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18.01.2011

20:56 Uhr

Gute Beziehungen

Schröder-Köpf und die Hannover-Connection

VonOliver Stock

Doris Schröder-Köpf, die Frau von Ex-Kanzler Gerhard Schröder, rückt bei Karstadt in den Aufsichtsrat. Solange es inhaltlich noch wenig Neues über das Warenhaus zu berichten gibt, lassen sich so wenigstens die Personalienspalten füllen. Und obendrein bedeutet das Engagement der gelernten Journalistin einen weiteren Punkt für die Hannover-Connection.

Doris Schröder-Köpf: Die 47-Jährige war die erste Kanzlergattin, die ein eigenes Büro im Berliner Machtzentrum ihres Mannes bezog. dpa

Doris Schröder-Köpf: Die 47-Jährige war die erste Kanzlergattin, die ein eigenes Büro im Berliner Machtzentrum ihres Mannes bezog.

FRANKFURT. Am Dienstag war so ein Tag, an dem Doris Schröder-Köpf mal wieder viel telefonieren musste. Ob sie als Ehegattin des ehemaligen Kanzlers vielleicht zu ihren Vorstellungen in Sachen Karstadt, wo sie seit dieser Woche im Aufsichtsrat sitzt, etwas sagen möchte? Nein, beschied sie, das wolle sie Karstadt-Chef Andrew Jennings überlassen, der allerdings noch zu neu im Amt ist, um etwas Handfestes zu berichten.

Ob ihr Mann ihr zu dem Job verholfen habe? Auch dazu wollte sie andere sprechen lassen. Die bestätigten dann, dass sich Karstadt-Investor Nicolas Berggruen und Gerhard Schröder kennen und schätzen, seitdem der Ex-Kanzler Mitglied im Rat des New Yorker Nicolas Berggruen Institutes ist, das Regierungen wie jüngst die des Pleitestaats Kalifornien berät.

Und auf die letzte Frage, was sie an Erfahrung einbringe, konnte sie auf ihren neuen Kollegen Alain Caparros, Rewe-Chef und Aufsichtsratsvorsitzender bei Karstadt, verweisen: Schröder-Köpf werde dem Unternehmen mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung "zusätzliche wichtige Perspektiven geben".

So, so. Tatsächlich hat Berggruen mit seinem Vorschlag, die 47-jährige gelernte Journalistin ins Kontrollgremium zu wählen, einen Aufmerksamkeitspunkt erzielt. Solange es inhaltlich noch wenig Neues von Karstadt zu berichten gibt, lassen sich so wenigstens die Personalienspalten füllen. Denn dazu taugt die zierliche Frau allemal. Sie war die erste Kanzlergattin, die ein eigenes Büro im Berliner Machtzentrum ihres Mannes bezog, von wo aus sie Politik- und Eheberatung gleichermaßen betrieb. Sie war die berühmteste alleinerziehende Mutter der Nation, bevor sie die berühmteste Adoptivmutter des Landes wurde.

Und apropos Mutter der Nation: Mit ihrer Nachfolgerin von der anderen Partei in der öffentlichen Mutterrolle, Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, verbindet die gebürtige Bayerin, dass sie inzwischen nicht mehr wegzudenken ist in jenem erfolgreichen Hannover-Geflecht, dem Deutschland mit Schröder erst einen Kanzler und mit Christian Wulff nun auch noch einen Bundespräsidenten zu verdanken hat. Im weitläufigen heimatlichen Bekanntenkreis der Schröders tummeln sich auch die Maschmeyers. Der Gründer des Versicherungsvertriebs AWD, Carsten Maschmeyer, ist ein Mann, der eine gute Investition nicht scheut und auch über das nötige liquide Kapital dazu verfügt. Darin ist er wiederum Berggruen nicht unähnlich. Wer weiß also, was sich da noch zusammenfindet.

Kommentare (15)

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Margrit Steer

18.01.2011, 22:13 Uhr

Mein Sohn sagt auch immer "Mama Du hast was fassch gemacht"
Ja so ist e swohl. ich hatte offenbar doch den falschen Mann.
Man muß hier im Land nur richtig heiraten und schon ist man "wer", kriegt Posten, die man eigentlich gar nicht ausfüllen kann, da man fachfremd ist.
Aber was solls, so läuft es halt und deswegen läuft auch so vieles verkehrt

Mariana Mayer

18.01.2011, 22:21 Uhr

Margrit steer, sie bemerken auch wirklich alles.

Hans

18.01.2011, 22:48 Uhr

à propos Maschmeyer

http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentid=6239032

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