefan Vorndran vom DRV.

Da knapp 90 Prozent der Unternehmen ihre Mitarbeiter mit dem Ziel auf Reisen schicken, Geschäftsabschlüsse unter Dach und Fach zu bringen oder zumindest vorzubereiten, bietet es sich also an, zumindest über effizientere Planung nachzudenken.

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