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03.01.2013

16:37 Uhr

Gründe unbekannt

Unister-Gründer zieht sich zurück

Beim Leipziger Internet-Unternehmen Unister geht es drunter und drüber: Mitten in den Ermittlungen wegen möglicher Steuerhinterziehung und illegaler Geschäftemacherei räumt Gründer Thomas Wagner den Chefposten.

Die sächsische Generalstaatsanwaltschaft ermittelt gegen Unister unter anderem wegen Steuerhinterziehung. Jetzt räumt Gründer Thomas Wagner seinen Chefposten. dpa

Die sächsische Generalstaatsanwaltschaft ermittelt gegen Unister unter anderem wegen Steuerhinterziehung. Jetzt räumt Gründer Thomas Wagner seinen Chefposten.

LeipzigDer Gründer des Leipziger Internet-Unternehmens Unister, Thomas Wagner, räumt inmitten von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft den Chefposten. Er werde in den kommenden Wochen von der Position des operativen Geschäftsführers in eine strategisch ausgerichtete Funktion wechseln, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Gegen Unister ermittelt die sächsische Generalstaatsanwaltschaft wegen des Vorwurfs illegaler Geschäftemacherei und Steuerhinterziehung.

Drei Führungskräfte waren nach Hausdurchsuchungen im Dezember 2012 in Untersuchungshaft gekommen, sind inzwischen aber gegen Auflagen wieder frei. Medienberichten zufolge gehörte auch Wagner selbst dazu, weder Ermittler noch das Unternehmen haben dies aber bislang bestätigt. Unister betreibt unter anderem Reise-Portale wie ab-in-den-urlaub.de und fluege.de. Das Unternehmen soll auf seinen Reise-Portalen unerlaubt Versicherungsprodukte angeboten haben.

Ob der Führungswechsel im Zusammenhang mit den jüngsten Ereignissen steht, war nicht zu erfahren. Wagner wechsele in die Funktion des Direktors für Strategie und Produkteinwicklung, teilte Unister mit. Sein Nachfolger als operativer Geschäftsführer werde in Kürze bekanntgegeben. Wagner selbst konzentriere sich dann mehr auf den Bereich Unternehmensentwicklung. Erstmals in der zehnjährigen Geschichte werde künftig kein Gründungsmitglied mehr auf dem Chefsessel sitzen. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben 1900 Mitarbeiter.

Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt derweil weiter. Nachdem das Amtsgericht Dresden vor Weihnachten zwei Manager gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt hatte, legte die Behörde Beschwerde ein. Wann das Landgericht darüber entscheiden werde, sei noch offen, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Wolfgang Klein. Ein Termin stehe noch nicht fest. Der dritte Manager war erst nach Weihnachten freigekommen. Ob auch hier Beschwerde eingelegt wird, werde noch geprüft.

Von

dpa

Kommentare (3)

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flyingfridge

03.01.2013, 16:57 Uhr

"Strategie und Produktentwicklung" heißt er entwickelt Konzepte, wie man Abzocke und verdeckte Gebühren noch besser verstecken kann? Allein solche fälschlich eingeblendeten "Nur noch 1 Zimmer verfügbar"-Nachrichten, um Kunden zur Reservierung zu drängen, erfüllen in meinen Augen des juristischen Laien alle Sachverhalte des Paragraphen 263 StGB Betrug. Aber wie immer, die Großen lässt man laufen.

anonym

03.01.2013, 19:52 Uhr

Was ist "Funktion des Direktors für Strategie und Produkteinwicklung"? Bekomme ich den Flug jetzt schön verpackt zugeschickt?
Außerdem würde ich meine Vorposter bitten die Behauptung mit dem Zimmer zu belegen bzw. die Redaktion vom Handelsblatt Online diesen Kommentar zu löschen. Sonst § 187 StGB Verläumdung.

flyingfridge

04.01.2013, 09:05 Uhr

Zwar keine Belege, aber glaubwürdigere Quellen als ich es bin:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Neue-Vorwuerfe-gegen-Reiseportalbetreiber-Unister-2-Update-1629861.html
http://www.computerbild.de/artikel/cb-Aktuell-Internet-Unister-Tricks-Abzocke-7596893.html

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