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30.04.2013

15:19 Uhr

Gewinn sinkt

Deutsche Börse hofft auf die Wende

Der Gewinn des Börsenbetreibers ist im ersten Quartal stark zurückgegangen. Strengere Aufseher und verunsicherte Investoren haben ihren Teil dazu beigetragen. Doch der Finanzchef spricht von einer Belebung am Markt.

Anzeigetafel im Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt: Das Marktumfeld ist derzeit ungünstig. dpa

Anzeigetafel im Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt: Das Marktumfeld ist derzeit ungünstig.

FrankfurtDie Deutsche Börse hofft nach einem Gewinnrückgang Anfang 2013 auf mehr Bewegung an den Finanzmärkten. "In einigen Geschäftsbereichen hat sich im ersten Quartal 2013 das Marktumfeld gegenüber dem zweiten Halbjahr 2012 belebt", sagte Finanzchef Gregor Pottmeyer. Besonders im Derivategeschäft sei Licht am Ende des Tunnels in Sicht, betonte DZ-Bank-Analyst Christoph Bast. "Nach einem deutlichen Rückgang von 19 Prozent im Jahr 2012 scheinen sich die Volumen im Derivategeschäft nun auf niedrigem Niveau zu stabilisieren." Die Aktien des Frankfurter Unternehmens legten am Dienstag in einem freundlichen Gesamtmarkt um 1,3 Prozent zu.

In den ersten drei Monaten des Jahres ging der Gewinn von Deutschlands größtem Börsenbetreiber um 17 Prozent auf 121 Millionen Euro zurück. Mitverantwortlich dafür waren einmalige Kosten für das im Februar angekündigte Sparprogramm von rund 65 Millionen Euro. Die Börse bekam zudem zu spüren, dass sich Investoren wegen der Euro-Schuldenkrise und härterer Auflagen der Aufseher im Handel nach wie vor zurückhalten. Das Zocken auf eigene Rechnung haben die meisten Banken ganz eingestellt.

Börsenfusionen

Nicht immer erfolgreich

Der Wettbewerb im Börsenhandel ist hart. Alternative Aktienhandelsplattformen, meist gegründet von Investmentbanken, machen den klassischen Börsen das Leben schwer. Die relativ hohen Kosten zwingen die etablierten Betreiber zu Zusammenschlüssen. Doch nicht alle Fusionspläne glücken.

Paris/Amsterdam

Die Aktien- und Derivatemärkte von Paris, Amsterdam und Brüssel schließen sich im Jahr 2000 zur europäischen Mehrländerbörse Euronext zusammen. Später kommen Lissabon und die Londoner Terminbörse Liffe hinzu.

New York/Amsterdam

Euronext und die New Yorker Stock Exchange (NYSE) fusionieren 2007 zur transatlantischen Mega-Börse.

New York/Frankfurt

Die Fusion der Börsen von Frankfurt und New York scheitert im Februar 2012 am Veto der EU-Wettbewerbshüter. Für Störfeuer sorgten zeitweise die Technologiebörse Nasdaq und die US-Rohstoffbörse Intercontinental-Exchange (ICE) mit einem rund elf Milliarden Dollar schweren feindlichen Übernahmeangebot für die NYSE/Euronext.

Singapur/Sydney

Die Börse Singapur (SGX) versuchte 2011, die australische Börse ASX zu schlucken. Dafür bot sie 8,4 Milliarden australische Dollar (damals 5,9 Mrd Euro). Der australische Finanzminister Wayne Swanch erklärte aber klar, das Angebot der Asiaten sei „nicht im nationalen Interesse“.

London/Frankfurt

Die Deutsche Börse versuchte mehrfach erfolglos, die London Stock Exchange (LSE) zu kaufen. Auch die Nasdaq bemühte sich mehr als einmal vergeblich um die Londoner.

London/Toronto

2011 mussten die LSE und die Börse Toronto (TMX) ihre Hochzeit abblasen. Eine Gruppe kanadischer Finanzfirmen war den Briten in die Parade gefahren und hatte ein eigenes Übernahmeangebot vorgelegt. Damit wollten die Kanadier verhindern, dass der wichtigste Finanzhandelsplatz des Landes in ausländische Hände fällt. Die größere Londoner LSE hätte in der Ehe die Übermacht gehabt.

"Das Marktumfeld im ersten Quartal 2013 war geprägt von der europäischen Schuldenkrise, der kontinuierlichen Niedrigzinspolitik der Zentralbanken sowie einem Aktienmarkt mit nach wie vor sehr niedriger Volatilität", erklärte das Unternehmen. Auch die Unsicherheit über die Auswirkungen von Regulierungsvorhaben habe viele Investoren verunsichert. Im Aktienhandel brach der Betriebsgewinn (Ebit) in den ersten drei Monaten um die Hälfte ein, im wichtigeren Derivategeschäft der Tochter Eurex betrug der Rückgang lediglich neun Prozent.

Dass Investoren in den nächsten Monaten in Massen an die Börse zurückkehren, erwarten die meisten Experten allerdings nicht. "Wir sehen derzeit keine Auslöser für große Kurssteigerungen", erklärte Equinet-Analyst Philipp Häßler. "Die Handelsaktivität auf Eurex wird sich in den kommenden Monaten vermutlich nicht verbessern."

Kommentare (1)

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JJJ

30.04.2013, 17:45 Uhr

Die Wende wird kommen, nächstes Jahr mit der Finanztransaktionssteuer... und zwar steil nach unten...

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