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13.04.2013

00:56 Uhr

Google, Apple, Post

Deutschlands größte „Datenkraken“

Mit Apple und Google gehören gleich zwei Internetriesen zu den größten Datenkraken des Landes. Dafür wurden sie nun mit dem BigBrotherAward ausgezeichnet. Auch der Staat geht nicht leer aus.

Apple soll die Mitarbeiter in den Filialen mit Kameras überwachen. Reuters

Apple soll die Mitarbeiter in den Filialen mit Kameras überwachen.

BielefeldGoogle, Apple, Post, Polizei und die neuen Rundfunkgebühren haben den Negativ-Preis „BigBrotherAward“ bekommen. Der Datenschutzverein digitalcourage verlieh die Preise für „Datenkraken“ am Freitag in Bielefeld. Der Verein (früher Foebud) will damit die Verletzung der Privatsphäre anprangern.

Google wird für sein „Globales Datensammeln“ mit dem Negativpreis bedacht. Unter dem Deckmantel einer Suchmaschine mit Gratis-Diensten wie Maps, Docs und Youtube sammle der Werbekonzern Google Unmengen von Echtzeit-Daten über alles und jeden. Mit den Daten würden Menschen in Kategorien eingeteilt, um den Werbeprofit zu erhöhen. Der Konzern sollte zerschlagen und der Such-Index unter internationale Kontrolle gestellt werden.

Den deutschen Läden des Elektronikherstellers Apple wirft der Verein vor, die Mitarbeiter in weiten Teilen der Geschäfte mit Kameras zu überwachen. Apple wehrt sich allerdings gegen die Vorwürfe. Ein Sprecher sagte Handelsblatt Online: „Die Anschuldigungen im Rahmen der BigBrotherAwards sind schlichtweg falsch. Wie bei vielen andere Einzelhändlern auch sind die Kameras in unseren Filialen angebracht, um uns beim Schutz unserer Kunden und Mitarbeiter zu unterstützen.“

Auch die Deutsche Post nutze Nachsende-Anträge, um ihren Adressenbestand zu aktualisieren und gewinnbringend zu verkaufen. Wer keinen Nachsendeantrag stelle, dürfe sich aber nicht sicher fühlen. Gegen Bezahlung würden auch diese neuen Adressen recherchiert, etwa in anderen Postdiensten oder in Melderegistern.

Preiswürdig ist in den Augen des Vereins auch der neue Beitragsservice, Nachfolgerin der Gebühreneinzugs-Zentrale GEZ. Die Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer hätten die Chance verpasst, eindeutige, personenunabhängige Regelungen zu entwickeln. In der mehrjährigen Übergangsphase verarbeite der neue Beitragsservice sogar viel mehr Daten als zuvor die GEZ.

Der BigBrotherAward in der Kategorie Behörden geht an die Bundespolizei. Die soll wiederholt Menschen wegen ihres Aussehens, also etwa dunkle Hautfarbe, gezielt aus einer Menschenmenge herausgegriffen und kontrolliert haben. 

Von

dpa

Kommentare (2)

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Datenkrake-PAYPAL

13.04.2013, 09:47 Uhr

Die Firma PAYPAL dürfte man sicherlich auch zu den größeren "Datenkraken" zählen.

Eine undurchsichtige Datenschutzpolicy erschwert das Recht auf Datenauskunft. Folgt man dem Procedere, wie es von Paypal Schritt für Schritt vorgegeben ist, bekommt dennoch keine Auskunft.

Ebenso ist vollkommen unklar in welchen Ländern PAYPAL die Daten speichert, wie und an wen PAYPAL Auskünfte in diesen Ländern erteilt, wie mit zu löschenden Daten umgegangen, wo und wer für den Datenschutz bei Paypal zuständig ist. Ebenso ist unklar wie groß der Umfang der Daten ist, auf den Mitarbeiter aus Servicecentern/Callcentern tatsächlich Zugriff haben. Zu Anfragen schweigt PAYPAL regelmäßig.

Die Erreichbarkeit des deutschen Geschäftsführers von PAYPAL gestaltet sich ebenfalls als sehr schwer. Auch hier muss man damit rechnen, keine Antwort zu erhalten.

Es wird Zeit, dass sich deutsche Datenschutzbehörden mit PAYPAL auseinandersetzen. Jeder einzelne sollte prüfen, ob es sich nicht lohnt, seine Überweisungen/Geldtransfer über alternative Wege abzuwickeln. Dies ist wesentlich einfacher, als vielfach angenommen.

Account gelöscht!

13.04.2013, 10:07 Uhr

Also Leute ich weiß gar nicht warum man sich über Datensammler im Internet aufregt.
Man kann doch seine Bankgeschäfte in Papierform und am Bankschalter diskret erledigen.
Ebenso kann man doch auch beim Einzelhändler im Geschäft einkaufen, man muß doch nicht alles ONLINE machen?

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