Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.04.2015

13:54 Uhr

60 Jahre McDonald's

Selbst die Clintons wenden sich ab

Vor sechs Jahrzehnten begann McDonald's unter neuem Management, „Fast Food“ zum Erfolgsmodell zu formen. Heute ist die Burger-Kette in der Krise. Und selbst Hillary Clinton wird im Wahlkampf den Ur-Amerikanern untreu.

Der einstmals erfolgsverwöhnte Fast-Food-Konzern steckt zum 60. Geburtstag in der Image-Krise. dpa

McDonald's-Filiale in New York

Der einstmals erfolgsverwöhnte Fast-Food-Konzern steckt zum 60. Geburtstag in der Image-Krise.

San FranciscoWie sich die Zeiten ändern. Als Bill Clinton noch demokratischer Präsidentschaftskandidat war, gönnte er sich in den 1990er Jahren gerne mal medienwirksam und volksnah einen saftigen Big Mac mit Cola und Fritten bei der Fast-Food-Kette mit dem gelben „M“ im Logo. Ur-amerikanischer geht es kaum.

Als seine Frau Hillary, nun ebenfalls Präsidentschaftskandidatin, am Montag an ihren ersten Wahlkampf-Tag eine Stärkung brauchte, schlich sie sich mit großer Sonnenbrille getarnt in ein Lokal der aufstrebenden Kette Chipotle. Die ist ein vor allem bei jungen Kunden – und Wählern – beliebt und bietet höherwertiges mexikanisches Fastfood.

Die Fotos der Überwachungskamera in Ohio machten schnell die Runde auf Twitter und Facebook. Bilder mit unverhoffter, aber vielleicht nicht ungewollter Symbolkraft. Hillary Clinton will und muss das Image abstreifen, die Großmutter der Nation zu sein, zum alten System zu gehören. Weg vom amerikanischen Big Mac, hin zum multikulturellen Burrito. Sie will Aufbruch und Jugend verkörpern. Immerhin ist sie mit 67 Jahren schon sieben Jahre älter als das angestaubte McDonald’s. Die Restaurantkette in ihrer heutigen Form feiert Jubiläum. Am 15. April 1955 öffnete das erste Franchise-Restaurant seine Pforten. Und steckt heute trotz globaler Marktmacht in der Krise.

Die wertvollsten Fast-Food-Marken

Methodik

Einmal jährlich berechnet das US-Marktforschungsinstitut Millward Brown den Markenwert der wertvollsten Fast-Food-Ketten der Welt. Handelsblatt Online zeigt, welche Marken besonders gut abschneiden. (Stand: Mai 2013)

Platz 10

Taco Bell - Markenwert: 1,99 Milliarden Dollar

Die berühmte Burrito-Kette verkauft ihre mexikanischen Spezialitäten vor allem in den USA. Zwei Millionen Kunden und 5800 Filialen machen die Möchtegern-Mexikaner zu dem Umsatztreibern des Fast-Food-Riesens Yum!-Brands.

Platz 9

Burger King - Markenwert: 2,44 Milliarden Dollar

Was die Größe betrifft sind die Erfinder des Whoppers der größte McDonalds-Konkurrent. Beim Markenwert spielt die Burgerkette trotz 12.700 Filialen in 73 Ländern weltweit aber in einer anderen Liga.

Platz 8

Panera - Markenwert: 3,03 Milliarden Dollar

Die Backshop-Kette ist neu in den Top 10. Dort gibt es Brötchen, aber auch kleine Speisen wie Suppen. Die Kette hat mehr als 1700 Filialen in den USA und Kanada.

Platz 7

Tim Hortons - Markenwert: 3,38 Milliarden Dollar

Durch rasantes Wachstum hat die kanadische Kette in ihrem Heimatland sogar McDonald's überholt. In den 3300 Filialen werden besonders Kaffee und Donuts verkauft.

