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24.03.2016

15:46 Uhr

Goldener Effie

Zoff um Werbepreis beendet – zumindest formal

VonCatrin Bialek

Die juristische Prüfung des Effie-Streits ergibt: Die Verleihung des Werbepreises an Philipp und Keuntje war rechtens, die an Jung von Matt nicht. Der Schlussakkord im größten Werbeskandal der vergangenen Jahre.

DüsseldorfGründonnerstag ist ein Arbeitstag, aber irgendwie auch keiner. Viele Menschen sind im Büro, aber mit den Gedanken bereits bei den Osterfeiertagen. Ein guter Zeitpunkt also, um Dinge auf den Tisch zu bringen, die thematisiert werden müssen, aber auf die keiner so richtig Lust hat. Der Eklat um die Verleihung des Werbepreises Goldener Effie 2015 an die Hamburger Werbeagentur Jung von Matt ist vielleicht auch so ein unliebsames Thema.

Zumindest verschickten just am Donnerstagmittag der Gesamtverband Kommunikationsagenturen (GWA), der Verbandspräsident Wolf Ingomar Faecks und auch die betroffene Agentur Jung von Matt allesamt ihre Pressemitteilungen. Die Veröffentlichungen beruhten auf der Tatsache, dass die Kanzlei Oppenhoff & Partner ihren Abschlussbericht zu dem Werbestreit vorgelegt hat. Dieser Bericht liegt nach Handelsblatt-Informationen allerdings seit mehr als einer Woche vor.

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Um es kurz zu machen: Die Kanzlei hat festgestellt, was viele Branchenbeobachter schon geahnt haben. Die Verleihung des Goldenen Effie für die Astra-Kampagne in der Kategorie „Evergreen“ an die Agentur Philipp und Keuntje war rechtens, die an die Hamburger Agentur Jung von Matt indes nicht. Die nachträgliche Nominierung, die Thomas Strerath, Chef der Agentur Jung von Matt und seinerzeit Juryvorsitzender des Effie, eingeleitet hatte, sei zu keinem Zeitpunkt wirksam gewesen, heißt es.

„Das Ergebnis des Gutachtens ist eindeutig, es gibt keinerlei Interpretationsspielraum“, kommentiert Thomas Eickhoff, der die Untersuchung im GWA verantwortet, den Bericht der Kanzlei. Jung von Matt wird der Effie also nicht aberkannt, die Agentur hatte schlichtweg nie einen Effie erhalten.

Damit ist einer der größten Skandale in der deutschen Werbebranche beendet – zumindest formal. Angefangen hatte der Streit im vergangenen Dezember, als Frank-Michael Schmidt, Chef der Agentur Scholz & Friends, mit einem offenen Brief gegen die Vergabe des Werbepreises an Jung von Matt vorging. Er warf Strerath vor, seine Position als Juryvorsitzender genutzt zu haben, um seiner eigenen Agentur einen Effie – sowie damit wertvolle Punkte im Kreativranking – zugeschanzt zu haben. Schmidt führte auf neun Seiten aus, warum diese Punkte „irregulär“ seien.

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