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20.02.2012

12:54 Uhr

48 statt 24 Stunden

Streik am Frankfurter Flughafen ausgeweitet

Die Gewerkschaft GdF hat ihren Streik am Frankfurter Flughafen verschärft und bis Mittwochfrüh ausgeweitet. Bislang wurden 223 Flüge annulliert. Der Schaden für Fraport geht bereits in den zweistelligen Millionenbereich.

Vorfeld-Streik kostet Fraport Millionen

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FrankfurtDie Vorfeld-Beschäftigen auf dem Frankfurter Flughafen weiten ihren Streik weiter aus. Deutschlands größter Airport solle erstmals 48 Stunden lang bestreikt werden - von Montag 5.00 Uhr bis Mittwoch 5.00 Uhr, teilte die Gewerkschaft GdF am Montag mit. Zunächst war lediglich eine 24-stündige Arbeitsniederlegung bis Dienstagfrüh geplant.

Am Montag - dem dritten Streiktag - fielen wieder Hunderte Verbindungen aus. Es würden 223 Flüge annulliert, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport. Rund 70 Prozent der Starts und Landungen könnten gestemmt werden. Fraport hat sich auf den Arbeitskampf vorbereitet und Personal geschult, das einen Notbetrieb aufrecht erhält.

Die Lufthansa, die voraussichtlich 200 Verbindungen streicht, bietet ihren Kunden kostenlose Stornierungen oder Umbuchungen auf Züge der Deutschen Bahn an. Frankfurt ist mit täglich 1300 Starts und Landungen der zweitgrößte Flughafen in Europa nach London-Heathrow. Wegen des Streiks müssen sich Fraport und Lufthansa auf Millioneneinbußen einrichten.

Die Gewerkschaft GdF verlangt deutliche Lohnerhöhungen für die 200 Flugzeug-Einweiser in Frankfurt. Die Arbeit der Vorfeld-Kontrolleure sei mit der Eröffnung der vierten Landebahn wesentlich anspruchsvoller geworden, argumentieren die Arbeitnehmervertreter. Fraport hält die Forderungen für überzogen. Ohne Einigung könnte der Ausstand wochenlang weitergehen, drohte die Gewerkschaft.

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Durch den Streik am Donnerstag und Freitag gingen Fraport nach früheren Angaben zusammen 3,5 bis vier Millionen Euro Umsatz verloren. Die Lufthansa büßte nach Analystenschätzungen an den beiden Tagen insgesamt 40 Millionen Euro an Umsatz ein.

Was die Vorfeldmitarbeiter am Frankfurter Flughafen fordern

Mehr Geld für weniger Arbeit

Mehr Geld für weniger Arbeit, so lauten knapp zusammengefasst die Forderungen der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) für ihre Mitglieder am Frankfurter Flughafen. Die Eckdaten nach Angaben vom Flughafenbetreiber Fraport. Die GdF macht bisher keine genauen Angaben. (Quelle: dpa)

Vorfeldkontrolleure

Sie verdienen bislang zwischen 53.000 und knapp 70.000 Euro im Jahr. Die GdF fordert nach Angaben von Fraport eine Steigerung der Grundgehälter auf knapp 80.000 bis 87.000 Euro pro Jahr. Außerdem verlangt die Gewerkschaft zehn Prozent höhere Zulagen und eine um 13 Prozent abgesenkte Arbeitszeit.

Vorfeldaufsicht

Für diese Mitarbeitergruppe soll es nach dem Willen der Gewerkschaft Spitzengehälter von 60.700 Euro im Jahr geben - bislang sind es 42.000 Euro. Die Nettowochenarbeitszeit soll um neun Prozent reduziert werden, die Zulagen sollen um zehn Prozent steigen.

Verkehrszentrale

Als Spitzengehalt sind ebenfalls 60.700 Euro anvisiert - bislang verdienen die Mitarbeiter bis zu knapp 52.000 Euro. Weitere Forderung: Zehn Prozent höhere Zulagen, zehn Prozent weniger Arbeitszeit.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Revisor

20.02.2012, 14:51 Uhr

Da scheinen 200 mißgeleitete "Bedienstete" ein ganzes Heer von Reisenden in Geiselhaft zu nehmen.

Wie dummdreist muß man eigentlich sein, um soetwas zu organisieren..... und wie unfähig sind eigentlich die Juristen der Fraport, um hier keine EV erwirken zu können ?

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