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30.12.2016

17:54 Uhr

GfK

Investor KKR greift nach der Vorherrschaft

Der Investor KKR kauft etwa ein Fünftel der GfK-Aktien auf. Trotz des Minderheitsanteils soll er die gleichen Rechte wie der Hauptaktionär erhalten. Das GfK-Management empfiehlt Aktionären, die KKR-Offerte anzunehmen.

Der Investor ist trotz Minderheitsanteil gleichberechtigt mit dem Hauptaktionär. dpa

KKR will Vorherrschaft über Marktforscher

Der Investor ist trotz Minderheitsanteil gleichberechtigt mit dem Hauptaktionär.

MünchenDer Finanzinvestor KKR strebt mit seinem geplanten Einstieg beim kriselnden Marktforschungsunternehmen GfK eine mächtigere Stellung an als bisher bekannt. Obwohl der Investor lediglich 18,54 Prozent der Aktien aufkaufen will, räumt ihm der bisherige und künftige Mehrheitsaktionär ungewöhnlich weitreichende Mitspracherechte ein, wie aus einem am Freitag von der GfK veröffentlichten Dokument hervorgeht. In bestimmten Fällen solle KKR sogar allein durchregieren dürfen.

Der GfK-Verein, der seine Aktienmehrheit von 56,46 Prozent behalten will, und KKR sollen demnach „unabhängig von der Beteiligungshöhe in der GfK SE gleiches Stimmrecht“ haben. Beide Aktionäre, die bei einem KKR-Einstieg zusammen mindestens 75 Prozent der Firmenanteile kontrollieren, wollen sich den Angaben zufolge in einem gemeinsamen Lenkungsausschuss abstimmen.

In den Aufsichtsrat sollen beide jeweils drei Vertreter entsenden, wenn der Einstieg von KKR zustande komme. Das sehe eine vom Verein und KKR geschlossene Gesellschaftervereinbarung vor.

KKR: Finanzinvestor steigt bei GfK ein

KKR

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Mindestens 18,54 Prozent der Firmenanteile möchte der Finanzinvestor KKR beim Marktforschungsunternehmen GfK erwerben. Der GfK-Verein soll aber weiterhin Mehrheitsaktionär bleiben.

Doch damit nicht genug: „Abweichend hiervon hat die Bieterin zu einzelnen Themen im Verhältnis zum GfK-Verein unter bestimmten Voraussetzungen ein Alleinentscheidungsrecht“, heißt es weiter in der Stellungnahme des GfK-Managements, in der aus der ansonsten geheim gehaltenen Gesellschaftervereinbarung zitiert wird. Sprecher von GfK, dem Verein und von KKR äußerten sich am Freitag nicht dazu, unter welchen Bedingungen KKR diesen Vorrang beanspruchen kann.

Vorstand und Aufsichtsrat bekräftigen in ihrer formellen Stellungnahme frühere Aussagen, wonach sie den geplanten Einstieg von KKR begrüßen, und empfehlen den Aktionären eine Annahme von dessen Angebot. Ausdrücklich heißen sie auch das mögliche Alleinentscheidungsrecht von KKR gut, weil damit ein lähmendes Patt zwischen den beiden maßgeblichen Aktionären ausgeschlossen werde. KKR bietet 43,50 Euro je Aktie unter der Voraussetzung, dass dem Finanzinvestor mindestens 18,54 Prozent der Aktien angedient werden. Die Annahmefrist läuft bis zum 10. Februar.

GfK mit Verlust: Markforscher schreibt wieder rote Zahlen

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Das Marktforschungsunternehmen GfK schreibt weiterhin rote Zahlen – auch wenn die Verluste geringer ausfallen als im vorangegangenen Quartal. Auch zum Jahresende geht der GfK-Vorstand von einer ähnlichen Entwicklung aus.

Die GfK, bekannt für ihren monatlichen Konsumklimaindex, kämpfte wiederholt mit ausbleibenden Wachstum und verfehlten Geschäftsprognosen. In der Folge kam es zu Managementwechseln und Querelen mit dem Eigentümerverein. Der Verein, in dem deutsche Konsumgüterhersteller und Finanzfirmen zusammengeschlossen sind, will KKR als stützenden Investor ins Boot holen, um das Unternehmen wieder in die Spur zu bringen.

Im vierten Quartal lief das Geschäft unverändert schwach, wie das Unternehmen ebenfalls am Freitag mitteilte. Der Vorstand rechne mit einem Rückgang von Umsatz und Umsatzrendite. „Die GfK SE geht davon aus, dass auch 2017 weiterhin von einer herausfordernden Wettbewerbssituation geprägt sein wird.“

Von

rtr

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