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18.09.2015

08:24 Uhr

Geschäftstreffen

So vermeiden Sie einen schlechten ersten Eindruck

VonKerstin Dämon
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Der erste Eindruck zählt. Obwohl sich jeder Dritte vor einem Geschäftstermin online über sein Gegenüber informiert, kann man sich beim ersten Treffen trotzdem noch blamieren.

Viel kommt auf die Mimik an. Imago

Das erste Treffen

Viel kommt auf die Mimik an.

Blind Dates werden auch im Businesskontext immer seltener: Vor einem Termin mit einem neuen Kunden oder Kollegen machen sich 36 Prozent der Deutschen online ein Bild von ihrem Gegenüber. Zu diesem Ergebnis kam eine Yougov-Studie, in der die Wirkung des ersten Eindrucks im digitalen Zeitalter untersucht wurde. 26 Prozent der Befragten gaben an, sich vor einem Treffen Profile in Business-Netzwerken wie Linkedin anzusehen, 21 Prozent suchen auch nach privaten Accounts bei Facebook oder Twitter.

„Internetrecherche gehört mittlerweile zu einer guten Vorbereitung dazu. Man sollte unbedingt darauf achten, den eigenen digitalen Auftritt zu pflegen“, sagt die Psychologin Monika Matschnig.

Small-Talk-Tipps für Intros

Denken Sie „Klasse“ statt „Masse“

Leise Menschen schaffen es in besonderer Weise, eine tiefe Verbundenheit zwischen ihnen und ausgewählten Mitmenschen herzustellen. Die Betonung liegt dabei auf »ausgewählt«: Statt vieler Kontakte mit vielen Menschen schätzen Intros eher einen intensiven, regelmäßigen Kontakt mit wenigen Menschen. In diese Beziehungen investieren sie dann auch. Viele Introvertierte finden Gespräche zu zweit angenehmer als einen Austausch in einer Gruppe.

Unter vier Augen fühlen sie sich entspannter, und die Zahl der Eindrücke hält sich in komfortablen Grenzen. Innerhalb dieser Grenzen lässt sich ein Thema leichter gestalten und die Perspektive des Gesprächspartners gut einbeziehen: weil es eben nur eine Person ist. Deshalb gilt: Sprechen Sie bevorzugt mit einzelnen Menschen. Wenn Sie bei einem Netzwerkereignis nacheinander mit drei oder vier Menschen reden, ist das bei einem angenehmen Austausch (»tief« statt »breit«, mit Übergang vom Small Talk zur echten Konversation) ein gutes Ergebnis – und führt womöglich zu viel nachhaltigeren Kontakten als die »breit« angelegte Kontaktstrategie eines typischen Extros.

Orientieren Sie sich räumlich

Suchen Sie sich zu Beginn der Veranstaltung verschiedene »Fluchtpunkte«, wohin Sie sich bei Bedarf zurückziehen können. Dies gibt den Räumlichkeiten eine übersichtliche Struktur und schützt Sie auch vor Hürde 3: der Überstimulation. Suchen Sie sich eine Sitzgelegenheit, von der aus Sie den Raum gut überblicken können. Wenn Sie neue Gesprächspartner suchen, ist ein Standort in der Nähe der Tür klug.

Finden Sie mögliche Gesprächspartner

Suchen Sie freundlich aussehende Personen (allein oder in kleinen, offenen Gruppen). Sie können sich auch im Vorfeld einer Veranstaltung mit einzelnen Personen verabreden – etwa, wenn Sie sie nach einem E-Mail-Austausch persönlich kennenlernen wollen oder wenn Sie gern etwas Bestimmtes besprechen wollen.

Setzen Sie sich persönliche Ziele

Nehmen Sie sich für den Anlass etwas Konkretes vor, das zu Ihnen und Ihrem momentanen Zustand passt: Planen Sie, mit einer bestimmten Person ins Gespräch zu kommen (z. B. durch Vorstellen – bitten Sie jemanden darum, der Sie beide kennt). Oder setzen Sie sich zum Ziel, nur so lange zu bleiben, wie Sie sich wohlfühlen – und dann jederzeit zu gehen oder eine Auszeit zu nehmen!

Auszeit: Die Strategie gegen Überstimulation

Achten Sie bei allen sozialen Anlässen darauf, dass Sie sich wohlfühlen. Setzen Sie sich nicht unter Druck, sondern gönnen Sie sich Pausen vom Austausch mit Menschen. Dabei ist zweierlei wichtig: Sie sollten allein sein und entspannen können. Es gibt verschiedene Möglichkeiten: Gehen Sie zur Toilette. Sehen Sie Bilder an den Wänden an. Setzen Sie sich in aller Ruhe hin und beobachten Sie bei einem guten Getränk entspannt die Menschen um sich
herum. Holen Sie zwischen Gesprächen mehrmals tief und langsam Luft: Das beruhigt Sie, versorgt Sie mit Sauerstoff und wirkt wie eine Mini-Auszeit. Und Ihre Kontakte werden Sie außerdem frisch »aufgeladen« als viel interessanter und präsenter wahrnehmen – ein guter Start!

