Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.04.2012

22:27 Uhr

Giuseppe Vita

Der neue Chefaufseher bei Unicredit

Giuseppe Vita wird im Mai die Nachfolge von Dieter Rampl als Vorsitzender des Verwaltungsrat bei Unicredit antreten. Der Deutschland-Experte soll das Machtgefüge in Italiens größtem Geldhaus stabilisieren.

Giuseppe Vita, Aufsichtsratschef von Axel Springer. dpa

Giuseppe Vita, Aufsichtsratschef von Axel Springer.

MailandDie italienische Großbank Unicredit hat mit dem einstigen Schering-Top-Manager Guiseppe Vita einen Nachfolger für ihren deutschen Verwaltungsratschef Dieter Rampl gefunden. Vita solle der Hauptversammlung am 11. Mai vorgeschlagen werden, teilte die Bank am Donnerstagabend mit.

Der 1935 geborene Italiener ist ein ausgesprochener Deutschland-Kenner und erfüllt mit vielen internationalen Stationen das Profil für den Job. Sein Bezug zu Deutschland ist wichtig, um das Machtgefüge in der Bank zu halten. Denn Italiens größtes Geldhaus kämpft mit großen Problemen im Heimatmarkt, während die Münchner Tochter HVB die größte Einnahmequelle ist. Sie hat gerade erst wieder eine Dividende von gut einer Milliarde Euro nach Mailand überwiesen. Für die Unicredit war 2011 ein Horror-Jahr, das nach Firmenwert-Abschreibungen mit einem Verlust von 9,2 Milliarden Euro endete.

Derzeit ist Vita Aufsichtsratschef beim Axel-Springer-Verlag und Chef des Verwaltungsrats bei der Italien-Tochter der Allianz - einer der wichtigsten Einheiten von Europas größtem Versicherer. In Berlin war er viele Jahre Vorstandschef des Pharmakonzerns Schering und wurde dort später ebenfalls Chefkontrolleur. Zunächst hatte es aber nicht nach einer Karriere in der Wirtschaft ausgesehen. Vita studierte Medizin in Rom und arbeite dort danach auch als Facharzt für Radiologie. Zur inzwischen im Bayer-Konzern aufgegangenen Schering kam er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Kontrastmittelforschung.

Die Mailänder hatten die HVB 2005 für 20 Milliarden Euro geschluckt. Seitdem ist der Ex-HVB-Chef Rampl Vorsitzender des Verwaltungsrates und einer der einflussreichsten deutschen Banker im Ausland. Sein Vertrag läuft nach zwei Amtszeiten nun aus. Rampl wollte eigentlich verlängern, warf Firmenkreisen zufolge aber nach einem Streit mit einigen Eigentümern das Handtuch.

Rampl wollte den Verwaltungsrat, der momentan aus 22 Personen besteht, verkleinern und internationaler ausrichten. Die italienischen Stiftungen im Eigentümerkreis, die traditionell lokale Interessen vertreten, verhinderten dies aber. Sie hatten zuletzt auch auf einen italienischen Rampl-Nachfolger gedrungen. Mit dem internationalen Profil sollen nun vor allem die Töchter HVB und die Wiener Bank Austria beruhigt werden, die einen zu starken Italien-Einfluss fürchten. Bei ihnen ist das Investmentbanking beziehungsweise das Osteuropageschäft der Gruppe gebündelt.

Insidern zufolge war zuletzt auch Gian-Maria Gros Pietro noch im Rennen, der Verwaltungsratsmandate bei vielen Konzernen, unter anderem Fiat, innehat.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×