Platz 6

Chipotle - Markenwert: 4,97 Milliarden Dollar

Burritos und Tacos sind die Klassiker bei der US-Kette, die mexikanisches Essen serviert. Das Unternehmen wurde vor 20 Jahren gegründet und gehörte zwischendurch ein paar Jahre zu McDonald's.

Platz 5

Pizza Hut - Markenwert: 6,01 Milliarden Dollar

Die 12.000 Filialen der weltgrößten Pizzakette gehören ebenfalls zum Yum!-Imperium. Statt mit der klassischen italienischen Pizza feiert die Kette vor allem mit Pan-Pizzen Erfolge, die in der Pfanne serviert werden.

Platz 4

Kentucky Fried Chicken (KFC) - Markenwert: 9,95 Milliarden Dollar

Noch heute lächelt KFC-Gründer Colonel Harland Sanders von jedem Eimer mit Hähnchenflügeln, der über die Ladentheke geht. Die Kette, die ebenfalls zu Yum! gehört, steht seit mehreren Jahren in der Kritik von Tierschützern.

Platz 3

Subway - Markenwert: 16,69 Milliarden Dollar

Während Subway in den USA als beliebter Franchisepartner gilt, gingen der Sandwich-Kette in Deutschland reihenweise die Franchisenehmer von der Stange. Im Markenwert werden die US-Brötchengeber aber nur von zwei Konzernen geschlagen.

Platz 2

Starbucks - Markenwert: 17,89 Milliarden Dollar

Die Zeit des rasanten Wachstums ist vorbei. Die US-Kaffeekette wächst, aber die Wirtschaftskrise hinterlässt ihre Spuren in der Bilanz. Im Markenwert ist trotzdem keine Kaffeekette besser – und Starbucks hat im Vorjahresvergleich stark zugelegt.

Platz 1

McDonald's - Markenwert: 90,26 Milliarden Dollar

Das goldene M, Heimat von Big Mac und Chicken McNuggets, ist beim Markenwert einsam an der Spitze. Mit 34.000 Filialen in 118 Ländern gibt es kaum einen Winkel der Welt, in dem der Fast-Food-Riese nicht aktiv ist.

Alles begann mit dem 15-Cent-Hamburger. 1948 betrieben die Brüder Richard „Dick“ und Maurice „Mac“ McDonald ein erfolgreiches Drive-In-Schnellrestaurant in der damals von der Arbeiterklasse geprägten Stadt San Bernardino. Das Geschäft lief gut, doch es ginge noch besser, dachten sich die beiden.

Künftig verzichteten sie auf Kellnerinnen, die das Essen zu den Autos der Kundschaft brachten und stellten die Küche auf eine vorgefertigte Angebotspalette mit Selbstbedienung um, die hinter dem Tresen verkauft wurde. Das Fast Food als Geschäftsprinzip war geboren.

Das Konzept der Brüder entpuppte sich als revolutionär. In den 1950ern boomte das Geschäft, es gab bereits acht Schnellrestaurants im Südwesten der USA und fast zwei Dutzend weitere, die das System der McDonald's-Brüder nutzten. Franchising, also Lizenzverkauf, wurde zum Wachstumsmotor. Die folgenden Großaufträge für Milchshake-Mixer zogen schließlich das Interesse des Handelsvertreters Ray Kroc auf sich.

Fast Food : Fünf Gründe für McDonald’s und Burger King

Fast Food

Fünf Gründe für McDonald’s und Burger King

...und fünf dagegen. Über das Essen der Fast-Food-Riesen McDonald’s und Burger King kann man trefflich streiten. Wir liefern Ihnen die wichtigsten Argumente für die nächste Debatte – entscheiden Sie selbst.

Erstaunt über die rege Nachfrage nach den Maschinen, die er vertrieb, machte Kroc sich auf den Weg nach Kalifornien. Er nahm das Fast-Food-Phänomen persönlich in Augenschein. Kroc erkannte das Potenzial der Geschäftsidee und überzeugte die McDonald's-Brüder, ihn zum Franchise-Beauftragten zu machen, um das Konzept zu verbreiten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×