Eins nach dem anderen

Vermeiden sie es, gleichzeitig mehrere Dinge zu tun. Damit reduzieren Sie die Aufnahme von Reizen in Ihrem Hirn und können das, was Sie tun, mit mehr Aufmerksamkeit tun. Auch dies erhöht Ihre Präsenz. Konzentrieren Sie sich
also auf den Menschen oder die Menschen, mit denen Sie gerade reden oder etwas tun. Wenn Sie diese Kommunikation beendet haben, denken Sie an Ihr nächstes Ziel – oder holen Sie sich erst einmal etwas vom Büffet.

Energiefresser Lautstärke

Eine zu hohe Lautstärke ist für leise Menschen ein echter Energiefresser und ein wesentlicher Grund für Überstimulation. Ich habe an mir und anderen leisen Menschen beobachtet, dass wir dazu neigen, Lärm als eine Art Naturgewalt anzusehen, gegen die wir nichts tun können. Hinzu kommt, dass die Extros um uns herum weniger Probleme mit Lautstärke haben, sodass diese nur »unser« Problem zu sein scheint. Doch nur Mut: Oft lässt sich sehr wohl etwas bewirken, wenn Sie merken, dass Ihnen bei einem sozialen Anlass die Umgebung zu laut ist. Bei einem Lärmpegel, an dem Sie nichts ändern können (z. B. ein landender Flieger bei einem Gespräch am Flughafen – oder auf dem Rosenmontagszug in Köln), können Sie zwar kein Ohropax benutzen, doch Sie können die Stimulation verringern:

Konzentrieren Sie sich sehr bewusst auf Ihren Gesprächspartner. Das blendet den Hintergrundlärm aus und verbessert außerdem die Verständigung. In vielen anderen Fällen können Sie die Lärmbelastung sehr wohl beeinflussen. Die
Extro-Empfangsdame im Fitness-Studio dreht bereitwillig die Musik herunter, die Ihr Krafttraining in echten Stress verwandelt und ein Gespräch mit anderen unmöglich macht. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie fragen. Folgen Sie dabei dem folgenden Muster: Sagen Sie erstens sachlich, was los ist, zweitens, was es bewirkt, und drittens, was Sie sich wünschen. Sagen Sie also zur Studio-Empfangsdame: »Die Musik im Kraftraum ist heute so laut. Wir können uns viel besser unterhalten, wenn sie auf Zimmerlautstärke läuft. Würden Sie sie netterweise herunterdrehen?«

(Quelle: Silvia Löhken: "Leise Menschen - starke Wirkung - Wie Sie Präsenz zeigen und Gehör finden"; Gabal Verlag).

Sie hilft Gästen der Hotelmarke Crowne Plaza Hotels & Resorts, bei Geschäftsterminen eine gute Figur zu machen. Das geht schon beim Profilbild los. Denn 36 Prozent der Deutschen sind überzeugt, dass Profilbilder in sozialen Medien Einfluss auf das berufliche Ansehen haben. Doch trotz aller Vorrecherche: Was zählt ist der erste Eindruck, wenn man sich gegenüber steht. Denn trotz der vielen digitalen Kommunikationsmöglichkeiten hält jeder Zweite (52 Prozent) Face-to-Face-Gespräche weiterhin für die erfolgreichste Form von „Business Talk“. Entsprechend sollte man hier keine Fehler achen.

Die Yougov-Umfrage zeigt, dass für 73 Prozent ein positiver Erstkontakt der schnellste Weg zum Erfolg ist. Und 32 Prozent entscheiden bei der ersten Begegnung, ob sie einer Person vertrauen können.

Die Gesichtsform entscheidet

Wie eine Studie britischer Psychologen zeigt, spielt auch die Gesichtsform eine Rolle. Demnach erklären insgesamt 65 Merkmale zu 58 Prozent die Einschätzung von Gesichtern. So entscheiden zum Beispiel die Breite der Augenbrauen, die Form der Mundpartie oder die Position der Wangenknochen darüber, ob jemand als zugänglich, dominant oder jugendlich attraktiv jemand empfunden wird. Und siehe da: Die stärksten Zusammenhänge konzentrierten sich auf wenige Gesichtspartien.

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