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16.09.2015

14:52 Uhr

AB Inbev will SAB Miller

Bier-Branche steht vor Megafusion

VonCarsten Herz, Christoph Kapalschinski

Prost! Der weltgrößte Brauereikonzern Anheuser-Busch Inbev will den Konkurrenten SAB Miller schlucken. Zusammen entstünde ein neuer Bier-Gigant. Was der Deal für Deutschland bedeuten würde.

Zusammen mit SAB Miller würde der Konzern einen neuen Giganten schaffen. AFP

Bier von AB Inbev

Zusammen mit SAB Miller würde der Konzern einen neuen Giganten schaffen.

DüsseldorfAuf dem Biermarkt steht ein neuer Megadeal an: Der Beck's-Brauereikonzern Anheuser-Busch Inbev plant einen Zusammenschluss mit seinem größten Konkurrenten SAB Miller. Der weltgrößte Bierbrauer AB Inbev hat sein Interesse an einer Verbindung mit dem Branchenzweiten SAB Miller bestätigt. Es habe eine Kontaktaufnahme zum Vorstand des britischen Konkurrenten gegeben, meldete der Konzern am Mittwoch auf seiner Internetseite. Es sei aber nicht sicher, ob es ein konkretes Angebot für SAB Miller geben werde.

SAB Miller bestätigte, dass sie über die Absichten des Konkurrenten unterrichtet worden seien, aber noch keine weiteren Informationen über die Details erhalten hätten. Bis zum 14. Oktober hat AB Inbev nun Zeit, um ein festes Angebot vorzulegen. Zusammen würde die beiden Konzerne einen neuen Giganten schaffen, der es auf eine Börsenbewertung von rund 250 Milliarden Dollar bringen würde.

Die Investoren reagierten in einer ersten Reaktion begeistert: SAB Miller-Papiere verteuerten sich um bis zu 24 Prozent, so stark wie noch nie in der Firmengeschichte. Anheuser-Aktien kletterten um bis zu neun Prozent, sie waren zwischenzeitlich vom Handel ausgesetzt worden.

Die größten Bierbrauer weltweit

Platz 10

BGI / Groupe Castel (Frankreich)

Das französische Traditionsunternehmen BGI / Groupe Castel verkauft nicht nur Bier, sondern auch Wein und Soft Drinks. Insbesondere in Afrika sind die Franzosen mit ihren Marken Castel und Flag gut aufgestellt.

Ausstoß (Mio. hl): 29,8

*Quelle: Barth-Haas Group/Statista, alle Zahlen für 2015

Platz 9

Kirin (Japan)

Die Japaner haben durchaus Sinn für ausgefallene Bierkreationen, entwarfen vor wenigen Jahren ein Frozen Beer. Obwohl die Brauerei, die zum Industriekonglomerat Mitsubishi gehört, ihre Vormachtstellung auf dem Heimatmarkt vor zehn Jahren an Asahi abtreten musste, ist sie global führend.

Ausstoß (Mio. hl): 43,1

Platz 8

Beijing Yanjing Beer Company (China)

Yanjing ist der Durchstarter in Asien. In rasantem Tempo hat sich das Kleinunternehmen zu einem mächtigen Konzern im asiatischen Raum entwickelt. Die Gründung der Brauerei liegt nur gut 30 Jahre zurück.

Ausstoß (Mio. hl): 48,3

Platz 7

Molson-Coors (USA/Kanada)

Die Erfinder des Dosenbiers sind auch international längst eine Größe. 2012 übernahm das Unternehmen die tschechische Brauereigruppe StarBev, zu der auch Staropramen gehört. Dadurch gehören die Amerikaner vor allem in Osteuropa zu den führenden Brauern.

Ausstoß (Mio. hl): 58,1

Platz 6

Tsingtao Brewery (China)

Die Chinesen haben ihren Einfluss in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Als einer der Hauptsponsoren der olympischen Spiele von 2008 in Peking hat sich Tsingtao fest etabliert. Bereits seit 1972 vertreibt die Firma ihre Produkte auch in den USA.

Ausstoß (Mio. hl): 70,5

Platz 5

China Resource Brewery (China)

Dieses Unternehmen setzt auf Kompetenz aus Europa: Das Joint Venture aus dem chinesischen Unternehmen CR Enterprise und SAB-Miller aus Großbritannien produziert die Marke „Snowbeer“ für den chinesischen Markt. Und das durchaus erfolgreich. Wächst die Marke weiter wie bisher, dürfte bald im Ranking aufsteigen.

Ausstoß (Mio. hl): 117,4

Platz 4

Carlsberg (Dänemark)

Die Dänen haben sich längst von einer regionalen Marke zum Global Player entwickelt. Zu Carlsberg gehören auch die deutsche Kultmarke Astra sowie Lübzer und Holsten.

