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18.05.2014

09:52 Uhr

50 Jahre Nussnougatcreme von Ferrero

Der süße Siegeszug von Nutella

VonKatharina Kort

Italien kommt nur mühsam aus der Rezession. Doch der Süßwarenkönig kennt keine Krise: Michele Ferrero ist der reichste Italiener. Jetzt feiert er den 50. Geburtstag von Nutella – und bleibt wie immer im Hintergrund.

Ein noch immer anhaltender Siegeszug: Die Nussnougatcreme Nutella kam vor 50 Jahren auf den Markt. Imago

Ein noch immer anhaltender Siegeszug: Die Nussnougatcreme Nutella kam vor 50 Jahren auf den Markt.

Mailand50 Jahre ist es her, dass das erste Nutella-Glas die kleine Fabrik in Alba verließ, einem Städtchen im norditalienischen Piemont. Es war der Anfang eines noch immer anhaltenden Siegeszuges, mit dem der Hersteller Ferrero Millionen von Kindern und Erwachsenen beglückte und Zahnärzten neue Kundschaft brachte. Heute verkaufen die Italiener jährlich 250.000 Tonnen Nutella in weltweit 75 Ländern. Italiens Post widmet dem 50. Geburtstag der berühmtesten Nussnougatcreme sogar eine eigene Briefmarke: Die Zahlen „1964 – 2014“ und das Bild des ikonischen Nutella-Glases zieren die 70-Cent-Marke.

Mit seinen Überraschungseiern, Kinderschokolade, Nutella und Rocher gehört Ferrero zu den bekanntesten italienischen Marken weltweit. Trotz der jahrelangen Krise auf dem Heimatmarkt kannte Ferrero auch in diesen Jahren nur eine Richtung: nach oben. Doch so erfolgreich und bekannt das Unternehmen auch ist, so verschlossen sind seine Besitzer: die Ferrero-Familie.

Noch immer liegt die Unternehmensführung in der Hand der Familie: Der 89-jährige Michele Ferrero als Hauptaktionär und sein Sohn Giovanni als Vorstandsvorsitzender bestimmen die Geschicke in Alba. Giovannis Bruder Pietro ist vor wenigen Jahren auf einer Dienstreise in Südafrika gestorben. Mit einem geschätzten Vermögen von 27 Milliarden Dollar steht der in Montecarlo ansässige Michele Ferrero an erster Stelle der Forbes-Liste der reichsten Italiener. Damit liegt er noch vor dem Luxottica-Gründer Leonardo del Vecchio und weit vor Silvio Berlusconi.

Die beliebtesten Schokolademarken Deutschlands

Platz 10

Sarotti

Die Schokomarke mit dem Mohr hat ihre Wurzeln in Berlin, doch kommt heute aus dem Hause Stollwerck und wird in Köln produziert.

Umfrage: Ifak Institut, Ipsos, GfK Media and Communication Research.

Platz 9

Toblerone

Die dreieckige Schokolade aus der Schweiz ist auch hierzulande ein Verkaufshit. Die Schokomarke gehört dem Lebensmittelmulti Mondelēz, der auch Milka produziert.

Platz 8

Trumpf/Schogetten

In Aachen begann die Erfolgsgeschichte der vorportionierten Tafeln. Mittlerweile gehört die Schokoladenmarke zur Krüger-Gruppe und wird auch in den großen Discountern vertrieben.

Platz 7

Kinderschokolade

„Mit der Extra-Portion Milch“ wirbt der Hersteller Ferrero für seine süßen Tafeln. Dabei bleibt die Hauptzutat natürlich Zucker.

Platz 6

Alpia

Auch die rosa Schokomarke kommt aus dem Hause Stollwerck und soll vor allem preisbewusste Kunden ansprechen.

Platz 5

Merci

Das schokoladige Dankeschön in Form kleiner Schokoriegel aus dem Hause Storck ist in Deutschland weiterhin gefragt. Inzwischen wird es in 70 Ländern weltweit vertrieben.

Platz 4

Yogurette

„Jung, Schwung, Stimmung“. Die Schokoriegel mit Erdbeer-Joghurt-Geschmack haben mittlerweile viele saisonabhängige Ableger.

Platz 3

Lindt

Der internationale Schokokonzern aus der Schweiz genießt auch in Deutschland einen guten Ruf - von Schokohasen bis Pralines.

Platz 2

Ritter Sport

Zuletzt machte der Mittelständler aus Waldenbuch durch einen Streit mit der Stiftung Warentest von sich reden. Der Beliebtheit tut das keinen Abbruch.

Platz 1

Milka

Der lila Riese dominiert die deutsche Schokobranche. Mittlerweile wird die Marke auch auf etlichen anderen Produkten vermarktet.

Doch anders als der ehemalige Premierminister und Medienunternehmer Berlusconi scheuen die Ferreros die Öffentlichkeit. Auch zur Vorstellung der neuen Briefmarke schickten sie mit dem Präsidenten Francesco Paolo Fulci lieber einen Manager vor, als sich selbst zu zeigen. Die Linie des Hauses ist klar: Ferrero kommuniziert über die Werbung und nicht über die Medien. Und das nicht zu knapp: Zum 50. Jubiläum Nutellas bombardierten die Italiener die potentiellen Kunden weltweit mit dem Angebot, ihre eigenen Gesichter auf das Nutella-Glas drucken zu lassen. An diesem Wochenende lässt Ferrero gleich in mehreren Städten weltweit den „Nutella Day“ feiern.

Tatsächlich geht der Erfolg von Ferrero noch weiter zurück als die 50 Jahre von Nutella: 1946 wurde das Unternehmen von Micheles Vater Pietro Ferrero gegründet. Elf Jahre später übernahm es der strenggläubige Michele. Der Haselnusscreme „Giandujot“ - die in der haselnussreichen Gegend damals günstiger zu produzieren war als Schokoladencreme - gab er den Namen Nutella und eroberte damit die Welt. Später kamen andere Produkte hinzu wie das Überraschungsei, das eigentlich nur als Saisonprodukt für die Osterzeit geplant war, die Kinderschokolade, Ferrero Rocher oder die Milchschnitte.

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