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09.01.2008

10:55 Uhr

17 Gesellschaften insolvent

Pin stoppt Entlassungen

Der angeschlagene Briefdienstleister Pin hat die im Dezember angekündigten Entlassungen gestoppt. Das sagte der neue Firmenchef Horst Piepenburg in einem Zeitungsinterview. 17 Gesellschaften des Post-Konkurrenten sind insolvent. Wo Piepenburg Rettung sieht.

HB MÜNCHEN. Derzeit sei kein Personalabbau geplant, sagte der neue Firmenchef Horst Piepenburg der „Süddeutschen Zeitung“ vom Mittwoch. Das Interesse möglicher Investoren sei größer als erwartet.

„Wir werden im ersten Quartal weiter deutschlandweit Post austragen, und ich gehe davon aus, dass wir es auch noch länger tun werden“, sagte er. Pin werbe gezielt im Mittelstand um neue Kunden. Seit der ersten Oktoberwoche habe man 500 Kunden gewonnen. Seit Jahresmitte 2007 habe man Aufträge erzielt, die 2008 insgesamt 80 Mill. Euro Jahresumsatz bringen könnten.

Piepenburg schloss nicht aus, dass sämtliche 91 Einzelgesellschaften oder auch die Pin-Holding Insolvenz anmelden. „Wenn es dazu kommt, streben wir die Insolvenz in Eigenverwaltung an“, sagte er. „Wir nutzen nur die Instrumente, die uns etwas bringen. Wir prüfen also, ob wir Sanierungsmaßnahmen auf diesem Weg schneller umsetzen können.“

Zu den möglichen Investoren sagte Piepenburg, er zähle zu diesem Kreis auch die „Altgesellschafter“, also vor allem deutsche Zeitungsverlage einschließlich der Axel Springer AG. Es gebe „Anfragen von Finanzinvestoren, strategischen Investoren, von Deutschen und Ausländern“, sagte er. Wann die Investorengespräche begännen, stehe noch nicht fest. Priorität sei, die Pin-Gruppe als Gesamtheit anzubieten. Eine Zerschlagung sei aber auch nicht ausgeschlossen.

Wie viele der 9 000 Arbeitsplätze bei Pin gerettet werden können, ließ Piepenburg offen. „100 Prozent wären ein Ziel, allerdings ist das in der Krise sehr schwierig“, sagte er. „Jedenfalls planen wir im Augenblick keinen Personalabbau.“ Der angekündigte Abbau von 900 Stellen sei gestoppt und nur zu einem kleinen Teil wirklich wirksam geworden.

Das Unternehmen war im Dezember ins Trudeln gekommen, weil Springer als Hauptanteilseigner den Geldhahn zugedreht hatte. Begründung waren mangelnde Erfolgsaussichten wegen eines zu hohen Mindestlohns für Postboten.

Am Dienstag hatte das Unternehmen bekannt gegeben, dass weitere sieben Tochterunternehmen wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenzantrag gestellt haben. Damit sind 17 der 91 Gesellschaften mit insgesamt knapp 3 100 Mitarbeitern betroffen. Ihr Geschäftsbetrieb geht jedoch weiter.

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