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06.05.2014

08:42 Uhr

Gesundheitskonzern

Rhön-Übernahme treibt Umsatz von Fresenius in die Höhe

Das hat sich gelohnt: Durch die Übernahme von Krankenhäusern des Rivalen Rhön-Klinikum konnte Fresenius den Umsatz um sieben Prozent steigern. Nur der Gewinn zeigt sich noch unbeeindruckt von dem Deal.

Die Übernahme von zahlreichen Krankenhäusern des Konkurrenten Rhön-Klinikum hat dem Gesundheitskonzern Fresenius Anfang 2014 Rückenwind verliehen. dpa

Die Übernahme von zahlreichen Krankenhäusern des Konkurrenten Rhön-Klinikum hat dem Gesundheitskonzern Fresenius Anfang 2014 Rückenwind verliehen.

FrankfurtStaatlich verordnete Preissenkungen in den USA und China haben den Gesundheitskonzern Fresenius Anfang 2014 ausgebremst. Der um Sondereffekte bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) ging im ersten Quartal um acht Prozent auf 643 Millionen Euro zurück und fiel damit deutlich geringer aus als von Analysten erwartet. Zudem drückt der stärkere Euro aufs Ergebnis, weil die Gewinne von Fresenius in den USA und einigen Schwellenländern dadurch in Euro geringer ausfallen. Fresenius-Aktien verloren am Dienstag vorbörslich 2,9 Prozent und waren damit größter Verlierer im Dax.

Konzernchef Ulf Schneider bekräftigte trotz des Gegenwinds die ausgegebenen Ziele. "Wir sind nach dem erwartet verhaltenen Auftakt des Geschäftsjahres auf gutem Weg, unsere Wachstumsziele für 2014 zu erreichen." Im laufenden Jahr soll der bereinigte Gewinn währungsbereinigt um zwei bis fünf Prozent steigen, der Umsatz um 12 bis 15 Prozent.

Die hartnäckigsten Gesundheitsmythen

Obst und Gemüse schützt vor Krebs

Wer sich gesund ernährt und mehr Gemüse als Fleisch isst, der tut seinem Körper etwas Gutes. Doch ein konkreter Schutz vor Krebs ist das nicht. Das ergab eine Studie von Hsin-Chia Hung und Walter Willet, Harvard University Boston/"Journal of the National Cancer Institute". Die Probanden, die mehr Obst und Gemüse aßen, hatten jedoch ein geringeres Herzinfarktrisiko.

Dunkle Schokolade macht weniger dick

Das stimmt leider nicht. Egal, wie dunkel die Schokolade ist, sie besteht in erster Linie aus Kakaobutter, Zucker und Kakaomasse. Im Gegensatz zu Milchschokolade enthält dunkle Schokolade keine Milch, folglich auch keinen Milchzucker. Die Kalorienzahl ist aber vergleichbar mit der der Milchschokolade.

Kaffee trocknet den Körper aus

Nein, Kaffee entzieht dem Körper kein Wasser. Koffein wirkt allerdings harntreibend: Wer viel Kaffee trinkt, muss also öfter die Toilette aufsuchen. Das bedeutet aber nicht, dass er dabei mehr Flüssigkeit verliert, als er mit dem Bürokaffee aufgenommen hat.

Pro Tag zwei Liter Wasser trinken

Es ist richtig, dass der Mensch "ausreichend" Flüssigkeit braucht. Er muss aber nicht zwangsläufig zwei Liter in Form von Wasser trinken. Auch Obst, Gemüse und Milchprodukte enthalten Flüssigkeit. Außerdem hängt der Flüssigkeitsbedarf davon ab, wie heiß es ist, wie viel der Mensch wiegt und ob man sich körperlich stark anstrengt. Pauschal eine Menge von zwei Litern zu empfehlen ist wenig sinnvoll. Zu viel Wasser kann dem Körper auch schaden. Wer ein normales Durstgefühl hat, nimmt automatisch genug Flüssigkeit zu sich.

Salat hat viele Vitamine

Das stimmt nicht. Salat hat viel Folsäure, die der Körper braucht, aber Vitamin C etwa findet sich in der doppelten bis achtfachen Menge in Tomaten oder Paprika.

Eier erhöhen den Cholesterinspiegel

Cholesterin ist ein lebensnotwendiger, natürlicher Stoff und kein Schadstoff. Der Körper produziert selbst Cholesterin und stoppt die Produktion, wenn zu viel Cholesterin in Form von Nahrung aufgenommen wird. Nur wer eine Cholesterin-Stoffwechselstörung hat muss auf seine Ernährung achten. Alle anderen können so viele Frühstückseier essen, wie sie wollen.

