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15.10.2013

11:13 Uhr

GSW-Immobilien

Anleger entscheiden über Millionendeal

Deutsche Wohnen und GSW wollen einvernehmlich fusionieren – jetzt müssen die GSW-Aktionäre bis Ende Oktober darüber abstimmen. In den nächsten Wochen wird ausgelotet, wie groß der Umfang des Stellenabbaus sein wird.

Auch das Kartellamt hat keine Einwände gegen die Fusion mit der Deutsche Wohnen. Reuters

Auch das Kartellamt hat keine Einwände gegen die Fusion mit der Deutsche Wohnen.

FrankfurtDie Milliardenfusion der Immobilienkonzerne Deutsche Wohnen und GSW rückt in greifbare Nähe. Nach wochenlangen Verhandlungen einigten sich die Manager beider Firmen auf einen einvernehmlichen Zusammenschluss zum zweitgrößten börsennotierten Wohnungskonzern hierzulande nach der Deutschen Annington. Jetzt hängt das Projekt nur noch am Votum der GSW-Aktionäre, die bis Ende Oktober abstimmen müssen. Viele dürften sich erfahrungsgemäß erst am Ende der Frist entscheiden. „Wir empfehlen, die Offerte anzunehmen”, sagte GSW-Co-Vorstandschef Andreas Segal am Dienstag in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Sein Kollege Jörg Schwagenscheidt ergänzte: „Die Gespräche mit der Deutschen Wohnen laufen konstruktiv und fair.”

Ein Zusammengehen der Konzerne war am Markt seit längerem erwartet worden. Ein Großteil der insgesamt 150.000 Wohnungen liegt in Berlin, entsprechend groß ist das Synergiepotenzial. Im August preschte Deutsche Wohnen vor und kündigte ein damals rund 1,8 Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot für die GSW an - zunächst zur großen Überraschung des GSW-Managements, das sich bis zu dieser Woche mit einer Empfehlung zurückhielt. Die Transaktion soll komplett über einen Aktiontausch abgewickelt werden. Inzwischen ist der Deal noch rund 1,7 Milliarden Euro schwer: Die GSW-Aktionäre erhalten für 20 ihrer Aktien 51 neue Deutsche-Wohnen-Papiere, Bares fließt nicht.

Geht alles glatt, wäre die Übernahme im ersten Halbjahr 2014 abgeschlossen. Dafür müssen aber 75 Prozent der GSW-Eigner zustimmen. Die Deutsche-Wohnen-Aktionäre hatten die Pläne, die für sie mit einer Kapitalerhöhung einhergehen, bereits im September abgesegnet. Das Kartellamt hat keine Einwände. An der Börse herrschte am Dienstag Optimismus: Die Papiere beider Firmen notierten leicht im Plus.

Die „neue” Deutsche Wohnen käme auf eine Marktkapitalisierung von rund vier Milliarden Euro, würde im europäischen Vergleich ein großes Stück zu den Top-5 aufschließen und damit leichter an das Kapital ausländischer Investoren kommen, wie Vorstandschef Michael Zahn immer wieder betont. Er soll künftig auch den Vorstandsvorsitz der GSW übernehmen.

Das sind Deutschlands Immobilienriesen

Platz 6: GAG

Die GAG Immobilien AG bewirtschaftet rund 42.000 Wohnungen. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben der größte Vermieter in Köln. Die GAG verwalte damit 2,8 Millionen Quadratmeter Wohnfläche.

Platz 5: GSW

Die GSW Immobilien kommt auf 60.000 Wohnungen. Das Unternehmen ist börsennotiert und wurde im Jahr 1924 gegründet. Schwerpunkt der Arbeit ist Berlin, die GSW ist dort nach eigenen Angaben „ein führendes privates Wohnimmobilienunternehmen“.

Platz 4: TAG

Die TAG Immobilien AG kommt auf Platz vier der deutschen Wohnungsriesen. Das Unternehmen verwaltet 68.781 Wohnungen. Hauptstandorte sind nach eigenen Angaben die Großräume Hamburg und Berlin, die Region Salzgitter, Thüringen/Sachsen sowie Nordrhein-Westfalen. Sitz der TAG ist Hamburg.

Platz 3: Deutsche Wohnen

Die Deutsche Wohnen mit Sitz in Berlin bewirtschaftete im April 2013 insgesamt 82.500 Wohnungen. Aktuell gibt das börsennotierte Unternehmen die Zahl der Wohnimmobilien mit rund 89.500 an. Schwerpunkt ist der Großraum Berlin sowie das Rhein-Main-Gebiet, Rheinland, Hannover, Braunschweig, Magdeburg.

Platz 2: Gagfah

Die Gagfah Gruppe mit Sitz in Essen ist die Nummer zwei der Wohnimmobilien-Unternehmen in Deutschland. Im April bewirtschaftete das Unternehmen 145.000 eigene Mietwohnungen und 13.000 für Dritte verwaltete Wohnungen. Aktuell gibt das Unternehmen sogar 35.000 für Dritte verwaltete Wohnungen an.

Platz 1: Deutsche Annington

Die Deutsche Annington erregte mit dem Börsengang im Juli 2013 zuletzt großes Aufsehen. Das Bochumer Immobilienunternehmen bewirtschaftet 210.000 Wohnungen - davon 180.000 eigene. Die Deutsche Annington stieg im Jahr 2005 auf, als sie die Viterra AG mit 138.000 Wohnungen von Eon erwarb.

Die Aktionäre lockt er mit dem Versprechen, ab dem Geschäftsjahr 2014 etwa 60 Prozent des operativen Ergebnisses (FFO) als Dividende auszuschütten - bei der Deutschen Wohnen lag die Quote bislang bei 50 Prozent, bei der GSW bei 65 Prozent. Für die rund 800 Mitarbeiter, die beide Unternehmen im Immobiliengeschäft beschäftigen, ist die Fusion dagegen ein zweischneidiges Schwert: Die „neue” Deutsche Wohnen wäre zwar ein rasant wachsendes Schwergewicht auf dem hiesigen Markt. Doch um die versprochenen jährlichen Einsparungen von 25 Millionen Euro zu schaffen, muss das Management auch personelle Überlappungen reduzieren. „Wir werden uns in den kommenden Monaten genau anschauen, wie die Struktur des künftigen Unternehmens aussieht”, räumte GSW-Vorstand Schwagenscheidt ein: „Ein Stellenabbau ist nicht ausgeschlossen. Wir können ihn zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht genau beziffern.”

Von

rtr

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