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08.08.2013

00:48 Uhr

Groupon im Aufwind

Aktie des Schnäppchenportals steigt um 19 Prozent

Groupon hat durch das neue Führungsgespann wieder Aufwind bekommen. Die Aktie des Online-Schnäppchenportals stieg um 19 Prozent. Die Strategie des Interimschefs Lefkofsky ging auf.

Die Aktie des Online-Schnäppchenportals Groupon stieg um 19 Prozent. dpa

Die Aktie des Online-Schnäppchenportals Groupon stieg um 19 Prozent.

San FranciscoDas neue Groupon-Führungsduo beweist weiterhin ein glückliches Händchen. Das zwischenzeitlich in Bedrängnis geratene Portal konnte vor allem im nordamerikanischen Heimatmarkt zuletzt mehr Schnäppchen verkaufen. Dazu beigetragen hat auch die Verbreitung von Smartphones und Tablet-Computern. Mittlerweile werden in Nordamerika die Hälfte aller Einkäufe von diesen mobilen Geräten aus getätigt. Die Aktie stieg am Mittwoch nachbörslich um 18 Prozent.

„Nach zwei Quartalen im Job bin ich zufrieden mit den Fortschritten, die wir in solch einer kurzen Zeit gemacht haben“, sagte Mitgründer Eric Lefkofsky am Sitz in Chicago. Der Vorsitzende des Verwaltungsrats hatte zusammen mit seinem Stellvertreter Ted Leonsis die Geschäfte übernommen, nachdem sein Kompagnon Andrew Mason im Februar wegen Erfolglosigkeit gefeuert worden war. Lefkofsky wurde nun zum alleinigen Firmenchef bestellt, während Leonsis den Vorsitz im Verwaltungsrat übernimmt. Er ist damit oberster Kontrolleur.

Lefkofskys Strategie rückte die Nutzer von Mobilgeräten wie Smartphones und Tablets in den Mittelpunkt. Sie brachten zuletzt 50 Prozent des Umsatzes. Im Vorjahr waren es 30 Prozent.

Was den Deutschen beim Online-Shopping wichtig ist

Zahlungsmethode

„Die von mir bevorzugte Zahlungsmöglichkeit aus­wählen zu können“ nennt mit 87 Prozent eine über­wältigende Mehrheit der Deutschen als wesentliche Anforderung beim Online-Einkauf. Die klassische Rechnung ist dabei nach wie vor das beliebteste Zahlungsmittel. Paypal und Lastschrift/Bankeinzug stehen ebenfalls hoch im Kurs.

Retouren

Unkomplizierte Rücksendemöglichkeiten fordern 80 Prozent der Befragten von ihren Online-Händlern.

Tempo

Besonders geduldig sind die Deutschen nicht, wenn es um ihre Online-Einkäufe geht. Eine schnelle Lieferung ist 80 Prozent der Befragten wichtig.

Lieferkosten

Am besten umsonst: 77 Prozent der Befragten fordern eine kostenlose Lieferung ihrer Ware.

Schnäppchenjäger

Auf das Gefühl, den besten Preis gefunden zu haben, legen 77 Prozent der deutschen Online-Shopper Wert.

Transparenz

75 Prozent der Befragten in Deutschland ist eine transparente Darstellung der Lieferbedingungen wichtig.

Informationen

Die Auswahl an Produkten im Online-Handel ist enorm. Über das gesamte Angebotsspektrum wollen sich 74 Prozent der Befragten gut informiert fühlen.

Produktpräsentation

Vor allem wer viel Geld dafür ausgibt möchte sich die Ware vorher ganz genau ansehen – und das nicht nur im Laden sondern auch online. Eine anschauliche Darstellung des Produkts ist 64 Prozent der Befragten wichtig.

Versandunternehmen

Dass das Versandunternehmen ihm bekannt ist bzw. dass er es vertrauenswürdig findet, erwarten 62 Prozent der deutschen Online-Einkäufer. Elf Prozent der Befragten machen den Einkauf sogar vom Versandunternehmen abhängig. Konkret möchten 30 Prozent der Online-Shopper in Deutschland von DHL beliefert werden, 13 Prozent nannten Hermes.

Nachverfolgung

Sie wollen ganz genau wissen wann ihre Ware wo ist, und wann sie sie endlich in den Händen halten können. 61 Prozent der Befragten wollen daher die Möglichkeit haben, ihre Sendung online nachzuverfolgen.

Flexibilität

Flexible Lieferung ist für 51 Prozent der Befragten wichtig. Wunsch-Lieferkonzepte stehen dabei hoch im Kurs. Jeder Fünfte möch­te wählen können, wo und wann sein Paket zugestellt wird – beispiels­weise bei einem Nachbarn, einer Packstation oder an einem bestimmten Wunschtag. Jeder Vierte der befragten Online-Shopper ist als Kunde bei einer DHL-Packstation registriert.

Quelle: Studie im Auftrag der Deutschen Post: Einkaufen 4.0  - der Einfluss von E-Commerce auf Lebensqualität und Einkaufsverhalten

Im zweiten Quartal stieg der Umsatz von Groupon um 7 Prozent auf 609 Millionen Dollar (457 Mio Euro). Die Analystenerwartungen lagen bei 606,2 Million Dollar. Das Wachstum kam aus Nordamerika, dem Stammmarkt des Unternehmens. In den USA und Kanada wuchsen die Umsätze um 45 Prozent und kompensierten damit den 24-prozentigen Rückgang in Europa, Nahost und Afrika sowie das Umsatzminus von 26 Prozent in den anderen Teilen der Welt.

Allerdings legten auch die Kosten kräftig zu, so dass am Ende ein Verlust von unterm Strich annähernd 8 Millionen Dollar herauskam. Vor einem Jahr hatte Groupon noch gut 28 Millionen Dollar verdient. Jedoch war gleichzeitig das Wachstum ins Stocken geraten, was die Anleger in Scharen flüchten ließ. Seit dem Amtsantritt des neuen Führungsgespanns hat sich der Aktienkurs in etwa verdoppelt.

Auf der Ergebnisseite stand im zweiten Vierteljahr ein Nettoverlust von 7,6 Millionen Dollar oder ein Cent pro Aktie. Vor Jahresfrist stand ein Gewinn von 28,4 Million Dollar oder vier Cent je Aktie zu Buche. Ohne Sonderposten erreichte Groupon einen Gewinn von zwei Cent je Anteilsschein und lag damit im Rahmen der Erwartungen.

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