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18.01.2013

13:44 Uhr

Gescheiterte Tarifverhandlungen

Eon drohen unbefristete Streiks

Der Energieriese muss sich auf einen unbefristeten Ausstand einstellen. Nach dem Scheitern der Verhandlungen rechnet Verdi damit, dass die Mitarbeiter für Streiks stimmen werden. Die Verbraucher soll das nicht belasten.

Eon-Mitarbeiter bei einer Kundgebung vor dem Kraftwerk in Gelsenkirchen. Am Montag haben erste Warnstreiks bei dem Energieversorger begonnen. dpa

Eon-Mitarbeiter bei einer Kundgebung vor dem Kraftwerk in Gelsenkirchen. Am Montag haben erste Warnstreiks bei dem Energieversorger begonnen.

DüsseldorfBeim Energieriesen Eon drohen unbefristete Streiks. Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen für die rund 30.000 Beschäftigten in Deutschland solle binnen 14 Tagen eine Urabstimmung eingeleitet werden, sagte ein Verdi-Sprecher am Freitag. Danach könnten die Arbeitnehmer in den Ausstand treten – die Gewerkschaft gehe von einem entsprechenden Votum der Belegschaft aus. Die Arbeitnehmer wollten offen ankündigen, wo sie streiken würden, sagte der Sprecher weiter. Sie wollten schließlich mitten in der kalten Jahreszeit „kein provozierten Blackouts“ bei der Stromversorgung. Nicht die Bevölkerung solle mit einem Arbeitskampf getroffen werden – „sondern das Unternehmen finanziell“.

Eon hatte in den Verhandlungen zuletzt eine Lohnerhöhung von 1,7 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten angeboten. Verdi und die Gewerkschaft IG BCE fordern jedoch 6,5 Prozent mehr Lohn. Der Versorger hatte erklärt, die Forderungen der Gewerkschaften nach 6,5 Prozent mehr gingen „sehr deutlich über das für das Unternehmen vertretbare Maß hinaus“. Die Gehälter bei Eon lägen ohnehin bereits auf einem „guten Niveau“.

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Am Montag haben tausende Eon-Mitarbeiter für eine Tariferhöhung demonstriert.

Der Versorger kämpft mit den Folgen der Atomwende und sinkenden Margen im Stromgeschäft. Zudem drücken Eon nach einer Einkaufstour in zurückliegenden Jahren Schulden von über 35 Milliarden Euro. Vorstandschef Johannes Teyssen will bis zu 11.000 Stellen streichen, mehr als die Hälfte davon in Deutschland, und stößt Beteiligungen im In- und Ausland ab. Stattdessen will er das Wachstum des Konzerns mit Investitionen in neuen Märkten außerhalb Europas vorantreiben. Der Konzern beschäftigt weltweit rund 73.000 Mitarbeiter.

Von

rtr

Kommentare (3)

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K.Tastrophe

18.01.2013, 14:44 Uhr

Subtrahieren wir doch mal die gebotenen 1,1 von den geforderten 6,5 ab, da bleibt eine Differenz von 5,4. Davon die Hälfte ist 2,7. Am Ende werden die E.on-Mitarbeiter mit 3,0 abgespeist werden. Das ist zwar grade mal ein bisschen mehr als die Inflation, aber die AKTIONÄRe werden damit leben können.

Account gelöscht!

19.01.2013, 19:17 Uhr

1 Kommentar, und dieser trieft von dem ewigen Neid-Gefasel. Die Aktionäre vereehrter Kommentator haben bereits durch die Enteignungsmaßnahmen unserer so beliebten Kanzlerin 60% Kursverluste zu tragen. Außerdem hat E.ON seit 2011 die Dividende erheblich gekürzt und plant weitere Kürzungen. Die Aktie von E.ON war immer ein Witwen- und Waisenpapier, falls Sie mit diesem Begriff etwas anfangen können. Diese Zeiten sind endgültig vorbei. Der Niedergang eines zuverlässigen Versorgers soll jetzt noch durch in dieser Situation völlig überzogene Lohnforderungen der Gewerkschaft beschleunigt werden. Wir werden uns alle noch an die vergangenen Zeiten erinnern, als der Strom zuverlässig und bezahlbar ins Haus kam.

Account gelöscht!

23.01.2013, 17:25 Uhr

Das Problem liegt wohl eher daran, dass Herr Teyssen die rentable Ruhrgas mit Ministererlaubnis um 11Mrd erleichtert (geplündert) hat und mit dem Geld z.b. Windparks in USA gekauft hat wo kein laues Lüftchen weht usw und jetzt die Misere auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen wird.

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