Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.05.2014

12:09 Uhr

1,2 Milliarden Euro

Hauptstadtflughafen BER wird wohl noch teurer

BER und kein Ende: Auch wenn die Fertigstellung des Hauptstadtflughafens auch weiterhin nicht ansatzweise in Sicht ist, drohen gewaltige Mehrkosten. Zusätzlich 1,2 Milliarden Euro könnte das Großprojekt verschlingen.

Blick auf das Hauptterminal des Flughafens BER in Schönefeld (Brandenburg): Bislang liegen die Kosten bei insgesamt 4,3 Milliarden Euro. dpa

Blick auf das Hauptterminal des Flughafens BER in Schönefeld (Brandenburg): Bislang liegen die Kosten bei insgesamt 4,3 Milliarden Euro.

PotsdamFür die Fertigstellung des neuen Hauptstadtflughafens müssen die Eigentümer mit zusätzlichen Kosten von bis zu 1,2 Milliarden Euro rechnen. In der Aufsichtsratssitzung Anfang April sei ein Mehrbedarf in dieser Höhe erörtert worden, erklärte Finanzminister Christian Görke (Linke) am Donnerstag im Finanzausschuss des Potsdamer Landtags.

Die Flughafengesellschaft müsse diese Forderung allerdings noch ausführlich begründen, bevor darüber beraten werden könne. Bislang liegen die Kosten bei insgesamt 4,3 Milliarden Euro. Nach Angaben von Görke ist die Finanzierung des Flughafens bis ins kommende Jahr gesichert.

Der steinige Weg zum Hauptstadtflughafen

1990er Jahre

Januar 1992: Beginn der Planungen für den Flughafen mit dem Projektnamen Berlin Brandenburg International, BBI.
Juni 1996: Der Ausbau des Flughafens Schönefeld sowie die Schließung der Flughäfen Tegel und Tempelhof werden beschlossen.

2004-2005

August 2004: Das Genehmigungsverfahren für den BBI wird mit dem Planfeststellungsbeschluss abgeschlossen.
April 2005: Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhängt im Eilverfahren einen weitgehenden Baustopp.

2006-2008

März 2006: Das Gericht genehmigt in letzter Instanz den Bau des BBI unter verschärften Lärmschutzauflagen.
Juli 2008: Erster Spatenstich für das Flughafen-Terminal.
Oktober 2008: Nach 85 Jahren schließt der Flughafen Tempelhof.

2010-2011

Juni 2010: Unter anderem wegen der Pleite einer Planungsfirma wird die Eröffnung von Ende Oktober 2011 auf 3. Juni 2012 verschoben.
Oktober 2011: Das Bundesverwaltungsgericht gibt grünes Licht für nächtliche Flüge in Stunden am späten Abend und am frühen Morgen.

Januar 2012

Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung legt die umstrittenen künftigen Flugrouten fest.

Mai 2012

Vier Wochen vor dem Termin wird wegen Problemen mit der Brandschutzanlage die Eröffnung des Flughafens erneut abgesagt. Später wird Chefplaner Manfred Körtgen entlassen.

August 2012

Der Aufsichtsrat lässt - anders als geplant - weiter offen, ob der BER wirklich am 17. März 2013 eröffnet werden kann, und verschiebt die Entscheidung. Eine Finanzspritze soll den Flughafen vor der Zahlungsunfähigkeit retten.

September 2012

Auf Vorschlag des neuen Technikchefs Horst Amann wird die Eröffnung noch einmal verschoben und auf den 27. Oktober 2013 terminiert. Die Gesellschafter beschließen, 1,2 Milliarden Euro für Mehrkosten nachzuschießen.

Januar 2013

6. Januar: Es wird bekannt, dass der 27. Oktober als Eröffnungstermin nicht zu halten ist.
16. Januar: Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck übernimmt den Aufsichtsratsvorsitz von Berlins Regierungschef Klaus Wowereit (beide SPD). Der Aufsichtsrat entlässt Flughafenchef Rainer Schwarz. Bis ein Nachfolger gefunden ist, soll Technikchef Amann die Betreibergesellschaft führen.

Februar 2013

13. Februar: Der frühere Chef des Frankfurter Flughafens, Wilhelm Bender, soll Chefberater für die Geschäftsführung werden, kündigt Platzeck an. Bender war zunächst als neuer Flughafenchef im Gespräch.
19. Februar: Rot-Rot in Brandenburg will ein Volksbegehren für ein strengeres Nachtflugverbot mittragen und löst heftigen Streit mit Berlin aus.

März 2013

4. März: Bender wird nicht Chefberater des Flughafens. Er sagt nach Querelen hinter den Kulissen ab.
7. März: Die Idee, Technikchef Amann einen Berater zur Seite zu stellen, ist nach Angaben von Platzeck vorerst vom Tisch. Es solle zügig ein neuer Flughafenchef gefunden werden.
8. März: Der frühere Chef von Deutscher Bahn und Air Berlin, Hartmut Mehdorn, wird neuer Geschäftsführer der Flughafengesellschaft, teilt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) mit.

Von

dpa

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

08.05.2014, 12:36 Uhr

Steuergeldverschwendung als Straftatbestand einführen und genauso hart und konsequent verfolgen wie Steuerhinterzieher!

Es ist im äußersten Maß unsozial, dass hart erarbeitete Steuergelder straflos (!!!) verschwendet und verschenkt werden!

Der Straftatbestand der Steuergeldverschwendung würde gleichzeitig auch die "Vetternwirtschaft" in der Politik und ÖD reduzieren!

Account gelöscht!

08.05.2014, 14:40 Uhr

Zur Zeit werden ja keine Steuergelder verschwendet, sondern das Versprechen auf zukünftige Steuergelder werden bei Banken gegen Bares eingetauscht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×