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12.08.2013

09:02 Uhr

Gewinneinbruch

Bilfinger hofft auf das zweite Halbjahr

Bilfinger hat das erste Halbjahr als erfolglos abgehakt. Für die kommenden Monate erwartet der Baudienstleister ein deutlich stärkeres Ergebnis. Die Prognosen für das laufende Jahr bestätigt der Konzern.

Bilfinger versucht, im aktuellen Halbjahr erfolgreicher abzuschneiden. dpa

Bilfinger versucht, im aktuellen Halbjahr erfolgreicher abzuschneiden.

MannheimNach einem schleppenden Jahresstart hat der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger im zweiten Quartal etwas Boden gutgemacht und seine Jahresziele bekräftigt. Die mit Kunden abgerechnete Konzernleistung stagnierte bei 2,171 Milliarden Euro, wie der vom ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch geführte Konzern am Montag mitteilte. Analysten hatten für den Zeitraum April bis Juni einen Anstieg auf 2,191 Milliarden Euro erwartet. Bilfinger zog im zweiten Quartal Neuaufträge über 2,042 Milliarden Euro an Land - ein Plus von drei Prozent.

„Diese Entwicklung bestärkt die Erwartung, dass der Konzern den in den ersten drei Monaten entstandenen Rückstand im weiteren Verlauf des Jahres mehr als ausgleichen kann“, erklärte das Management. Diese Aussagen sorgten auch an der Börse für Zuversicht. Mit einem Plus von 1,1 Prozent waren die Aktien im vorbörslichen Handel größter Gewinner im Nebenwerteindex MDax.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Im ersten Quartal hatte der lange Winter Bilfinger zugesetzt. Auch jetzt läuft noch nicht alles rund: Angesichts der unsicheren Konjunktur spüre Bilfinger in seinem Projektgeschäft nach wie vor, dass sich Kunden zurückhalten, erklärte der Konzern. Der bereinigte Konzerngewinn im fortgeführten Geschäft schrumpfte im zweiten Jahresviertel um zehn Prozent auf 57 Millionen Euro. Der bereinigte operative Gewinn (Ebita) ging um zwei Prozent auf 96 Millionen Euro zurück.

An seinem Geschäftsausblick für das Gesamtjahr hielt der Konzern fest. Bilfinger will die Leistung 2013 auf rund 8,7 Milliarden Euro steigern, nach 8,6 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Das bereinigte Ebita und der bereinigte Gewinn sollen bei höherer Marge zulegen. Für 2012 hatte Bilfinger ein bereinigtes Ebita von 378 Millionen Euro und einen bereinigten Überschuss von 231 Millionen Euro ausgewiesen. Erreichen will Konzernchef Koch dies über eine Leistungssteigerung im Dienstleistungsgeschäft und Einsparungen.

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