Ausstoß (Mio. hl): 120,3

Platz 3

Heineken (Niederlande)

Die Welt trinkt Heineken, möchte man meinen. Die Marke hat sich international längst etabliert. Heineken ist auch an den deutschen Marken Kulmbacher und Paulaner beteiligt.

Ausstoß (Mio. hl): 188,3

Platz 2

SAB Miller (Vereinigtes Königreich)

Die britische Brauerei ist berühmt-berüchtigt für das „Miller“. Die ur-amerikanische Marke gehört seit 2002 zum SAB-Miller-Konzern und hat sich die australische Traditionssorte Foster's einverleibt.

Ausstoß (Mio. hl): 191,3

Platz 1

Anheuser-Busch Inbev NV/ SA (Belgien)

Der amerikanisch-belgisch-brasilianische Brauriese kann seinen Marktenteil sogar weiter steigern. Mittlerweile stammt jedes fünfte Bier, das weltweit verkauft wird, aus dem Konzern. Die bekannteste deutsche Marke im Portfolio ist Beck's.

Ausstoß (Mio. Hektoliter): 409,9

Seit Jahren gibt es bereits Gerüchte, dass Weltmarktführer Anheuser-Busch Inbev ein Auge auf SAB Miller geworfen hat, der unter anderem Pilsner Urquell produziert. Als Abwehrmaßnahme soll SAB Miller bereits Heineken ein Übernahmeangebot unterbreitet haben, was aber abgelehnt wurde. Die Nummer zwei am Brauerei-Markt betonte, dass weitere Details derzeit nicht genannt werden könnten und es nicht sichergestellt sei, dass es tatsächlich zu einer Offerte kommen werde.

AB-Inbev-Finanzvorstand Felipe Dutra hatte vergangenes Jahr die Gerüchte angeheizt, als er betonte, sein Unternehmen mit Sitz im belgischen Löwen sei „jederzeit bereit, sich Möglichkeiten anzuschauen, wann immer sie sich ergeben“.

Eine Fusion mit dem Branchenzweiten SAB Miller, der es auf einen Börsenwert von umgerechnet knapp 70 Milliarden Euro bringt, dürfte jedoch auf Kartellprobleme stoßen. Vor allem in den USA dürfte eine Fusion für Widerstand unter den Wettbewerbshütern sorgen. AB Inbev hat in den Vereinigten Staaten einen Marktanteil von 46 Prozent, SAB Miller von 28 Prozent. Investoren gehen davon aus, dass sich die beiden Firmen von Teilen ihres Geschäfts trennen müssen, um das Okay von den Wettbewerbshütern zu bekommen.

Kommentare (5)

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Matt Anderson

16.09.2015, 14:52 Uhr

Einfach geil dieses DDR-Handelsblatt. Wie schön hier die Redaktion Meinungsfreiheit vortäuscht. Bei "Bier" und "Facebook" darf man kommentieren. Bei Sarrazin, AfD und verfehlter Flüchtlingspolitik wird die Kommentarfunktion abgeschaltet. Als junger Mensch mit etwas Ehre im Leib sollte man spätestens jetzt darüber nachdenken, ob man sich nicht besser einen neuen Arbeitgeber sucht, sofern man für das HB arbeitet. Wie viel Geld kann man euch schon zahlen, dass ihr euren Berufsethos als Journalist so verratet? Für einen Menschen mit Anstand und Moral gibt es garnicht so viel Geld auf der Welt, dass er sich so einfach kaufen lassen würde.

Herr Christoph Kapalschinski

16.09.2015, 15:41 Uhr

Sehr geehrter Herr Anderson,
vielen Dank für Ihr Interesse. Die Kommentarfunktion ist bei einigen Themen ausgeschaltet, da sie einen hohen Moderationsaufwand erfordert. Wie Sie vielleicht wissen, sind Betreiber von Websites rechtlich verpflichtet, bestimmte Inhalte, die etwa zu Straftaten auffordern, zu entfernen. Wir haben uns entschieden, mehr Kraft in die journalistischen Inhalte zu stecken und daher die Kommentarmöglichkeiten teilweise zu beschränken.
Sie können uns aber Beiträge auch zu diesen Themen über debatte@handelsblatt.com übermitteln.

Mit freundlichem Gruß
Christoph Kapalschinski
Redakteur Handelsblatt
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Herr C. Falk

16.09.2015, 16:02 Uhr

Geehrte HB Redaktion, ich finde dass die Löschung von zu beastandenden Kommentaren sich doch sehr in Grenzen hält also kann der Arbeitsaufwand auch kein ganz so großer sein, wie Sie vorgeben.

Ich vermute, Sie haben Direktiven erhalten, denen Sie nachzukommen haben.

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