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09.08.2012

16:46 Uhr

Gewinne trotz Krise

Der erfolgreiche Kuschelkurs der Alphatiere

Ganz Europa ist fest im Griff der Euro-Krise. Ganz Europa? Nein. Einige deutsche Manager leisten den Wirren erfolgreich Widerstand. Sie haben ihre Gewinne im ersten Halbjahr weiter gesteigert. Ihr Geheimnis: Anpassung.

Die beiden SAP-Vorstandssprecher Bill McDermott (links) und Jim Hagemann Snabe können zufrieden sein. Sie gehören zu den erfolgreichen deutschen Managern. Reuters

Die beiden SAP-Vorstandssprecher Bill McDermott (links) und Jim Hagemann Snabe können zufrieden sein. Sie gehören zu den erfolgreichen deutschen Managern.

DüsseldorfEin chinesisches Sprichwort besagt: „Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.“ Unter den deutschen Konzernchefs haben sich viele für Windmühlen entschieden. Ihre Weitsicht und die Bereitschaft, das Geschäftsmodell von gestern infrage zu stellen, zahlen sich jetzt aus: Trotz Euro-Krise und nachlassenden Wachstums in den Schwellenländern ist es ihnen gelungen, ihre Gewinne im ersten Halbjahr zum Teil nochmals deutlich zu steigern. Und das, obwohl viele der Unternehmen schon im vergangenen Boomjahr Rekordergebnisse erzielt hatten.

So feierte Springer-Chef Mathias Döpfner den mit 309 Millionen Euro den höchsten operativen Halbjahresgewinn in der Geschichte des Medienkonzerns – ein Plus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Treiber des Erfolgs sind die Onlineaktivitäten, auf die Döpfner sein Geschäft wie kein anderer deutscher Medienmanager ausgerichtet hat. Die Erträge dort stiegen um 55 Prozent auf 111 Millionen Euro und machen damit bereits ein Drittel des Konzerngewinns aus.

Der Energieversorger Eon konnte sein operatives Ergebnis (Ebitda) gegenüber dem Vorjahr sogar um knapp 55 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro steigern. Den Gewinnsprung verdankt der Konzern nicht zuletzt dem Verhandlungsgeschick seines Vorstandschefs Johannes Teyssen, der mit dem russischen Gaskonzern Gazprom einen günstigeren Liefervertrag aushandelte. Außerdem profitiert Eon davon, dass Teyssen sich ganz im Gegensatz zum früheren RWE-Chef Jürgen Großmann als aktiver Gestalter und nicht als Bremser der Energiewende sieht.

Herausragend schlägt sich auch der Softwareriese SAP. Die Doppelspitze aus Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe arbeitet bei der Entwicklung neuer Produkte viel enger mit den Kunden zusammen. Im zweiten Quartal verkaufte das Unternehmen Softwarelizenzen im Wert von 1,06 Milliarden Euro, 26 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Erzrivale Oracle schaffte nur ein Plus von sieben Prozent.

Wenn man nach Gemeinsamkeiten zwischen den erfolgreichen Chefs sucht, stößt man auf drei Charakteristika.

Erstens: Alle Topmanager haben ihr bisheriges Geschäftsmodell zwar nicht infrage gestellt, aber doch mit großer Geschwindigkeit an ein verändertes Marktumfeld angepasst.

Zweitens: Alle erfolgreichen Vorstandschefs sind bereits seit vielen Jahren im Konzern und stehen nicht erst seit gestern an der Spitze. Sie haben eine eigene Mannschaft um sich geschart, die neue Strategien auch schnell implementieren kann.

Drittens: Die meisten der Profitmacher sind stille Arbeiter, die auf eine große Ego-Show verzichten, wie sie etwa Großmann, der frühere Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff oder Ex-Daimler-Chef Jürgen Schrempp zeigten. Stattdessen leisten sie intern, aber vor allem gegenüber ihren Kunden Kärrnerarbeit.

Kommentare (11)

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senfra

09.08.2012, 17:46 Uhr

Was diese Anallisten für Anal-Listen erstellen ist ja täglich zu lesen.
Gut dass es noch doofe Rentner gibt die sie über den Tisch ziehen können.
Aber die sterben aus

surcreme

09.08.2012, 18:39 Uhr

vlt glaubt man es kaum: it works.
Wir schauen uns die jungen Dachse von heute mitunter mit Erstaunen an: weil die alles noch besser wissen.
Und sowas mögen wir nun mal: alles besser wissen, keine Ahnung haben und koppheister 'rein in die Souce.

easyway

09.08.2012, 19:00 Uhr

Die EU ist per Definition eine Diktatur. Weder Merkel, Monti noch van Rumpoy oder sonst irgendwer aus der Brüssel-Kloake haben hier irgendwas zu melden. Und nach dem Grundgesetz ist der Bürger gerufen, Dikatoren zu beseitigen, auch mit Gewalt. Zudem sind alle EU-Parteien verfassungswidrig nach GG Art. 21,2 "Parteien, die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik zu gefährden, sind verfassungswidrig."
Wer Merkel umlegt, ist faktisch legitimiert.

Formal sollen wir natürlich glauben, der Brüssel-Sumpf habe was mit Freiheit zu tun und sei irgendwie demokratisch, praktisch jedoch hat sie mehrfach ihren völkermordenden und diktatorischen Anspruch kundgetan. "Denn wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit. (Bundesdiktator Merkel am 16.6.2005)"

Da man nun unterstellen darf, daß Journalisten um diesen Sachverhalt wissen, sind sie praktisch Kollaborateure des Putsches und lecken Merkels Diktatorspeichel mit perversem Genuß.

Der Narzismus hat die Medien okkupiert und die Scham vertrieben, herumzuheucheln. Man fühlt sich stark, ist aber in Wahrheit ein armes Würstchen, läßt sich in seine Privatsphäre hinein regieren von Voyeuren, findet Homos super und sich mit dem Anspruch des Systems ab, einen neuen Menschen zu formen. Eher klein ist daher die Selbstachtung des Journalisten bis gar nicht vorhanden; wirft Mutti das Stöckchen, wedelt Pressemax mit dem Schwänzchen und sabbert herum. Sitz!

Nimmt man den Querschnitt der Gerontokratie Rumpoy, Merkel, Roth, Steineiner, Westerwelle, können wir den neuen Menschen schon sehen, weil er ausschaut wie der normale Mensch. Denn anders als diese Versteinerungen glauben, reicht ein IQ von 80 für einen Bewußtseinssprung. Wo's nämlich eine Evolution gibt, ist das Gegenteil nicht weit.


Tut vielleicht weh, ist aber so.

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