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12.01.2017

10:24 Uhr

Hall of Fame der Familienunternehmen

Weitsichtig, radikal, nachhaltig

VonAnja Müller

Bereits zum neunten Mal hat das Handelsblatt wahre Pioniere der Wirtschaft ausgezeichnet. Die neuen Mitglieder der Hall of Fame der Familienunternehmen haben bewiesen, dass sie für unsichere Zeiten bestens gerüstet sind.

Mit einem Gruppenfoto und viel Applaus endete der offizielle Teil. Thorsten Jochim für Handelsblatt

Die Geehrten und ihre Laudatoren

Mit einem Gruppenfoto und viel Applaus endete der offizielle Teil.

MünchenDas Jahr 2017 verspricht für Familienunternehmer aufregend zu werden. Ein Superwahljahr in Deutschland und ein Familienunternehmer namens Donald Trump im Weißen Haus in Washington, von dem man noch nicht weiß, ob er seiner Spezies zur Ehre gereicht.

Dabei sei doch bereits das vergangene Jahr ziemlich innovativ und disruptiv gewesen, hob Gastgeber Gabor Steingart in seinem Abendbriefing im The Charles Hotel in München an. Und die rund 200 Familienunternehmer schmunzelten, als der Herausgeber und Geschäftsführer des Handelsblattes beschrieb, wie eine ganze Familie ins Weiße Haus einzieht. „Wer Immobilie kann, kann auch Weißes Haus, wer goldene Wasserhähne kann, kann auch CIA. Die Kinder werden reich bedacht, alles unter Vatis Aufsicht, und auch der Schwiegersohn wird einbezogen als Berater.“

Nikolaus und Baldwin Knauf: Global Gips

Nikolaus und Baldwin Knauf

Global Gips

Vom fränkischen Iphofen aus schufen Nikolaus und Baldwin Knauf ein Weltunternehmen. Ihr Rezept ist, familiäre Werte mit unternehmerischem Kampfgeist zu verbinden. So gelangten sie in der Baustoffindustrie nach oben.

Noch lauter lachten die Unternehmer, als Steingart beschrieb, was die deutschen Familiendynastien Piëch und Porsche vorgemacht hätten. Nämlich wie Transformation funktioniert: „Von der Produktion von Autos kamen sie in hoher Taktzahl zur Produktion von Schlagzeilen.“ Und zwar nicht mit Fake News, sondern echten Nachrichten am laufenden Band aus Wolfsburg. Man darf also gespannt auf das kommende Jahr blicken. Sicher ist nichts.

Doch die neuen Mitglieder, die am Mittwochabend in die Hall of Fame der Familienunternehmen eingezogen sind, haben bereits bewiesen, dass sie mit Unsicherheit gut umgehen können. Sie sind für ihre Mitarbeiter Kompass und Ideengeber zugleich. So wie die beiden Cousins Baldwin und Nikolaus Knauf. Sie sind ein Beispiel, dass Vetternwirtschaft kein Schimpfwort sein muss, sondern zwei erfolgreiche Unternehmerleben beschreibt.

Chronik Knauf Gips: Das Imperium der Gips-Könige

Chronik Knauf Gips

Das Imperium der Gips-Könige

Am Anfang stand eine Idee: Die beiden Brüder und Bergbau-Ingenieure Alfons und Karl Knauf waren zu Beginn der 1930er-Jahre fasziniert vom Rohstoff Gips. Heute ist Knauf weltweit auf allen fünf Kontinenten vertreten.

Zusammen schufen sie vom fränkischen Iphofen aus einen Weltkonzern mit einem Umsatz von 6,5 Milliarden Euro und waren nebenbei noch als Stadträte und Bürgermeister aktiv. Krisen, die es durchaus immer wieder gab, spornten sie immer wieder an, erklärte Stefan Heidbreder, Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen in seiner Laudatio: „Es waren Krisen, die das Unternehmen Knauf nicht nur stark, sondern auch jedes Mal größer und erfolgreicher gemacht haben.“

Beide traten Ende der 60er-Jahre in das Unternehmen ihrer Väter ein, sie saßen immer in einem Büro, sie waren ein Team. Eines, in dem jeder seine Rolle hat, wie es Baldwin Knauf einmal formulierte: „Ein gutes Auto braucht Bremse und Gaspedal. Gemeinsam haben wir dann gesteuert.“ Und auf die Frage von Moderatorin Judith Rakers, die charmant und einfühlsam durch den Festabend führte, wer denn nun in dem Spitzenduo Bremse und wer Gaspedal sei, zeigte Baldwin Knauf sogleich auf seinen Cousin Nikolaus. „ Er ist das Gaspedal.“

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