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17.12.2011

09:34 Uhr

Großes Kino

Wie Kik und McDonalds nach Nachwuchs suchen

VonCatrin Bialek, Katrin Terpitz

Sie versuchen es mit Kinowerbung oder mit ganz authentischen Spots: Viele Unternehmen buhlen verstärkt multimedial um Nachwuchs - vor allem Firmen mit schlechtem Image wollen so populärer werden.

Menschen vor einer McDonalds Filiale. ap

Menschen vor einer McDonalds Filiale.

DüsseldorfAuf der Leinwand wirken die Mitarbeiter wie Helden aus einem Abenteuerepos: Sie klettern in atemberaubender Höhe an der Zugspitze, stehen telefonierend im marokkanischen Wüstenwind oder schaffen Verbindung in der Tiefsee. Der Job bei der Deutschen Telekom - ein großes Abenteuer, so suggeriert es der dreiminütige Imagefilm des Bonner Konzerns, den Kinobesucher seit kurzem sehen können. Dabei sind es keine Schauspieler, die in den Szenen agieren, sondern reale Telekom-Mitarbeiter.
Wegen des wachsenden Fachkräftemangels wird die Jagd nach Top-Talenten härter. Deshalb polieren Unternehmen ihr Image als Arbeitgeber auf: Flexible Arbeitszeitmodelle, Aufstiegschancen für Frauen, ultramoderne Büros - es gibt kaum ein Lockmittel, das Firmen nicht nutzen. Employer-Branding nennt sich der Aufbau einer Arbeitgebermarke im Branchenjargon, eine Idee, die in den 90er-Jahren entstand. "Employer-Branding hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verstärkt", sagt Franz-Rudolf Esch, Head of Marketing an der EBS Business School in Oestrich-Winkel.

Auffällig ist: Arbeitgeber, deren Image weniger attraktiv ist, wenden sich per Kino- oder Fernsehspot an potenzielle Bewerber. Mit bewegten Bildern gehen sie in die Offensive, um gegen ihren Ruf als Arbeitgeber zweiter Klasse anzukämpfen. Wer etwa an eine Beschäftigung bei der Deutschen Telekom denke, der assoziiere damit oft Call-Center oder Telekom-Shops, erzählt ein Konzernsprecher. "Die attraktiven Jobs, die es hier gibt, stehen nicht im Fokus." Die Reaktion auf den Imagefilm der Telekom ist positiv. In den sozialen Netzen schreiben Internetnutzer: "Wow - so kennen wir Euch gar nicht." Auch Marketingprofessor Esch sagt: "Der Schritt der Telekom, im Kino zu werben, ist ungewöhnlich - und spannend."

Andere Firmen haben das aufwendige Eigenmarketing dagegen nicht nötig. Sportmarke Adidas etwa kann sich vor Initiativbewerbungen von Top-Leuten kaum retten. "Auf eine offene Stelle als Führungskraft bekommen wir im Schnitt 1000 bis 1500 Bewerbungen", sagte Vorstandschef Herbert Hainer kürzlich auf einem Headhunter-Treffen.

Unternehmen mit starken Marken wie Audi, BWM oder Porsche, Adidas und Puma landen auf den Listen mit Wunscharbeitgebern von Hochschulabgängern regelmäßig ganz vorne. Wer aber erzählt schon gerne, dass er bei Textilbilligheimer Kik arbeitet oder bei McDonald's Burger verkauft? "Meine Mutter war total geschockt. Eine Ausbildung bei McDonald's? Pommes-Schütteln? Aber jetzt ist sie richtig stolz auf mich", sagt Teresa G. in einem Imagespot des Schnellrestaurants. Viele Unternehmen spielen in ihren Kampagnen bewusst mit Vorurteilen und ihrem Underdog-Image. "Du bist auf 'ner Party, sagst, dass du bei McDonald's arbeitest. Da gucken die so mitleidig", erzählt McDonald's-Manager Isa K. in einem Imagefilm. Der Restaurantleiter wirbt: "Hier zählt deine Leistung - wo du herkommst, ist egal."

Kommentare (1)

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Antilobby

17.12.2011, 20:19 Uhr

Wer will schon für 6-8 Euro pro Stunde arbeiten - und das noch an Feiertagen und am Wochenende?

Ich nicht. Ich arbeite gerne auch an den unschönen Tagen, aber dann bitte will ich was ab vom grossen Kuchen - nicht nur die Aktionäre....

Leute ausnutzen - das können sie - Kohle auf dem Rücken des kleinen Mannes und dann dumm schauen, wenn sich die Gewerkschaften, die zugegebenermassen gerade keinen Wert haben, quer stellen....

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