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13.07.2013

14:19 Uhr

Abercrombie & Fitch

Aus der Form gegangen

VonNils Rüdel

Jung, schlank, hübsch: Abercrombie & Fitch verspricht Coolness – sofern die Kunden dem Schönheitsideal entsprechen. So machte der Firmenchef Jeffries die Kleidermarke groß. Doch derzeit zwickt es an mehreren Stellen.

Abercrombie-Mitarbeiterin in Chicago: Auf Schwarz verzichtet. ap

Abercrombie-Mitarbeiterin in Chicago: Auf Schwarz verzichtet.

New YorkEs macht schlank, wirkt elegant und lässt sich gut kombinieren – Schwarz gehört seit jeher zu den beliebtesten Modefarben. Nur Mike Jeffries mag es offenbar nicht: Der Chef der Modekette Abercrombie & Fitch, so berichteten Anfang der Woche aufgeregt einige US-Medien, habe die Farbe in seinen Läden verboten. Das gilt demnach sowohl für die Produkte als auch für die Mitarbeiter. Wer in schwarz zur Arbeit kommt, hat ein Problem.

Nun hätte ein solcher Bann bei anderen Modefirmen wohl keine Schlagzeilen gemacht. Bei Abercrombie aber scheint die Nachricht ins Bild zu passen: Der exzentrische Firmenchef Jeffries ist bekannt dafür, penibel auf das Marken-Image zu achten. Die Hosen, T-Shirts und Hemden mit dem charakteristischen Elch sind nur für junge, schlanke, schöne und gutgelaunte Menschen gedacht. Wie die Waschbrettbäuche, die an den Türen der Filialen stehen oder als übergroße Poster an den Wänden hängen. Wer anders ist, der kann ja woanders einkaufen gehen.

Mit diesem Image, verbunden mit künstlicher Verknappung, hat der 68-Jährige die einstige Klitsche Abercrombie & Fitch zu einer der begehrtesten Modemarken gemacht, mit mehr als 1000 Filialen weltweit, darunter drei in Deutschland. Wer Abercrombie kauft, so das Versprechen, ist so cool wie die coolsten College-Kids. Doch 16 Jahre nach Jeffries` Antritt zwickt es bei dem US-Unternehmen an mehreren Stellen. Kunden halten sich zurück, Aktionäre murren, die Öffentlichkeit protestiert, die Medien spotten – es ist kein gutes Jahr für die Kultmarke.

Das Geschäft mit dem Geruch: Wenn der Zug nach Rosenholz duftet

Das Geschäft mit dem Geruch

Wenn der Zug nach Rosenholz duftet

Bergamotte in der Volksbank, Moschus bei Abercrombie: Mit Düften steigern Unternehmen die Kauflaune der Kunden – und übertreiben es manchmal. Auch bei der Deutschen Bahn könnte eine Duftwolke Einzug erhalten.

New York, Fifth Avenue, an einem beliebigen Nachmittag: An der Ecke 56. Straße bildet sich vor dem Flagship Store von Abercrombie eine Schlange. Die Menschen, vor allem Touristen, warten geduldig, um einen Blick in den abgedunkelten, von lauter Musik bedröhnten Laden werfen zu können. Die penetrante Parfümwolke aus dem Verkaufsraum riecht man noch einen Straßenblock weiter.

Während es an der Fifth Avenue in Manhattan glitzert, ist der Marke in Deutschland soeben ein nach der eigenen Logik schwerer Image-Unfall passiert: Ende Juni tauchten im Wochenprospekt der Supermarktkette Real T-Shirts von Abercombie und Hollister auf, zum Schnäppchenpreis ab 9,99 Euro. Wie Real an die Ware kam, wollte ein Sprecher nicht verraten. Nur, dass es sich um geprüfte Original-Produkte handle und weitere Aktionen geplant seien. Abercrombie hat auf eine entsprechende Anfrage noch nicht geantwortet.

Der Real-Fall dürfte eine seltene Ausnahme sein, denn die Amerikaner achten sonst streng darauf, dass Produkte nur in den eigenen Läden und im Online-Shop verkauft werden. Und doch ist es Bild mit Symbolwert: Abercrombie, die coole Kultmarke, endet sie irgendwann auf dem Wühltisch?

Kommentare (10)

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13.07.2013, 15:21 Uhr

Der Lümmel auf dem Bild hat die Figur, die mir fehlt ..;-)

Tom

13.07.2013, 17:51 Uhr

A&F- wer braucht schon so ein zwielichtiges Ami-Lable? Eine Marke mit absolut mieser Qualität zu exorbitant hohen Preisen- dazu ein Unternehmen ohne jegliches Umwelt-bzw. Ethik-Bewusstsein. Was viele noch gar nicht begriffen haben: A&F ist mega out! Die Karawane ist schon längst weiter gezogen. A&F hat sich schon seit längerem seinen Ruf in Deutschland ruiniert: Als es das Lable noch nicht offiziel in Deutschland gab und die Leute es aus den Staaten mitbrachten, ließ A&F jeden brachial per dubioser Anwaltskanzlei Winterstein abmahnen, wenn man es in ebay & Co. verkaufen wollte- trotz Quittung. Das ist vielen mächtig aufgestoßen. Mit solch zwielichtigen "Machenschaften" operiert ein deutsches Lable wie HUGO BOSS nicht. Und deren Lable BOSS Orange ist qualitativ wertiger, trendiger und sozialer als A&F...

Martha

13.07.2013, 17:53 Uhr

Abercrombie & Fitch: Genauso unseriös wie Monsanto. Eben Ami-Firma

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