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17.01.2008

08:09 Uhr

Gildemeister-Chef Rüdiger Kapitza

Noch alles im Griff?

VonWolfgang Gillmann

Rüdiger Kapitza ist bisher der starke Mann bei Gildemeister: Er dominiert das Geschehen, seine Vorstandskollegen treten zurück. Gildemeister - das ist Rüdiger Kapitza. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft - und beschädigt den Ruf des Erfolgschefs.

Der Vorstandsvorsitzende der Gildemeister AG, Rüdiger Kapitza Foto: dpa Quelle: dpa

Der Vorstandsvorsitzende der Gildemeister AG, Rüdiger Kapitza Foto: dpa

DÜSSELDORF. Wer den Geschäftsbericht des Werkzeugmaschinenherstellers Gildemeister des Jahres 2006 aufschlägt, sieht auf Seite 14 und 15 ein großes Foto des Vorstands. Rechts Günter Bachmann, Michael Welt und Thorsten Schmidt. Und links auf einer ganzen Seite, allein vor einer grauen Wand, die rechte Hand lässig in der Tasche und etwas größer erscheinend, als er in Wirklichkeit ist, zeigt sich Rüdiger Kapitza.

Das grün-graue Foto, aufgenommen im Kunsthaus Bregenz, ist typisch für die Machtverhältnisse beim Weltmarktführer für Werkzeugmaschinen: Kapitza dominiert das Geschehen, seine Vorstandskollegen treten, wenn überhaupt, mehr im Hintergrund auf. Gildemeister - das ist Rüdiger Kapitza.

Deshalb schadet die Nachricht vom Mittwoch auch dem Unternehmen: Die Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelt gegen Kapitza wegen des Vorwurfs der Untreue, Bestechlichkeit, Bestechung und Steuerhinterziehung.

Über den starken Mann im Haus gibt Gildemeister selbst wenig preis. Der Geschäftsbericht liefert nur einen dürftigen Lebenslauf. Das Geburtsdatum gibt die Pressestelle erst auf drängende Nachfrage mit 10. Februar 1955 an. Angaben über Familienstand, Kinder und Hobbys fehlen.

Das passt so gar nicht zu Kapitzas so redseliger Art, wenn es um seine Firma geht.

"Er nutzt jede Gelegenheit, Positives über sein Unternehmen und die Produkte zu berichten", beschreibt ihn jemand, der ihn seit längerem kennt. "Eine unheimliche Kampfmaschine", ergänzt ein Manager. Auf Messen tritt Kapitza sehr eloquent auf und preist laut, leicht westfälisch gefärbt die Vorzüge der Drehmaschinen und Bearbeitungszentren aus Bielefeld oder Pfronten, wo die Hauptwerke von Gildemeister stehen. "Kapitza ist ein vorzüglicher Marketingmensch", sagt ein Kenner des Unternehmens.

Dass er die Branche und das Unternehmen kennt wie kein Zweiter, ist unbestritten. Schließlich hat er seine Ausbildung zum Maschinenanlagenmechaniker und Industriekaufmann bereits bei Gildemeister begonnen. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Paderborn und der Promotion in Mainz arbeitet er nur sechs Jahre als Marketingmanager bei Oerlikon in Stuttgart und Zürich. Bereits 1988 kehrt er zu Gildemeister zurück, wird 1992 Vorstand für Vertrieb und Marketing und steigt 1996 zum Vorstandsvorsitzenden auf.

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