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24.03.2012

14:31 Uhr

Gewerkschaft

IG Metall fordert neue Regeln für Managergehälter

Seit 2006 müssen Unternehmen in Deutschland die Gehälter ihrer Vorstände individuell veröffentlichen. Mit der Ankündigung eines neuen Rekordgehalts für VW-Chef Winterkorn werden die Rufe nach neuen Begrenzungen laut.

IG Metall Chef Berthold Huber bei einer Gewerkschaftsveranstaltung. dapd

IG Metall Chef Berthold Huber bei einer Gewerkschaftsveranstaltung.

BerlinIn der Debatte um das Gehalt von VW-Chef Martin Winterkorn hat sich der IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber für eine generelle Neuregelung von Managergehältern ausgesprochen. „Wir sollten Grenzen für die Vorstandsvergütung setzen“, sagte der Gewerkschaftschef der „Berliner Zeitung“ (Wochenendausgabe). Entweder sollten die Zielvorgaben, die das Management erreichen müsse, erhöht werden, oder die Gehälter sollten begrenzt werden. Der VW-Aufsichtsrat müsse nun entscheiden, für welchen Weg er sich entscheide.

Winterkorns Vergütung von 16,6 Millionen Euro für das vergangene Jahr sei „deswegen so hoch, weil Volkswagen erfolgreicher war als irgend jemand erwartet hat“, sagte Huber. So seien die Verkaufszahlen und die Beschäftigung stark gestiegen. Konkret verweist VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh auf allein im vorigen Jahr 28.000 neu geschaffene Arbeitsplätze. „Wenn es nach uns ginge, würde der Faktor Beschäftigung für die Bemessung von Managergehälter gesetzlich verankert werden“, sagte Osterloh. Positiv bewertete der IG-Metall-Vorsitzende, dass bei der Berechnung der Vergütung nicht nur der Gewinn, sondern auch die Beschäftigung eine Rolle spiele.

Die Ankündigung des Rekordgehalts für Winterkorn hat in den vergangenen Wochen eine Debatte über eine Begrenzung von Managergehältern ausgelöst. Im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitag) befand zum Beispiel Kölln-Flocken-Unternehmer Hans Heinrich Driftmann, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Winterkorns Gehalt seien „sicher sehr viel Geld“, allerdings bestimmten solche Spitzenkräfte über ihr Gehalt ja nicht alleine. „Dafür gibt es Gremien, in denen Anteilseigner und auch die Gewerkschaften sitzen. Die werden wohl ihre Gründe dafür haben.“ Die Volkswagen AG strebt ausweislich ihres Geschäftsberichts an, „im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben angemessen zu vergüten, um auch für Spitzenkräfte ein attraktiver Arbeitgeber zu sein“.

Kommentare (5)

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bananarepublican

24.03.2012, 14:46 Uhr

Was soll das gekreische der IGM Manager??? Hätten die auch nur ewin bischen Mum in den Knochen kriegt man solcherlei Unmäßigkeit ganz einfach in den Griff : die Tarifforderung der IGM beim VW haustarifvertrag inklusive aller Konzerngesellschaften hat schlicht und einfach den gleichen %-satz wie die Steigerung des Einkommens für Herrn Winterkorn und seine anderen Vorstände. Das gleich sollen Sie einfach bei allen in den Automobilbereichen machen. Es wird durchgesetzt (europaweit) wenn es sein muss mit Streik bis zum letzten... auch anzwenden in all den anderen Tarifbereichen. ... mal sehen ob irgendwelche der Krähengarde dann mal umfallen. Also nur Mut

stop_red

25.03.2012, 10:12 Uhr

Wenn Herr Huber sonst keine Probleme hat. Es wird mal wieder die Neid-Diskussion angestachelt um zumindest noch die eigene Vergütung zu rechtfertigen (die er seltsamerweise nicht offen publizieren möchte).
Wofür stand die rote Farbe der IGM ?

WozuWohin

25.03.2012, 10:46 Uhr

Selbst wenn die (sich ja schon heute benachteilligt fühlende) Manager gar kein Geld bekommen würden, hätten die Lohnempfänger nichts davon. Auch diese Einsparungen würde zu Gunsten der Profite einiger weniger ausgeschüttet werden...

Es ginge grundsätzlich um die Frage, wofür wer welchen Teil der erwirtschafteten Einkommen bekommt. "Wohlstand für alle" heißt natürlich auch, dass das Einkommen bei allen liegen muss und nicht bei einigen wenigen, die durch (geerbte) Beteilligungen ihre Freiheit leben dürfen.

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