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14.01.2016

07:06 Uhr

Roland Mack

Ein Mann, ein Park

VonJoachim Hofer

Roland Mack stammt aus einer alten badischen Unternehmerfamilie. Dass er eines Tages den größten deutschen Freizeitpark führen würde, war dennoch nicht vorgezeichnet.

„Ist Roland Mack ein Patriarch? Keiner, der ihn kennengelernt oder gar mit ihm gearbeitet hat, würde das bestreiten“, schreibt sein Biograf Benno Stieber.

Roland Mack

„Ist Roland Mack ein Patriarch? Keiner, der ihn kennengelernt oder gar mit ihm gearbeitet hat, würde das bestreiten“, schreibt sein Biograf Benno Stieber.

RustDie Achterbahn „Blue Fire“ katapultiert die Fahrgäste in zweieinhalb Sekunden von null auf hundert. „Das schafft kein Porsche und auch nicht die Formel 1“, sagt Roland Mack stolz. So wie seine Achterbahnen, so ist auch der Patron. Immer in Bewegung, immer unter Strom. „Ich habe eine innere Unruhe“, beschreibt der Europapark-Chef sein umtriebiges Wesen, das ihn kaum still sitzen lässt. Jedes Jahr baut er neue Attraktionen, immer noch größer, noch schöner. „Wir haben noch nie etwas ausgesessen“, beschreibt Mack die Firmenphilosophie. „Wir haben uns immer selbst unter Druck gesetzt.“

Dass eines Tages mehr als fünf Millionen Besucher jedes Jahr die Drehkreuze seines Parks passieren würden, dass ihm fünf Hotels gehören und ein Zwei-Sterne-Restaurant, dass er einmal 3.500 Mitarbeiter beschäftigen würde, all das wäre Roland Mack Mitte der 1970er-Jahre bei allem Ehrgeiz nicht in den Sinn gekommen. Damals übernahm er gemeinsam mit Vater Franz einen heruntergekommenen, von Stechmücken verseuchten Märchenpark im badischen Dörfchen Rust; fernab aller Metropolen, irgendwo zwischen Karlsruhe und Freiburg.

Chronik Europa-Park: Wie Deutschlands größter Freizeitpark entstand

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Nur der Kölner Dom hat in Deutschland mehr Besucher: Seit über 40 Jahren glänzt der Europa-Park in Rust als eines der beliebtesten touristischen Ziele des Landes. Eine Erfolgsgeschichte aus der badischen Provinz.

Noch heute ist Mack enttäuscht von den Banken, die seinen Traum damals nicht geteilt haben. Lediglich die Volksbanken aus Waldkirch und Ettenheim ließen sich auf das Wagnis ein – und sind bis heute die Hausbanken. Auch die Geschäftswelt in Waldkirch und Rust war nicht bereit, das Vorhaben zu unterstützen. Letztlich waren es Familie, Freunde und Kunden, die sich beteiligen.

Aus dem Märchen wurde trotz der schlechten Ausgangslage Realität: Mit den Jahren schuf Mack Deutschlands größten Freizeitpark. Längst verdient der Unternehmer mit dem Europapark mehr Geld als mit dem ursprünglichen Stammgeschäft, der Achterbahn-Fabrik im nahen Waldkirch. Dennoch: Roland Mack reist nach wie vor regelmäßig durch die Welt, um die Fahrgeschäfte seiner Firma an andere Freizeitparks zu verkaufen. Die über 230-jährige Tradition als Hersteller sterben zu lassen, kommt für ihn überhaupt nicht in Frage.

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