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01.08.2012

19:38 Uhr

„Go hard or go home“

Wie Spitzensportler siegen

VonCarina Kontio

Bei Olympia hat der Deutschland-Achter Gold geholt. Ein Triumph des maximalen Teamgeists. Wie Sie auch im Job zum Sieger werden, weiß Americas-Cup-Gewinner Dominik Neidhart.

Für die Ruderer geht es nicht nur Gold, Silber oder zumindest Bronze, sondern auch ein Maximum an Kampfgeist. Reuters

Für die Ruderer geht es nicht nur Gold, Silber oder zumindest Bronze, sondern auch ein Maximum an Kampfgeist.

Handelsblatt Online: Herr Neidhart, man hört so oft die Phrase: „Ein Team ist immer so stark, wie sein schwächstes Mitglied“. Sind es wirklich immer die Schwachen, die bestimmen, wie leistungsfähig ein Team ist?

Dominik Neidhart: Teams sind kollektive Akteure, also Handelnde, in denen verschiedene Mitglieder zusammenwirken wollen und sollen. Dabei sind nie alle Mitglieder bezüglich Erfahrung, Wissen und Können gleich. Aber zum Wesen von gut zusammengestellten Teams gehört es eben, dass die verschiedenen und manchmal nicht ganz gleichen Fähigkeiten zusammengebunden und dabei Ungleichheiten ausgeglichen werden. Nur ein schlechtes Team ist so schwach, wie sein schwächstes Mitglied. Tatsächlich sind es immer die Stärksten, die ein Team mitziehen und zum Erfolg führen. Und solche braucht ein Team auch zwingend.

Was würden Sie als die wichtigste Voraussetzung für ein gut funktionierendes Team bezeichnen?

Es gibt keine ,wichtigste Voraussetzung' für ein gutes Team. Einfach weil mehrere Akteure zusammenwirken müssen, was entsprechend mehr Voraussetzungen und Anforderungen schafft. Zu den Voraussetzungen in der obersten Rangordnung zählt erstens, dass sich alle Mitglieder voll und ganz mit dem Ziel identifizieren, zweitens, dass sie die notwendigen Fähigkeiten mitbringen und drittens, dass die Kommunikation und Koordination reibungslos funktioniert. Schließlich ist ein transparentes Vertrauensklima unabdingbar.

So erkennen Sie faule Tricks der Kollegen

Vorbereiten und sondieren

Wem ein Gespräch mit einem dominanten Gesprächspartner bevorsteht, der hat unterschiedliche Möglichkeiten, sich darauf vorzubereiten. Nach der Präzisierung der eigenen Zielsetzung (Was will ich minimal/maximal erreichen?) sollte man sich zunächst fragen, was aus der Sicht des Gesprächspartners wichtig und interessant sein könnte. Es gilt zu sondieren, welche Erwartungen und Entscheidungskriterien dieser vermutlich hat und worauf er anspringen wird. Sicherlich wird er sich fragen, welchen Nutzen er von Ihrer Idee hat und worin der strategische Mehrwert in Vergleich zu anderen Vorschlägen liegt.

Abwehrstrategien trainieren

Die Anwendung von Argumentationstechniken und Abwehrstrategien lässt sich trainieren. Management-Trainer Thiele empfiehlt, sich einige Lernvorsätze aufzuschreiben und einen Anwendungsplan zu erstellen. In einem nächsten Schritt kann das Neue dann im Alltag geübt und angewendet werden. Dabei kann ein Lernpartner helfen, der Sie ermutigt und mit dem Sie sich regelmäßig austauschen können. Dies kann ein guter Freund, ein Partner oder vielleicht sogar ein Chef sein, zu dem man ein vertrauensvolles Verhältnis hat.

Die richtige Einstellung

Wichtig ist, dass man ein schwieriges Gespräch oder einen herausfordernden Auftritt nicht als Bedrohung sondern als Chance begreift. „Sein eigenes dialektisches Begabungspotenzial kann man nur entdecken, wenn man aktiv wird, wenn man auf neue Erfahrungen setzt“, sagt Thiele. Dazu gehören Erfolge wie auch Misserfolge.

Verbündete suchen

Ebenfalls entscheidend für erfolgreiche Argumentation: Verbündete. „Ohne ein emotionales Netzwerk in einem Unternehmen ist es außerordentlich kompliziert oder vielleicht sogar aussichtslos, die eigenen Ideen durchzusetzen“, sagt Thiele. Nicht immer fällt es leicht, Verbündete zu finden, für manche ist es besonders schwierig. Frauen in Führungspositionen etwa haben häufig noch immer keinen leichten Stand unter den männlichen Alphatieren um sie herum. Der Coach rät, bewusst auf Gesprächspartner zuzugehen, Feedback zu erbitten und um Rat zu fragen. Außerdem sei es wichtig, Signale zu erkennen: Fragen Sie sich, wer wertschätzend mit Ihnen umgeht, wer Ihnen im Meeting zulächelt und wer die Distanz zu Ihnen verringert und nutzen Sie Ihre Erkenntnisse, um sich Gleichgesinnte in Ihrem Umfeld zu suchen.

Faule Tricks erkennen

Faule Tricks sind nur so lange welche, bis sie erkannt werden. Darum ist es wichtig, unfaire, versteckte Angriffe als solche identifizieren zu können.

