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27.10.2014

15:54 Uhr

50 Jahre Metro

„Für die Mitarbeiter war das befremdlich“

Ein 50-jähriges Jubiläum sollte Grund zur Freude sein. Doch der Ex-Dax-Konzern Metro ist zum Geburtstag seiner Cash&Carry-Märkte nicht gerade in Feierlaune. Bei so mancher Expansion griff das Unternehmen daneben.

Ein Metro-Park in Wien in den 1970er Jahren: Am Montag feiert das Unternehmen 50 Jahre Cash&Carry-Märkte. Grund zur Freude gibt es derzeit aber wenig. dpa

Ein Metro-Park in Wien in den 1970er Jahren: Am Montag feiert das Unternehmen 50 Jahre Cash&Carry-Märkte. Grund zur Freude gibt es derzeit aber wenig.

DüsseldorfJubiläum bei der Metro: Am Montag ist es nach Unternehmensangaben genau 50 Jahre her, dass der erste Großmarkt des Handelsriesen in Mülheim an der Ruhr seine Tore öffnete. Inspiriert von Cash&Carry-Märkten in den USA bot das am 27. Oktober 1964 eröffnete Geschäft gewerblichen Kunden auf 14.000 Quadratmetern gegen Barzahlung nicht nur Lebensmittel, sondern auch diverse andere Artikel zum Mitnehmen und wurde damit zur Keimzelle eines der größten deutschen Handelskonzerne.

„Das war damals eine tolle Idee“, sagt der Handelsexperte Thomas Roeb von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. „Das Unternehmen bot den Gastronomen und Einzelhändlern der Wirtschaftswunderzeit die Möglichkeit, ihren Warenbedarf effizient und preiswert zu decken. Das war eine Marktlücke und sie waren damit sehr erfolgreich.“

Größte Einzelhändler weltweit (Umsatz 2012)

Platz 10

Best Buy (USA)

Die US-Amerikaner aus Richfield, Minnesota, sind einer der führenden Anbieter für Unterhaltungselektronik. Der Umsatz im Jahr 2012 betrug 50,7 Milliarden Dollar.

Platz 9

Walgreens (USA)

Mit rund 7.000 Filialen in den USA und Puerto Rico, von denen ein Drittel 24 Stunden am Tag geöffnet sind, schafft es Walgreens unter die zehn größten Einzelhändler. Am Hauptsitz in Deerfield, Illinois, konnte man sich 2012 über einen Umsatz von 71,6 Milliarden Dollar freuen.

Platz 8

Home Depot (USA)

Die Amerikaner bezeichnen sich selbst als größte Baumarktkette der Welt. Was den Umsatz angeht, haben sie recht. Mit rund 74,8 Milliarden Dollar kann keine andere Baumarktkette mitthalten.

Platz 7

Tesco (Großbritannien)

Die blau-weiße Handelskette aus Cheshunt gehört schon seit Jahren zu den größten Supermarktkonzernen. Weltweit beschäftigen die Briten 520.000 Mitarbeiter und machten 2012 einen Umsatz in Höhe von 83,5 Milliarden Dollar. Das US-Geschäft mit 5.000 Beschäftigen will Tesco abstoßen.

Platz 6

Metro (Deutschland)

Der deutsche Handelsriese aus Düsseldorf ist der drittgrößte Einzelhändler Europas. International erreicht der Dax-Konzern mit einem Umsatz von 87,8 Milliarden Dollar im Jahr 2012 ebenfalls einen Spitzenplatz, auch wenn das Unternehmen mit Schwierigkeiten kämpft.

Platz 5

Kroger

Was als kleiner Lebensmittelladen in Cincinnati begann, ist mittlerweile einer der größten Supermarktketten der Welt. Im Jahr 2012 setzte der Lebensmittelhändler 96,8 Milliarden Dollar um.

Platz 4

Costco Wholesale (USA)

Die 500 Cash&Carry-Märkte der US-Großhandelskette sind in den USA weit verbreitet. Der Hauptsitz liegt in der Kleinstadt Issaquah bei Seattle im Bundesstaat Washington. Mit 99,1 Milliarden Dollar fiel der Umsatz auch 2012 gigantisch aus.

Platz 3

Carrefour (Frankreich)

Kein europäischer Einzelhändler ist größer als Carrefour. Mit fast 500.000 Mitarbeitern weltweit machten die Franzosen im Jahr 2011 einen Umsatz von 104 Milliarden Dollar.

Platz 2

CVS Caremark (USA)

In der Kleinstadt Woonsocket im US-Bundesstaat Rhode Island ist die drittgrößte Handelskette der Welt beheimatet. Der Drogerie- und Pharmahändler setzten im Jahr 2012 rund 123 Milliarden Dollar um.

Platz 1

Walmart (USA)

Unangefochten an der Spitze bleibt der Handelsgigant aus Bentonville, Arkansas. Gigantische 443,85 Milliarden Dollar setzte der Konzern 2012 um - bei einem Gewinn von 15,7 Milliarden Dollar. Weltweit beschäftigt der Konzern mehr als zwei Millionen Mitarbeiter.

Quelle: Eigene Recherche.

So expandierte das Unternehmen rasch. Schon vier Jahre nach der Eröffnung wagte die Metro den Schritt ins Ausland. Heute betreibt der Konzern mehr als 750 Großmärkte in 28 Ländern. Selbst in Russland, Indien, China und Japan finden sich Filialen.

Doch beschränkte sich die Metro nicht lange auf den Großhandel. Schon 1980 beteiligte sich das Unternehmen am Warenhauskonzern Kaufhof. Dessen Chef Lovro Mandac erinnert sich noch heute daran, dass dies im Warenhaus nicht bei allen gerne gesehen wurde. „Für die Mitarbeiter war das befremdlich. Sie empfanden das in etwa so, als kämen sogenannte Kastenschieber aus Düsseldorf in das vornehme Warenhaus“, erzählt er.

Später kamen teils durch Fusionen, teils durch Übernahmen auch noch die Elektronikketten Media Markt und Saturn, sowie die Real-Supermärkte dazu. Auch die Praktiker-Baumärkte und die Textilhandelskette Adler gehörten zeitweise zum Konzern. Das machte die Metro über viele Jahre zum größten Handelskonzern Deutschlands.

Doch entpuppten sich die Ausflüge in andere Gefilde längst nicht immer als nachhaltige Erfolgsgeschichten. „Zum Teil sind sie in Vertriebsformen eingestiegen, die ihren Höhepunkt überschritten hatten wie die Kaufhäuser“, sagt Roeb.

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