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30.08.2015

10:46 Uhr

50 Jahre S-Bahn im Westen

Mit Silberlingen durch den Ruhrpott

VonDieter Fockenbrock

Das größte S-Bahn-Netz Deutschlands wird 50 Jahre alt. Jedes Jahr fahren 650 Millionen Menschen zwischen Rhein und Ruhr mit der „Stadtschnellbahn“. Private Anbieter machen der Bahn zunehmend Konkurrenz.

Ende der 70er-Jahre rollten die erste Züge an, die speziell für den Einsatz in dem mittlerweile stark gewachsenen Netz konzipiert waren. Neue Elektroloks der Baureihen 111 und 143 zogen ebenso neue Waggons der Baureihe „x“. Diese S-Bahn-Einheiten sind teilweise auch heute noch im Einsatz. Die Baureihe 111 ist eine Produktion der westdeutschen Schienenfahrzeugindustrie. Im Bild die Eröffnungsfahrt auf der Linie 8 in Hagen 1988. Wolfgang Güttler/DB

S-Bahn-Wendezug Rhein-Ruhr

Ende der 70er-Jahre rollten die erste Züge an, die speziell für den Einsatz in dem mittlerweile stark gewachsenen Netz konzipiert waren. Neue Elektroloks der Baureihen 111 und 143 zogen ebenso neue Waggons der Baureihe „x“. Diese S-Bahn-Einheiten sind teilweise auch heute noch im Einsatz. Die Baureihe 111 ist eine Produktion der westdeutschen Schienenfahrzeugindustrie. Im Bild die Eröffnungsfahrt auf der Linie 8 in Hagen 1988.

DüsseldorfAls die erste S-Bahn im Westen Deutschlands den Betrieb aufnahm, war der Himmel über dem Revier noch grau. Fabriken, Stahlwerke und Kokereien bliesen Tag und Nacht staubige Wolken aus hunderten Schornsteinen. Das politische Versprechen des „blauen Himmels über der Ruhr“ durch den späteren Kanzler Willy Brandt war erst Vision.

Umso mehr fielen die so genannten Silberlinge auf, mit denen die damalige Bundesbahn den S-Bahn-Betrieb zwischen der Düsseldorfer Trabantenstadt Garath und der Stadt Ratingen startete. Die Waggons der ersten Linie des S-Bahnnetzes Rhein-Ruhr waren aus Edelstahl und nicht lackiert. Daher auch der Name „Silberling“. Über Jahrzehnte prägten sie das Bild des schnellen Regionalverkehrs an Rhein und Ruhr.

Am 30. August vor 50 Jahren unterzeichnete das Land Nordrhein-Westfalen die Verträge mit der Bahn. Heute, im Jubiläumsjahr, zeichnet sich ab, dass der Markenname S-Bahn im Laufe der nächsten Jahre mehr und mehr von der Bildfläche verschwinden wird. Denn der Regionalverkehr auf der Schiene wird zunehmend von privaten Eisenbahngesellschaften übernommen, wie Abellio, eine Tochter der niederländischen Staatsbahn, und die Regiobahn. Und die nutzen das S-Bahn-Logo meist nicht. Die Verkehrsverbünde schreiben die einzelnen Strecken aus. Und die Deutsche Bahn gewinnt diese Ausschreibungen immer seltener.

Noch aber ist das weitgehend von der Deutschen Bahn betriebene S-Bahnnetz in Nordrhein-Westfalen das größte der Republik. Es umfasst elf Linien mit einer Streckenlänge von 650 Kilometern. Pro Jahr fahren 130 Millionen Menschen mit den S-Bahnen. Zum Vergleich: Im gesamten Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) sind jährlich 1,1 Milliarden Fahrgäste unterwegs. Einschließlich den Bussen.

Typisch für S-Bahnen ist der Taktverkehr, dicht aufeinander folgenden Stationen und spezielle S-Bahn-Fahrzeuge. Erfunden wurde der Begriff in den 20er-Jahren in der Hauptstadt Berlin, vermutlich als eine Abkürzung der „Stadtschnellbahn“. Um den schnell wachsenden Verkehrsbedarf der Millionenstadt zu bewältigen, dampften die Züge in immer kürzerem Abstand und auf eigenen Gleisen durch die Stadt.

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