Grenzen ziehen

Faule Tricks sind das eine, persönliche Angriffe und Beleidigungen das andere: Zwar hilft es manchmal, diese einfach zu ignorieren, doch auf keinen Fall muss man sich alles gefallen lassen. Lassen Sie Ihr Gegenüber wissen, wo hier Ihre Grenzen liegen.

Das A und O: Stichhaltige Argumente

All diese wichtigen Strategien nützen wenig, wenn Sie nicht stichhaltige Sachargumente an der Hand haben, mit denen Sie ebenfalls überzeugen können. Denn letztendlich geht es Ihnen ja darum, andere mit Ihren Argumenten und nicht durch Ihr rhetorisches Geschick oder gar unsachliche Tricks zu überzeugen.

Deeskalation durch Brückensätze

Bekommt man eine provozierende Frage zu hören wie „Sagen Sie mal, wie kommt es, dass das Image Ihrer Abteilung so schlecht ist?“, sollte man sich davon nicht einschüchtern lassen. Statt auf die Provokation einzusteigen, ist es ratsam, mit einem Brückensatz den Streit wieder auf eine sachliche Ebene zu lenken. Kontern Sie zum Beispiel mit: „Nun, Ihre Bemerkung erstaunt mich. Gerade, was das Image angeht, steht meine Abteilung sehr gut da“ – und argumentieren Sie anschließend kraftvoll und stichhaltig. Eine andere Variante besteht darin, nach einem Brückensatz eine Rückfrage zu stellen: „Das höre ich zum ersten Mal. Wie kommen Sie zu Ihrer Einschätzung?“

Vorsicht bei Ironie

Vor allem bei unfairen Angriffen möchte man am liebsten schlagfertig kontern. Das liegt jedoch nicht jedem, und das ist auch nicht schlimm. Denn schlagfertige oder ironische Kommentare können ein Gespräch manches Mal schneller beenden, als einem lieb ist. Werden Sie attackiert, ist eine Reaktion wie „Was meinen Sie, Herr Müller, hat sich Ihr Image mit Ihrer Bemerkung eher verbessert oder verschlechtert?“ durchaus in Ordnung. Doch sollten Sie nicht vergessen, anschließend auf das eigentliche Thema zurückzulenken. Etwa mit einer Formulierung wie: „Mir ist noch nicht klar geworden, welche Argumente Sie in der Sache haben.“

Wo sollte ein Chef ansetzen, um die Schwächen seiner Teammitglieder zu beheben?

Erstens bei sich selbst. Zweitens muss eine es eine Feedback-Kommunikation geben. Das heißt, das Team muss sich ohne Hierarchien offen und ehrlich über Mängel aussprechen, ohne dass jemand degradiert und demotiviert wird. Dann muss der Teamchef Wege und Mittel vorschlagen und durchsetzen, um die erkannten Mängel zu beheben. Wenn das nicht geht, wird die Ersatzbank fällig.

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Und was macht man, wenn man jemanden im Team überhaupt nicht abhaben kann? Wie gelingt die Zusammenarbeit trotzdem?

Da muss ich klar über meine Erfahrungen beim America's Cup reden. Persönliche Animositäten gibt es in jedem Team, in Hochleistungsteams sogar noch stärker. Aber es ist zu erwarten, dass alle Mitglieder eines Hochleistungsteams, das gut geführt ist, zwischen Persönlichem und Beruflichem klar unterscheiden können.

Kommentare (4)

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absolut

01.08.2012, 19:47 Uhr

absolut: schwachsinn.

Patric

01.08.2012, 21:27 Uhr

Wieder einer dieser "Besserwisser" die Glauben mit Ihrem einseitigen Ratschlägen die Berufswelt besser und erfolgreicher machen zu können, nur weil sie vielleicht mal Erfolg mit hartem Vorgehn hatten. Nur, die Welt ist eben nicht immer ein Segelschiff oder ein Ruderboot mit nur ein paar Individuen.....ich sehe diese Artikel lediglich als Werbung für seine Bücher / Seminare an....nichts weiter (iich habe genügend solche Schwachssinnsseminre besuchen müssen und hab genug Erfahung damit sammeln dürfen)

Account gelöscht!

01.08.2012, 23:07 Uhr

Herzlichen Glückwunsch zum Olympiasieg. Ich als ehemaliger Leistungssportler im Skilanglauf der DDR kann mich gut daran erinnern auf was man alles verzichten muß um oben anzukommen. Ich bin schon im zweiten Sichtungstunier rausgeflogen, aber mit Anerkennung und Aufklärung dass ich ganz oben nicht ankommen kann. Diejenigen die mir das mitgeteilt haben waren alles sehr vertraute Vertraute Betreuer und super Ausgebildete Trainer von der DHFK Leipzig. Wenn ich mir heute anschaue welche R.... auf die Spitzenathleten draufhauen nur um Ihren Posten zu sichern, kommt mir das große kotz....!
Ich kann nur sagen, in der DDR war der Leistungssport organisiert bis in das kleinste Dorf. Schulmeisterschaften und Spartakiaden über die Kreis - bis DDR Meisterschaften haben wir unsere Spitzensportler weltweit herausgebracht. Einen Stolz darauf trage ich noch heute. Das hat Spass gemacht auch ohne meine Olympiateilnahme. Bitte zum nachdenken.

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