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04.01.2010

05:00 Uhr

Großkonzerne

Auslandsinvestoren stützen Dax-Firmen

VonUlf Sommer

Mehr als die Hälfte des Aktienkapitals der größten deutschen börsennotierten Konzerne ist in ausländischer Hand. In der Wirtschaftskrise erweist sich dies für viele Unternehmen zunehmend als Rettungsanker. Häufigste Großaktionäre sind die amerikanische Beteiligungsgesellschaft Capital Research und der weltgrößte Vermögensverwalter Black Rock.

Die deutschen Dax-Werte sind bei ausländischen Investoren gefragt. Reuters

Die deutschen Dax-Werte sind bei ausländischen Investoren gefragt.

DÜSSELDORF. Die Attraktivität der großen Dax-Werte bei ausländischen Investoren zahlt sich in der Krise aus. So haben nach Berechnungen des Handelsblatts etliche große deutsche Konzerne trotz Wirtschaftseinbruchs und Kursturbulenzen den Anteil ausländischer Aktionäre noch gesteigert. Insgesamt blieb damit der Anteil ausländischer Investoren am Aktienbesitz der 30 Dax-Konzerne bei beachtlichen 51,6 Prozent. Vor acht Jahren war es nur ein Drittel.

Gerade in schwierigen Zeiten erweisen sich ausländische Ankeraktionäre, darunter Staatsfonds und langfristig orientierte Finanzinvestoren, damit als stabilisierend. "Investoren agieren angesichts der Globalisierung immer internationaler. Deshalb dürfte sich der Ausländeranteil an deutschen Aktien mittelfristig weiter erhöhen", sagt Franz-Josef Leven vom Deutschen Aktieninstitut. Der Trend, dass immer mehr ausländische Investoren auf die exportstarken deutschen Firmen setzten, sei noch lange nicht zu Ende. Laut Zahlungsbilanz der Deutschen Bundesbank investierten ausländische Anleger in den ersten drei Quartalen 2009 netto 7,1 Mrd. Euro in den deutschen Aktienmarkt. Das entspricht dem Börsenwert von Adidas.

Beispiel Daimler: Inmitten der Absatzkrise und trotz tiefroter Zahlen kaufte das Emirat Abu Dhabi über seinen Staatsfonds Aabar im Frühjahr für knapp zwei Mrd. Euro Daimler-Aktien zum Stückpreis von 20,27 Euro. Damit besitzt der Golfstaat 9,1 Prozent der Anteile - und der Auslandsanteil erhöhte sich bei Daimler binnen eines Jahres von 54 auf 62 Prozent.

Aabar bezeichnet seine Anlage ebenso wie die schon seit 1974 investierten Kuwaiter als langfristiges Engagement. Man könne dabei an 50 oder 100 Jahre denken, sagte Aabar-Vorstandschef Khadem al Qubaisi. Viele Spekulanten hatten bei Ausbruch der Finanzkrise im Nachbaremirat Dubai vergeblich auf fallende Kurse und einen Ausstieg des Ankerinvestors gewettet. Die Daimler-Aktie machte ihren kurzzeitigen 20-prozentigen Kursverlust rasch wieder wett. Sie notiert aktuell 85 Prozent höher als beim Aabar-Einstieg.

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