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08.11.2016

15:37 Uhr

18 Millionen Schadenersatz

McDonald's verklagt Florenz

Big Macs am Domplatz von Florenz? Der Bürgermeister der italienischen Stadt will das verhindern und verweigert dem US-Unternehmen eine Filiale am Piazza del Duomo. Nun zieht die Fastfoodkette vor Gericht.

Fastfood von McDonald's wird auch in Florenz gegessen - am Domplatz soll eine Filiale verhindert werden. AFP; Files; Francois Guillot

Big Mac

Fastfood von McDonald's wird auch in Florenz gegessen - am Domplatz soll eine Filiale verhindert werden.

RomNach Protesten in Rom gegen eine geplante McDonald's-Filiale spitzt sich auch in Florenz der Streit mit dem Unternehmen zu. Die Fast-Food-Kette fordert von der Stadt 18 Millionen Euro Schadenersatz, weil ihr die Verwaltung im Sommer untersagt hatte, ein Restaurant nahe der berühmten Kathedrale der Stadt zu öffnen.

„Wir stimmen damit überein, dass kulturelles und künstlerisches Erbe sowie die italienischen historischen Stadtzentren geschützt werden müssen“, erklärte McDonald's am Dienstag in einer Mitteilung. „Aber wir können keine diskriminierenden Regularien akzeptieren, die die Freiheit privater Initiativen beschädigen.“ Die Kathedrale liegt im historischen Zentrum von Florenz, das zum Unesco-Weltkulturerbe gehört. Bei der Stadt war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Der Bürgermeister von Florenz, Dario Nardella, hatte sich nach Protesten von Anwohnern im Sommer gegen McDonald's gestellt.

Im Juni hatte sich der Bürgermeister quer gestellt: Er verweigerte McDonald's die Genehmigung für eine Filiale am berühmten Piazza del Duomo. Der Mitte-links-Politiker sagte zur Begründung, das traditionelle Gewerbe in dem Stadtviertel solle unterstützt werden. Die Kathedrale Santa Maria del Fiore mit ihrer charakteristischen Kuppel ist eines der Wahrzeichen von Florenz..

Nardella hatte betont, Florenz habe nicht grundsätzlich etwas gegen McDonalds, schließlich habe die Kette an anderen Orten der Stadt Filialen. Medienberichten zufolge ist das Unternehmen vor allem deshalb erbost, weil es eigens ein Konzept entwickelt hatte, das an die Vorschriften der toskanischen Hauptstadt angepasst war: Seit Januar müssen Restaurants in der Altstadt von Florenz „typische Produkte“ der Stadt oder der Region verwenden.

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Das US-Unternehmen hat auch in Rom Probleme, wo der Konzern ein Restaurant unweit des Petersplatzes eröffnen will. Die Fast-Food-Kette hatte die Räume vom Vatikan angemietet, was auch einige Kardinäle aufgebracht hatte.

Ein Rechtsstreit könnte sich in Italien mehrere Jahre ziehen. In dem Land gibt es 540 Restaurants von McDonald's, davon 9 in Florenz.

Kommentare (2)

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08.11.2016, 11:11 Uhr

Da könnte man noch ganz andere gesxhäfte unterbringen. HIer wird man dann sehen wie sich Geld negativ ausprägt.

Herr Martin Wienand

08.11.2016, 12:53 Uhr

Was für eine wahnsinnige Unverschämtheit und massive Aggressivität von McDonalds!

Florenz und jede andere Stadt der Welt hat sehr gute Gründe sich gegen diese Fastfood-Kette zu wehren. Grade in Florenz wird doch das Stadtbild völlig zerstört. So eine Schande!

Wenn ich mir vorstelle, hier am Münchener Marienplatz gäbe es einen McDonalds! Das ist doch geschäftsschädigend für die ganze Stadt.

Die Florenzer Bürger sollten gegen diese Kette auf die Straße gehen!

Was wird hier passieren, sollte TTIP durchkommen.

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