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12.12.2013

14:18 Uhr

Halbleitersparte

Gewinne des Optik-Konzerns Zeiss schmelzen

Der Optikexperte Zeiss muss im abgelaufenen Geschäftsjahr einen kräftigen Gewinnrückgang verkraften. Der Grund ist das schwankende Halbleitergeschäft. Eine andere Sparte hingegen stützt den Konzern.

Ein medizinisches Mikroskop von Zeiss: Im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn des Unternehmens noch bei 250 Millionen Euro gelegen. dpa

Ein medizinisches Mikroskop von Zeiss: Im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn des Unternehmens noch bei 250 Millionen Euro gelegen.

Stuttgart/ OberkochenDas schwache Halbleiter-Geschäft lässt beim Optik-Konzern Carl Zeiss den Gewinn schmelzen. Das Konzernergebnis sank im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012/2013 auf 193 Millionen Euro, wie Vorstandschef Michael Kaschke am Donnerstag in Stuttgart berichtete. Im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn zum Stichtag (30. September) noch bei 250 Millionen Euro gelegen.

Die Branche habe sich in der zweiten Jahreshälfte jedoch wiederbelebt. „Die Sparte zeigt wieder Aufwind“, sagte Kaschke. Außerdem drückten hohe Investitionen in den Ausbau der Standorte auf das Ergebnis.

Im laufenden Geschäftsjahr geht das Unternehmen aber von einem leichten Wachstum bei Ergebnis und Umsatz aus. Das anziehende Halbleitergeschäft werde sich in den nächsten sechs Monaten fortsetzen, sagte Kaschke. Zeiss profitiere dabei vom Boom bei Smartphones und Tabletcomputern. Das Stiftungsunternehmen stellt Apparate her, mit denen die Halbleiterbranche etwa Mikrochips produziert.

Die Probleme im Bereich der Halbleiter konnte die Zeiss-Gruppe mit anderen Sparten teilweise ausgleichen. Das Stiftungsunternehmen mit Sitz im ostwürttembergischen Oberkochen legte beim Umsatz im vergangenen Jahr leicht auf 4,19 Milliarden Euro zu.

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Während die Erlöse in der Halbleitersparte um drei Prozent auf 934 Millionen zurückgingen, verzeichnete der Bereich industrielle Messtechnik ein Plus um sieben Prozent auf 528 Millionen Euro. Die Medizintechnik legte bei den Erlösen um fünf Prozent auf 1,03 Milliarden Euro zu. Damit ist dieser Bereich zum ersten Mal der umsatzstärkste des Stiftungsunternehmen. Die traditionelle Augenoptiksparte lag mit 841 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahresniveau. Das Geschäft mit der Mikroskopie litt unter Sparzwängen bei der öffentlichen Hand. Der Umsatz ging um drei Prozent auf 629 Millionen Euro zurück.

In Deutschland wurden im vergangenen Geschäftsjahr 400 neue Stellen geschaffen - vor allem im Bereich Halbleiter, Medizin- und Messtechnik. Im Zuge dessen wurden rund 250 Leiharbeiter übernommen. Ende September beschäftigte Zeiss in Deutschland insgesamt 10.804 Menschen. Weltweit waren es 24.623 Männer und Frauen.

Von

dpa

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