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02.12.2014

16:21 Uhr

„Goldene Runkelrübe“

Schmähpreis für Peinlichkeiten im Personalmarketing

VonTina Halberschmidt

Die „Goldene Runkelrübe“ ist eine Auszeichnung, die wohl kein Personaler gerne bekommt. Verliehen wird der Schmähpreis für „herausragend schlechte Personalmarketing-Maßnahmen“ heute Abend in Berlin. Wir zeigen die Nominierten.

Mit High Heels aus Lack will die Brancheninitiative aus dem Bereich Facility Management für gute Stimmung sorgen.

Mit High Heels aus Lack will die Brancheninitiative aus dem Bereich Facility Management für gute Stimmung sorgen.

Die abschreckendsten Stellenanzeigen, die furchtbarsten Karriere-Videos, die unattraktivsten Karriere-Webseiten – jeder, dem ein Beispiel für besonders missglückte Personalkommunikation aufgefallen ist, durfte in den vergangenen Monaten Vorschläge in verschiedenen Kategorien einreichen.

Auch in diesem Jahr kam so eine ganze Menge Schauderhaftes und Kurioses zusammen: Ein Jobangebot für eine Reinigungskraft mit Rettungsschwimmschein zum Beispiel. Ein Recruiting-Video der Volksbank Franken, in dem nackte Tatsachen für sich sprechen (oder auch nicht). Oder die Karriere-Seite der Stadt Paderborn, auf der man Traumjobs mit der Lupe suchen muss.

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Die Bundesbank sucht derzeit neue Raumpflegerinnen für ihre Gebäude in Frankfurt. Als besondere Qualifikation gefordert: ein Rettungsschwimmschein. Was absurd klingt, hat durchaus einleuchtende Hintergründe.

Früher schwieg man diskret über solche Beispiele schlechter HR-Kommunikation – doch dann kamen Jannis Tsalikisund Henner Knabenreich und verliehen 2013 erstmals die „Goldene Runkelrübe“.

Tsalikis, Personalleiter bei „Vice“ Deutschland, und Knabenreich, Geschäftsführer einer Agentur, die Firmen im Bereich Personalmarketing berät, wollen mit dem Negativpreis eine Lücke füllen: „Awards in der HR-Szene gibt es viele. Aber seien wir mal ehrlich: Was dort ausgezeichnet wird, hat den Preis oder das Siegel nicht immer verdient“, schreiben Tsalikis und Knabenreich auf ihrer „Runkelrüben“-Homepage. „Aus diesem Grunde haben wir ‚Die Goldene Runkelrübe‘ ins Leben gerufen.“

Der Preis sei eigentlich „ein Wohltätigkeitsprojekt“: Schließlich gehe es ihnen mit der Auszeichnung, die keiner haben will, nicht darum, jemanden zu diskreditieren oder bloßzustellen. Vielmehr wolle man andere Unternehmen davor bewahren, dieselben Fehler zu machen, so Tsalikis und Knabenreich.

Tatsächlich reagieren nicht alle Nominierten beschämt: Die Brancheninitiative „FM - Die Möglichmacher" von 13 führenden Anbietern aus dem Bereich Facility Management gab sogar eigens eine Pressemitteilung heraus, in der man sich offiziell hocherfreut zeigte, die Endrunde des der „Runkelrübe“ erreicht zu haben und „renommierte Unternehmen und Arbeitgeber wie REWE und Randstad hinter sich gelassen zu haben“.

Die Motive der aktuellen Werbekampagne fänden Aufmerksamkeit, würden Widerspruch provozieren und zum Nachdenken anregen. „So soll es sein“, lautet das Resümee der Initiative, die mit Bildern von einer Unterhose und High-Heels aus Lack in der Kategorie „Stellenanzeigen“ nominiert sind.

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