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04.03.2013

16:13 Uhr

1300 Flüge abgesagt

Neue Streikwoche bei Iberia

Das Kabinen- und Bodenpersonal der spanischen Fluggesellschaft Iberia streikt auch diese Woche. Bis Freitag wird die Arbeit niedergelegt. Betroffen sind fast 1300 Flüge.

Die Mitarbeiter von Iberia streiken auch am Madrider Flughafen. Reuters

Die Mitarbeiter von Iberia streiken auch am Madrider Flughafen.

MadridBei der spanischen Fluggesellschaft Iberia hat am Montag eine neue Streikwoche begonnen. Die Gewerkschaften hatten die Beschäftigten des Kabinen- und Bodenpersonals aufgerufen, aus Protest gegen einen Sanierungsplan bis einschließlich Freitag (8. März) die Arbeit niederzulegen. Iberia und die Tochterunternehmen Vueling, Air Nostrum und Iberia Express sagten insgesamt fast 1300 Flüge ab.

Die Iberia-Töchter werden nicht direkt bestreikt, sind aber beim Handling auf die Dienste von Iberia angewiesen.

Die Rechte der Fluggäste bei Streiks

Stornierung und Umbuchung

Einen wegen Streiks gestrichenen Flug kann der Kunde stornieren, er bekommt dann sein Geld zurück. Wer trotzdem fliegen will, hat Anspruch auf einen späteren Flug. Das kann aber dauern, bis der Streik vorbei ist - und auch länger, da ein Rückstau entstehen könnte.

Verspätung

Bei Flügen bis zu 1500 Kilometern haben Fluggäste ab zwei Stunden Verspätung Anspruch auf Betreuungsleistungen - also Telefonate, Getränke, Mahlzeiten und gegebenenfalls eine Übernachtung im Hotel. Bei einer Strecke von 1500 bis 3500 Kilometern gibt es Unterstützung nach drei Stunden, ab 3500 Kilometern Strecke nach vier Stunden. Ab einer Wartezeit von fünf Stunden können Passagiere eine Erstattung des Flugpreises verlangen.

Pünktlichkeit

Auch bei einer großen absehbaren Verspätung sollten Passagiere immer zur ursprünglichen Abflugzeit am Flughafen sein. Es besteht sonst die Gefahr, dass die Fluggesellschaft doch früher einen Ersatzflug anbieten kann - und der Reisende ihn dann verpasst.

Entschädigung

Bei Annullierung, Überbuchung oder Verspätung ab drei Stunden haben Passagiere zwar laut EU-Verordnung Anspruch auf eine Entschädigung von bis zu 600 Euro - aber nur, wenn kein „außergewöhnlicher“ Umstand daran schuld ist. Die Fluggesellschaften werten Streiks aber wie miserables Wetter als außergewöhnlichen Umstand - und zahlen eine Entschädigung dann nicht. Zu Recht, wie der Bundesgerichtshof (BGH) nun entschied: Streiks auch der eigenen Piloten sind „außergewöhnliche Umstände“, die von Airlines „nicht beherrscht“ werden können, heißt es in dem Urteil.

Bei Iberia selbst waren von dem Ausstand 40 000 Passagiere betroffen. Davon konnten 38 000 nach Angaben des Unternehmens auf andere Maschinen umgebucht werden. Die Iberia-Beschäftigten hatten bereits vom 18. bis zum 22. Februar gestreikt und sollen auch vom 18. bis zum 22. März die Arbeit niederlegen.

Die Streikserie richtet sich gegen einen Sanierungsplan, der den Abbau von 3800 der insgesamt 20 000 Arbeitsplätze vorsieht. Die Dachgesellschaft IAG (International Airlines Group), der neben Iberia auch British Airways angehört, will die Fluglinie damit aus den roten Zahlen bringen. Iberia hatte 2012 Verluste von 351 Millionen Euro registriert.

Von

dpa

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