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14.02.2011

11:49 Uhr

Guido Kerkhoff

Der Europachef der Telekom tritt ab

VonSandra Louven

Die Deutsche Telekom muss in Zukunft ohne den jüngsten ihrer sieben Konzernvorstände auskommen: Europa-Chef Guido Kerkhoff wird das Unternehmen verlassen. Was den 43-Jährigen letztlich dazu veranlasste, ist allerdings unklar.

Guido Kerkhoff: Der Europachef der Telekom verlässt den Konzern. Quelle: dapd

Guido Kerkhoff: Der Europachef der Telekom verlässt den Konzern.

DüsseldorfAls die 1 000 Top-Führungskräfte der Deutschen Telekom vergangene Woche zu ihrem jährlichen Treffen zusammenkamen, konnte man Europa-Chef Guido Kerkhoff ansehen, dass etwas nicht stimmt. „Er sah angeschlagen aus und wirkte so, als ob ihn das alles nichts mehr angehen würde“, berichtet ein Teilnehmer.

Das Gefühl trog nicht: Kerkhoff, der jüngste der sieben Konzernvorstände, wird die Telekom verlassen. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen. Er hat eine neue Stelle und kehrt in sein Fachgebiet Finanzen zurück. Kerkhoff war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Die Telekom erklärte, dass man sich zu Personalfragen grundsätzlich nicht äußere.

Kerkhoff ist eine zentrale Figur im Konzern, verantwortlich für die 13 europäischen Auslandstöchter und insgesamt 65 000 Mitarbeiter. Die Region gilt nach dem größten Auslandsmarkt USA als wichtigste Wachstumshoffnung – trotz vieler Probleme und aktueller Einbrüche.

Unklar ist, was den Ausschlag für den Abgang des 43-Jährigen gab. Vertraute sagen, er wolle mit dem eng verbundenen Duo aus Telekom-Chef René Obermann und Finanzchef Timotheus Höttges nicht mehr arbeiten. Kerkhoff, der lange als rechte Hand des ehemaligen Finanzvorstands Karl-Gerhard Eick gearbeitet hatte, galt bei dessen Abgang im Frühjahr 2009 als Kandidat für den Posten. Doch Obermann zog seinen langjährigen Vertrauten und Freund Höttges vor. Um den als hochintelligent geschätzten Kerkhoff nicht zu verlieren, gab er ihm die neu geschaffene Stelle des Chefs für Südosteuropa, später erweitert auf alle europäischen Länder.

Doch auf dieser Position reüssierte Kerkhoff nicht so recht. Seit seinem Amtsantritt hält sich die Kritik, dass es dem brillanten Finanzexperten an Gespür und Menschenkenntnis fehle. Vor allem die selbstbewussten Länderfürsten im Osten machten, was sie wollten und nähmen Kerkhoff nicht ernst, heißt es.

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