Salz ist ungesund

Das stimmt nur, wenn Sie zu den so genannten salzsensitiven Menschen zählen. Bei denen kann der häufige Genuss von stark gesalzenen Speisen zu einem Anstieg des Blutdrucks führen. Da die Mehrheit der Menschen aber nicht salzsensitiv isst, müssen sie auch nicht auf Salz verzichten.

Mehrere Mahlzeiten sind besser

Immer wieder hört man, es sei besser fünf kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen, als die drei großen Klassiker Frühstück – Mittag – und Abendessen. Im Grunde ist es völlig egal, wann man isst. Wer mit fünf „kleinen“ Mahlzeiten am Tag abnehmen möchte, läuft jedoch schnell Gefahr, zu viele Kalorien aufzunehmen. Wer sich an feste Mahlzeiten hält, behält besser den Überblick über die Gesamtmenge der aufgenommenen Kalorien.

Am Abend essen macht dick

Ob wir zu- oder abnehmen liegt an der Menge der Kalorien, die wir zu uns nehmen und nicht am Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme. Mehrere Studien haben widerlegt, dass Stoffwechselvorgänge am Abend ruhen und daher, wer abends mehr isst, schneller dick wird.

Der Mensch nutzt nur einen Bruchteil des Gehirns

Zwar keine Ernährungsweisheit, aber ein Gesundheitsmythos ist, dass der Mensch gar nicht die volle Leistung des Gehirns ausschöpfe. Einmal heißt es 10 Prozent, ein andermal 25 Prozent. Mehr unserer Hirnkapazitäten nutzen wir nicht? Doch, tatsächlich nutzt der Mensch alle Bereiche seines Gehirns. Untersuchungen haben gezeigt, dass es keine inaktiven Teile gibt. So verführerisch der Gedanke an noch ungenutzte Areale und Möglichkeiten wie Telepathie und Telekinese sein mag, sie bleiben Fantasterei.

Im ersten Quartal kletterten die Erlöse auf 5,2 Milliarden Euro, was vor allem auf die Übernahme von zahlreichen Krankenhäusern des Konkurrenten Rhön zurückzuführen ist. Fresenius hat den rund drei Milliarden Euro schweren Zukauf im Februar weitgehend abgeschlossen und ist damit zum mit Abstand größten Klinikbetreiber in Deutschland aufgestiegen. Der Schuldenberg des Konzerns, der mittlerweile mehr als 200.000 Mitarbeiter beschäftigt, kletterte in der Folge auf rund 13 Milliarden Euro.

Die Integration der Rhön-Krankenhäuser laufe wie geplant, sagte Fresenius-Chef Schneider. Derzeit werfen die neu erworbenen Häuser allerdings weniger Gewinn ab als die bisherigen Kliniken von Fresenius. Die operative Gewinnmargen (Ebit-Marge) der Krankenhaus-Tochter Helios sank Anfang 2014 deshalb um einen Prozentpunkt auf 9,3 Prozent.

Gegenwind in den USA für FMC

Deutlich stärker ist der Gegenwind für die Dialysetochter FMC, der ebenfalls Kürzungen im US-Gesundheitssystem zu schaffen machen. Ihr Gewinn fiel im ersten Quartal um neun Prozent auf 205 Millionen Dollar. FMC-Papiere verloren vorbörslich 1,9 Prozent. Amerika bezahlt seit April 2013 zwei Prozent weniger für die Behandlung von staatlich krankenversicherten Dialysepatienten, die den Großteil der FMC-Kundschaft ausmachen. In den kommenden Jahren wollen die US-Behörden die Erstattung weiter drücken. FMC-Chef Rice Powell hat deshalb ein mehrjähriges Sparprogramm eingeleitet, mit dem er die Kosten 2014 um bis zu 60 Millionen Dollar drücken will.

Deutliche Bremsspuren gab es auch bei der auf intravenöse Nachahmermedikamente spezialisierten Tochter Kabi, die in den vergangenen Jahr der größte Gewinntreiber des Konzerns war. Ihr Betriebsgewinn ging im ersten Quartal um 15 Prozent zurück, unter anderem wegen staatlich verordneter Preissenkungen in China.

Außerdem bekommt Kabi den rückläufigen Einsatz des Blutplasma-Ersatzstoffs HES zu spüren. Dieses Mittel, das bei Patienten mit hohem Blutverlust den Kreislauf stabilisieren soll, wird nach einer Entscheidung der Arzneimittelbehörden im Herbst 2013 seltener eingesetzt. Zuvor hatte eine Studie vor Risiken bei einem zu breiten Einsatz von HES-Produkten gewarnt. Auch die Umstellung des Vertriebs in Russland, wo Kabi ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Partner CJSC Binnopharm aufbaut, drückte auf den Gewinn.

Von

rtr

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