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10.04.2013

00:43 Uhr

Gewinnprognose

First Solar wittert Morgenluft

In Deutschland machen viele Solarunternehmen pleite. Der US-Konzern First Solar hingegen sieht goldene Zeiten auf sich zukommen. Er erwartet beachtliche Gewinne - und reagiert mit einem Zukauf auf Marktveränderungen.

Der US-Konzern First Solar sieht für die Zukunft Gewinne - und einen Markt in Japan. dpa

Der US-Konzern First Solar sieht für die Zukunft Gewinne - und einen Markt in Japan.

Los AngelesDer US-Konzern First Solar hat Analysten mit einem positiven Ausblick überrascht. Wie der größte Solarmodulbauer der USA am Dienstag mitteilte, kalkuliert er für dieses Jahr mit einem Gewinn je Aktie zwischen 4,0 und 4,5 Dollar ohne Sonderposten.

Damit würde das Unternehmen die Erwartungen der Analysten deutlich übertreffen, die mit 3,51 Dollar je Aktie rechnen. Für das laufende Jahr rechnet First Solar mit einem Umsatz von 3,8 bis vier Milliarden Dollar (etwa 2,9 bis 3,05 Milliarden Euro). Eine zentrale Rolle bei der positiven Prognose spielt nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg die 500-Megawatt-Anlage Desert Sunlight, die First Solar derzeit in Südkalifornien baut.

Auch für 2014 und 2015 gibt sich das Unternehmen optimistischer als die Wall-Street-Experten. Insgesamt erwarte er für die kommenden drei Jahre rund 12 Milliarden Dollar (gut neun Milliarden Euro) Umsatz, sagte Finanzchef Mark Widmar im Gespräch mit Analysten. Etwa ein Drittel der Vorhersage beruhe auf bereits abgeschlossenen Verträgen.

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Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland mehr Solaranlagen als je zuvor installiert. Doch der deutsche Markt gilt als übersättigt. Hersteller gehen pleite. Und selbst wer überlebt, muss sich neu orientieren.

First Solar hebt sich mit seiner Prognose vom Rest der Solarbranche ab, die schwer unter dem Preisverfall und den dadurch gesunkenen Margen leidet. Bei Anlegern kam die Bilanz gut an, der Kurs von First Solar sprang im späten US-Handel 45 Prozent in die Höhe.

Zudem gab First Solar die Übernahme der Start-up-Firma Tetrasun bekannt. Tetrasun entwickelt monokristalline Silizium-Solarzellen und bietet hocheffiziente Solarmodule für kleine Dach-Systeme an. Details zum Kauf wurden nicht bekannt.

Im Gespräch mit Analysten sagte First Solar-Chef Jim Hughes, das Unternehmen habe vor, die Produkte von Tetrasun in Japan zu produzieren und zu vermarkten. Mit dem Zukauf schlägt das Unternehmen zwei Fliegen mit einer Klappe: Bisher baut First Solar große Anlagen, mit Tetrasun kann es nun auch Solarmodule für Dächer verkaufen. Zudem bekommt das US-Unternehmen einen Zugang zum japanischen Markt, der Experten zufolge in diesem Jahr zum zweitgrößten Solarmarkt der Welt aufsteigen soll.

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Kommentare (2)

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HofmannM

10.04.2013, 09:36 Uhr

Nachdem First Solar in Deutschland abkasiert hat und die Betriebe geschlossen hat, ist wieder Geld für die Aktionäre da. Auf geht es zum nächsten Abzockermarkt in Japan. Wirtschaftlich und technisch Innovativ war die Erneuerbare Branche noch NIE. Das ist eine reine Investment Abzockerbranche. Eine technische Energiezukunft gab es mit den Erneuerbaren Energien noch Nie. Windmühlen und PV-Anlagen sind reine Abzockgeschäfte und haben mit einer nachhaltigen Energiewirtschaft nichts gemein! Lug und Trug herrscht in dieser EE-Branche!

TehaDe

10.04.2013, 10:29 Uhr

@HofmannM
Ich weiß nicht woher Sie Ihre Informationen haben. Nach meinem Kenntnisstand ist es inzwischen so, dass man mit PV-Solartechnik günstiger Strom produziert, als man am Markt dafür bezahlen muss. Zumindest wird interessierten Investoren jetzt empfohlen, möglichst viel vom erzeugten Strom selbst zu verbrauchen, um noch eine anständige Rendite zu erzielen.
Und wieso werfen Sie der EE-Branche und den mutigen Klein-Anlegern, die sich eine neue, noch in der Entwicklung befindliche Technologie in Form einer PV-Anlage aufs Dach gesetzt haben, vor, Gewinn machen zu wollen? Sollen das lieber die großen Strom-, Gas-, Öl- und Atomkonzerne tun, die ohne großen Wettbewerb bisher in der Lage waren, die Preise fast nach Belieben zu diktieren und in die Höhe zu treiben, was sie in der Vergangenheit regelmäßig getan haben. Nach meiner Ansicht wären die aktuellen Strompreise, die der Verbraucher zu zahlen hat, heute aufgrund der gewohnten jährlichen Strompreiserhöhungen der Konzerne mindestens genauso hoch, selbst wenn es keine Investitionen im EE-Bereich gegeben hätte. Über kurz oder lang werden wir eh nur noch EE zur Verfügung haben, wenn alle fossilen Brennstoffe zu Ende, zu teuer oder einfach zu dreckig sind.

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