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20.05.2015

20:20 Uhr

A400M-Absturz

Airbus droht hoher Schadenersatz

Während die Bundeswehr prüft, ob sie die Maschinen des A400M-Modells weiter eingesetzt werden können, droht Airbus eine saftige Geldstrafe. Die Zeit drängt: Die Höhe der Strafe hängt von den weiteren Lieferungen ab.

Die Endmontage der A400M erfolgte bis jetzt immer im spanischen Sevilla. Ob die Maschinen überhaupt noch eingesetzt werden, ist unklar. dpa

Airbus A400M

Die Endmontage der A400M erfolgte bis jetzt immer im spanischen Sevilla. Ob die Maschinen überhaupt noch eingesetzt werden, ist unklar.

BerlinAuf Airbus könnten wegen der Probleme mit dem Militärtransporter A400M Schadensersatzforderungen des Verteidigungsministeriums zukommen. Wie das Handelsblatt von Sitzungsteilnehmern erfuhr, informierte Rüstungsstaatssekretärin Katrin Suder am Mittwoch den Verteidigungsausschuss des Bundestags, die finanziellen Ansprüche gegen den Luftfahrtkonzern würden derzeit gesammelt und sollten bis Mitte des Jahres dem Konzern präsentiert werden.

Zahlen nannte Suder nicht. Wie am Rande der Sitzung verlautete, könnten sich die Kosten durch eine längere Nutzung der veralteten Transall-Maschinen auf bis zu 300 Millionen Euro summieren. Diese könnte das Ministerium ganz oder teilweise gegenüber Airbus geltend machen. Hinzu kämen gegebenenfalls vereinbarte Vertragsstrafen für die verspätete Auslieferung. Die A400M soll die Transall eigentlich bis Ende 2018 schrittweise ersetzen.

Ein Airbus-Sprecher sagte, dem Unternehmen sei diese Zahl nicht bekannt. Airbus hatte seine Kunden im Januar informiert, dass wegen Produktionsproblemen der Lieferplan nicht eingehalten werden könne. Nach dem Absturz einer A400M auf ihrem Jungfernflug vor zehn Tagen in Sevilla könnte sich die Auslieferung weiter verzögern.

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Airbus sieht einen Programmierfehler als Ursache des A400M-Absturzes in Sevilla. Der Flugzeugbauer hofft, dass sich das Problem nur auf die Unglücksmaschine beschränkt. Die offizielle Untersuchung steht noch aus.

Noch ist allerdings völlig unklar, wie lange die Luftwaffe auf weitere Maschinen warten muss. Die Auswertung der Flugschreiber durch die spanischen Ermittler ist noch nicht abgeschlossen. Die Behörden haben die Untersuchung als geheim eingestuft und informieren derzeit weder Airbus noch die anderen Abnehmernationen. Erst wenn die Ergebnisse vorliegen, kann Airbus seinen Lieferplan überarbeiten. Der Konzern geht aufgrund eigener Analysen derzeit von einem Softwarefehler als Absturzursache aus.

Die Bundeswehr hat untersucht, ob sie einen Teil der Transall-Flugzeuge über 2018 hinaus betreiben kann. Dabei geht es speziell um die derzeit 24 Transportmaschinen, die mit speziellen Selbstschutzsystemen ausgerüstet sind und somit auch in Krisengebieten eingesetzt werden können. Hier hat die Bundeswehr den größten Engpass.

Laut Suder könnte ein Teil der Transalls bis 2021 eingesetzt werden, insgesamt stünden noch 7000 Flugstunden Restnutzungsdauer zur Verfügung. Die längere Nutzung würde aber erhebliche Kosten verursachen.

Von

tho

Kommentare (3)

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Herr Josef Schmidt

20.05.2015, 15:48 Uhr

Was ist das für ein Laden ? Milliarden für schrottige NH90, A400M und jetzt sollen sie auch noch eine Drohne bauen. Ein schlechter Scherz aber bei unseren Politiker nichts ist unmöglich.

Herr Ralf Uhlhorn

20.05.2015, 17:26 Uhr

Das Todschlagargument "Arbeitsplätze" muss bei der Rüstungsbeschaffung endlich für unzulässig erklärt werden! Dann können endlich ausgereifte, funktionierende und sofort verfügbare Waffensysteme in den USA, Israel etc. gekauft werden! Alles andere ist dem Steuerzahler, Bündnispartnern und insbesondere den Soldaten nicht länger zumutbar!

Herr Wolfgang Trantow

20.05.2015, 19:09 Uhr

Die Strafe müssen sofort die verantwortlichen Manager persönlich bezahlen. Sie haben es vorsätzlich verursacht und sind nicht gewillt, Preise, Qualiät ein zu halten bzw. zu liefern. Der einfache Mitarbeiter will es, nur die Manager nicht!

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