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14.05.2013

13:07 Uhr

Gesundheitsreport

Ostdeutsche Arbeitnehmer sind deutlich öfter krank

Im vergangenen Jahr waren die Deutschen im Durchschnitt öfter krankgeschrieben. Erstaunlich ist vor allem der Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland. Eine plausible Erklärung dafür gibt es nicht.

Mit dem gestiegenen Krankenstand in Deutschland setzt sich der Trend der Vorjahre fort. dpa

Mit dem gestiegenen Krankenstand in Deutschland setzt sich der Trend der Vorjahre fort.

BerlinArbeitnehmer in Baden-Württemberg haben sich voriges Jahr deutschlandweit im Schnitt am seltensten krankschreiben lassen. Nur wenig mehr Krankheitstage fielen in Bayern an - das geht aus dem neuen Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) hervor, der am Dienstag im Internet veröffentlicht wurde.

So waren Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I in Baden-Württemberg vergangenes Jahr im Schnitt 11,6 Tage krankgeschrieben. In Bayern waren es 12,2 Tage. Der TK-Auswertung zufolge folgte Sachsen mit 13,8 Tagen an dritter Stelle.

Bei den anderen Ländern in Ostdeutschland sowie Berlin ist allerdings auffällig, dass hier die Fehlzeiten durchweg länger waren als in den westdeutschen Ländern. Sie lagen zwischen 15,8 Tagen in Thüringen und 17,5 Tagen beim bundesweiten Spitzenreiter Mecklenburg-Vorpommern.

Bis heute gebe es keine befriedigende Erklärung für die im großen und ganzen ziemlich konstanten Unterschiede zwischen den Bundesländern, erläuterte die bei der TK für die Gesundheitsreporte verantwortliche Expertin Gudrun Ahlers.

So unterschiedlich reagieren wir auf Stress

Gene

Stressforscher schätzen, dass Stressanfälligkeit zu 30 Prozent genetisch bedingt ist.

(Quelle: Lothar Seiwert, Zeit ist Leben, Leben ist Zeit)

Mutter

Frauen, die während der Schwangerschaft hohe Cortisolwerte aufweisen, bekommen stressanfälligere Babys.

Kindliche Erfahrungen

Traumatische Erlebnisse in den ersten sieben Lebensjahren, der Zeit der Entwicklung der Identität, können lebenslänglich stressanfälliger machen.

Persönlichkeit

Erfolgsorientierte, ehrgeizige, sehr engagierte, ungeduldige und unruhige Menschen sind besonders stressanfällig.

Charakter

Feindseligkeit, Zynismus, Wut, Reizbarkeit und Misstrauen erhöhen das Infarktrisiko um 250 Prozent. Humor hingegen zieht dem Stress den Stachel. Eine Studie an 300 Harvard-Absolventen zeigte: Menschen mit ausgeprägtem Sinn für Humor bewältigen Stress besser.

Selbstbestimmung

Der wichtigste Faktor, der über Stressanfälligkeit bestimmt, ist die Kontrolle über das eigene Tun. Je mehr man den Entscheidungen anderer ausgeliefert ist, desto höher das Infarktrisiko.

Wertschätzung

Wer für seine Arbeit Anerkennung in Form von Lob oder einem angemessenen Gehalt bekommt, verfügt über eine bessere Stressresistenz.

Status

Wer eine gute Stellung in der Gesellschaft hat, verfügt auch über einen Panzer gegen Stress. Das ist auch bei Pavianen zu beobachten: Gerät das Leittier durch einen Konkurrenten in eine Stresssituation, schnellt der Cortisolspiegel hoch, normalisiert sich aber rasch wieder. Bei den Rangniedrigeren ist der Cortisolspiegel ständig erhöht.

Glaube

Einer der stärksten Stresskiller ist das Gebet. Studien belegen: Der Glaube an eine höhere Macht, die das Schicksal zum Guten wenden wird, beugt vielen Krankheiten vor.

Deutlich geändert habe sich die Lage bei den Krankschreibungen vor allem in Berlin. Die Hauptstadt hatte laut Report 2000 noch die höchsten Fehlzeiten. Mittlerweile liege Berlin hinter Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Insgesamt waren die Arbeitnehmer in Deutschland im vergangenen Jahr etwas häufiger krankgemeldet als im Vorjahr - der für 2012 ermittelte Krankenstand von 3,88 Prozent entspreche einer durchschnittlich gemeldeten Fehlzeit von 14,2 Tagen pro Kopf.

Mit dem gestiegenen Krankenstand setze sich der Trend der Vorjahre fort, so der Report. Der Anstieg um 0,2 Tage binnen eines Jahres kam zustande, weil die Menschen pro Krankschreibung länger nicht arbeiten konnten. Viel häufiger krankgeschrieben waren sie nicht.

Weil es Anfang dieses Jahres eine ausgeprägte Grippe- und Erkältungswelle gab, dürfte sich nach Einschätzung der Kasse der Trend mit längeren Krankheitszeiten weiter fortsetzen. Daten der Gesundheitsberichte der großen Krankenkassen gelten als weitgehend repräsentativ.

Von

dpa

Kommentare (8)

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Thomas

14.05.2013, 10:08 Uhr

Das eigentlich kranke an diesem ganzen Artikel ist, daß auch nach über 20 Jahren des Mauerfalls noch zwischen Ossis und Wessis unterschieden wird.

Aber offensichtlich läuft es auch hier beim HB ganz im Sinne der Oberen. Nämlich "Teile und herrsche!" .

Tabu

14.05.2013, 10:32 Uhr

Die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern fehlten laut dem Report an 17,5 Tagen.
--------
So gehts ja nicht werte Putze.
Einfach mal so für zwei Wochen mit Erkältung
es sich zuhause gemütlich machen.:-))
Dazu ein Check im Berliner Bamtenmilieu.
Ganze 2 Monate beträgt dort der Krankenstand
pro Beamte im Jahr.
Millionenkosten für den Steuerzahler,abgezwackt
auch von der kleinen Putzfrau.
Der Bund und die Länder,habens ja.:-(((
Da bedient man sich milliardenfach aus der
Portokasse.
Apropos milliarden...Hab grad gehört,das Deutschland
für eine Milliarde eine Drohne entwickelt hat,von
der jeder wußte,das sie nirgendwo eingesetzt werden kann.
Neben all den unausgereiften Großprojekten,nun
die nächste milliardenschwere Fehlentwicklung.
Aber dem Arbeitnehmer,seine paar Tage krank sein
aufrechnen..

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/krankenstand-berliner-beamte-fehlen-fast-zwei-monate-im-jahr-a-879814.html

M1ausB

14.05.2013, 10:41 Uhr

...mal ehrlich wer geht denn gerne arbeiten für 800-1.0000 netto bei bis zu 10-11Ah/Tag und Mindesturlaub ? Jede Krankschreibung ist nur eine willkommene Erholung.
Bei ALG I-Empfängern könnte es wohl mit dem Arzt zusammenhängen, bei mehr als 10 Tagen Krankschreibung kommt der Patient min. 2-3Mal in die Praxis. Das läßt sich doch wohl per Unterlagen nachprüfen und vergleichen..oder?

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