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02.12.2013

11:26 Uhr

Grünes Licht vom Regulierer

Post erhöht Briefporto

Nun ist es amtlich: Im kommenden Jahr darf die Deutsche Post ihr Briefporto erneut erhöhen. Die Bundesnetzagentur gab nun grünes Licht. Erst zu Jahresbeginn hatte die Post das Briefporto angehoben.

Nach der Zusage der Bundesnetzagentur zur erneuten Preiserhöhung stieg die Aktie der Deutschen Post an. dpa

Nach der Zusage der Bundesnetzagentur zur erneuten Preiserhöhung stieg die Aktie der Deutschen Post an.

DüsseldorfDie Verbraucher in Deutschland müssen im kommenden Jahr erneut mehr für ihre Briefe zahlen. Die Bundesnetzagentur gab der Deutschen Post grünes Licht für ihre Pläne, das Porto für den Standardbrief von derzeit 58 Cent zum 1. Januar 2014 auf 60 Cent zu erhöhen. Analysten erwarten, dass dies rund 50 Millionen Euro mehr Gewinn in die Kassen der Post spülen wird. Auch bei Zusatzleistungen rund um das Einschreiben drehen die Bonner an der Preisschraube. Bei internationalen Briefsendungen steigt der Preis für den Maxibrief (über 1.000 bis 2.000 Gramm Gewicht) um zehn Cent von jetzt 16,90 auf 17 Euro. Erst zu Jahresbeginn hatte die Post das Briefporto angehoben. Aber auch bei Express-Sendungen will der Konzern stärker zulangen. Post-Aktien legten in einem kaum veränderten Gesamtmarkt um 0,8 Prozent auf 26,22 Euro zu.

Wo Pakete am Wunschtermin kommen

Deutsche Post DHL

Die Deutsche Post will künftig allen Paketempfängern den Lieferzeitpunkt auf vier Stunden genau mitteilen. Kunden erhalten am Vortag der Zustellung eine E-Mail, in der das Zeitfenster genannt wird. Dafür gibt der Absender des Pakets, zum Beispiel ein Onlineshop die E-Mail-Adresse des Empfängers an DHL weiter. Über das Portal Paket.de können Empfänger auch Wunschtag und Wunschort für die Lieferung festlegen, müssen sich hierfür allerdings registrieren. DHL bietet Versendern außerdem kostenpflichtig an, Pakete per Expresszustellung vor einer bestimmten Uhrzeit zu liefern. Bei den Selbstbedienungs-Packstationen des Konzerns können Kunden rund um die Uhr ihre Lieferungen abholen.

GLS

Der Paketlieferant kann den Zustellzeitpunkt für Empfänger zwischen einer und vier Stunden eingrenzen - je nachdem, wie dicht besiedelt das Liefergebiet ist. Meist kann das Unternehmen nach eigenen Angaben den Liefertermin auf zwei Stunden genau vorhersagen. Das Angebot ist für den Versender kostenfrei. Kann ein Paket weder dem Empfänger direkt zugestellt, noch einem Nachbarn übergeben werden, geht es zur Abholung durch den Kunden in einen Paketshop.

DPD

DPD bietet Versendern die kostenpflichtige Möglichkeit, ein Zeitfenster für Paketlieferungen festzulegen. Dieses Zeitfenster beläuft sich nach Angaben des Unternehmens „auf bis zu drei Stunden“, soll aber künftig nur noch 30 Minuten betragen. Empfänger werden am Zustelltag per SMS oder E-Mail über den erwartbaren Zustellzeitpunkt informiert. Alternativ bietet DPD Empfängern an, sich Pakete in einen DPD-Paketshop in der Nähe schicken zu lassen anstatt an die eigene Adresse.

UPS

Der Paketdienst UPS nennt Empfängern bei Standardsendungen kein bestimmtes Zeitfenster für die Lieferung. Die Zustellung erfolgt demnach "üblicherweise zwischen 09.00 und 17.00 Uhr (und manchmal später) an Privathaushalte". Bis zu drei Zustellversuche würden unternommen, Wochenenden und Feiertage sind bei der Zustellung ausgeschlossen. Als Service können Versender die Expresszustellung vor einer bestimmten Uhrzeit hinzu buchen, wie etwa vor 09.00 Uhr oder vor 10.30 Uhr, ebenso wie teils auch die Samstagszustellung.

Hermes

Der Zustelldienst des Versandhändlers Otto will Empfängern ab kommendem Jahr auf ein bis zwei Stunden genau mitteilen, wann sie beliefert werden. Auch will das Unternehmen künftig verstärkt nach Feierabend liefern, wie Hermes-Chef Hanjo Schneider dem "Handelsblatt" im Februar sagte. Bislang liefert Hermes nach eigenen Angaben von montags bis samstags zwischen acht und 20.00 Uhr. Ein bestimmtes Zeitfenster für die Lieferung ist nach Firmenangaben bislang nicht möglich. Auch Hermes leitet Sendungen auf Wunsch der Empfänger in Paketshops weiter.

„Die von der Antragstellerin mit Antrag vom 15.11.2013 zur Genehmigung vorgelegten Entgelte werden (..) genehmigt“, teilte die für Postdienstleistungen zuständige Beschlusskammer der Bundesnetzagentur mit. Diese muss als Regulierer des Postmarktes die Briefpreise der Post genehmigen. Dass die Behörde dem aktuellen Preisantrag der Post zustimmt, hatte sich abgezeichnet. Denn die Bundesnetzagentur hatte bereits im Oktober die Weichen für Portoerhöhungen gestellt und einen Vorschlag zur Preisregulierung vorgelegt, der dem Dax-Konzern für die kommenden fünf Jahre deutlich mehr Spielraum für Preiserhöhungen gibt.

Schon seit Jahresbeginn hatte die Post erstmals seit 15 Jahren die Verbraucher beim klassischen Briefporto stärker zur Kasse gebeten. Den Preis für den Standardbrief bis 20 Gramm hatte der Konzern von 55 Cent auf 58 Cent erhöht. Die Bonner sind in Deutschland das einzige Unternehmen, das die flächendeckende Versorgung der Verbraucher mit Briefen sicherstellt. Wettbewerber wie TNT Post konzentrieren sich auf die Verteilung von lukrativen Massensendungen in Ballungsräumen.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

02.12.2013, 12:26 Uhr

Die Post erhöht - schon wieder - das Porto.
In diesem Jahr von 55 Cent auf 58 Cent, das entspricht einer Erhöhung von 5,5%.
Im nächsten Jahr 58 Cent auf 60 Cent, das entspricht einer Erhöhung von 3,5%.
Aber auch andere Gebühren steigen.

Account gelöscht!

02.12.2013, 14:40 Uhr

Und da wundern sie sich, warum immer weniger Briefe verschickt werden? Im Übrigen kann man auch anderweitig Kosten sparen (und damit den Umsatz erhöhen). In Neuseeland zum Bespiel ist im Gespräch, die Briefzustellung von 5 auf 4 Tage die Woche zu verringern. Vielleicht sollte man das hier auch mal überlegen, bevor man schon wieder mal das Porto erhöht.

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