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03.09.2015

13:53 Uhr

20 Jahre Ebay

Ein Neustart zum Jubiläum

Ebay ist einer der Pioniere des Online-Geschäfts. Vor 20 Jahren hat Pierre Omidyar den Konzern gegründet. Doch seitdem hat sich vieles im World Wide Web verändert. Ebay steht zum Jubiläum vor einem Neuanfang.

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San JoseDie Geschichte von Ebay begann mit einem kaputten Laser-Pointer. Das war der Artikel, der am 3. September auf der Website Auction Web vom damals 28-jährigen Gründer Pierre Omidyar eingestellt wurde. Einige Tage später gab es den ersten Zuschlag für 14,83 Dollar. Der verdutzte Omidyar fragte den Bieter zur Sicherheit, ob ihm bewusst sei, dass er gerade ein defektes Gerät ersteigert habe. Aber alles passte: Der Käufer war ein Sammler kaputter Laser-Pointer.

Das Wachstum der Plattform wurde damals von der moderaten Verbreitung von Computern bestimmt: Im gesamten Jahr 1995 wurden weltweit gerade einmal 60 Millionen PCs verkauft. Omidyar konnte das Geschäft zunächst praktisch im Alleingang betreiben, erst 1996 brauchte er den ersten Mitarbeiter, der sich um die Bearbeitung der Auktionsgebühren kümmerte. Chris Agarpao arbeitet heute noch bei dem Unternehmen.

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Den Namen Ebay bekam die Firma 1997 erst nach zwei Jahren. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch erst das Bewertungssystem für Käufer und Verkäufer eingeführt. Damals liefen auf der Plattform rund 200.000 Auktionen im Monat und der millionste Artikel wurde verkauft, eine Spielzeug-Figur aus der Sesamstraße. Heute sind zu jeder Zeit rund 800 Millionen Angebote auf dem Marktplatz.

1998 war ein Schlüsseljahr in der Ebay-Geschichte. Im September ging das Unternehmen an die Börse. Bei einem Ausgabepreis von 18 Dollar schoss die Aktie am ersten Tag auf über 47 Dollar hoch. Omidyar wurde auf einen Schlag zum Milliardär, die ganze Firma war 1,9 Milliarden Dollar wert. Im Halbjahr vor dem Börsengang hatte Ebay gerade einmal 348.000 Dollar verdient, bei einem Umsatz von 14,9 Millionen Dollar. Einige inzwischen vergessene E-Commerce-Rivalen wie Onstar galten manchem Analysten als das bessere Geschäft. Omidyar konzentriert sich inzwischen auf auf die Rolle als Mäzen und finanziert unter anderem die Website „The Intercept“, die mit Unterlagen des Informanten Edward Snowden weiter den NSA-Skandal aufarbeitet.

Bemerkenswerte Auktionen bei Ebay

Der Rekord

Der bisher teuerste über Ebay verkaufte Artikel ist eine Luxus-Jacht. Für 168 Millionen Dollar ging sie 2006 an den russischen Milliardär Roman Abramowitsch. Den vorherigen Rekord hielt seit 2001 ein Gulfstream-Privatjet für 4,9 Millionen Dollar.

Das Dorf

Der Hof Liebon bei Bautzen ist als „Ebay-Dorf“ bekannt. Liebon, aus einem Wohnhaus und mehreren Stallgebäuden bestehend, wurde 2009 als ganzes Dorf zur Auktion gestellt. Bei der Online-Versteigerung fand es nicht direkt einen Käufer. Besitzer Andreas Reitmann erwarb das Anwesen erst später.

Das teuerste Comic-Heft der Welt

Eine „Superman“-Ausgabe wechselte 2014 für 3,2 Millionen Dollar den Besitzer.

Das Toastbrot

Ein Käsesandwich, auf dem man mit etwas gutem Willen ein Frauengesicht erkennen konnte (interpretiert als das Antlitz der Gottesmutter Maria), wurde 2004 für 28.000 Dollar verkauft.

Die Jeans

Dem Hersteller Levi's war 2001 eine seiner Hosen aus dem 1880er Jahren über 46.532 Dollar wert.

Das andere „Papamobil“

Ein VW Golf, den einst Joseph Kardinal Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI. fuhr, wurde bei Ebay 2005 für 188.936,88 Euro von einem US-US-Kasino gekauft. Verkäufer war ein Zivildienstleistender, der den Gebrauchtwagen für knapp 10.000 Euro erworben hatte. Als die Amerikaner zwei Jahre später den Golf wieder versteigern wollten, wurde der von ihnen verlangte Mindestpreis verfehlt.

In Deutschland legte Ebay nebenbei den Grundstein für den Reichtum der Samwer-Brüder: Der US-Konzern kaufte ihnen 1999 für über 50 Millionen Dollar den rund ein halbes Jahr zuvor gegründeten Ebay-Klon Alando ab. Die Deutschen hatten Ebay in Kalifornien entdeckt und die Idee schneller als das Original in Deutschland umgesetzt. Ebay erreichte da die Marke von zehn Millionen registrierten Mitgliedern weltweit. Heute sind es 157 Millionen aktive Käufer.

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