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01.11.2015

15:37 Uhr

Abgelaufene Lebensmittel

Hat Vapiano Gammelware einfach ein neues Etikett verpasst?

Die Pizza- und Pastakette Vapiano soll in einigen Filialen Gemüse und Fleisch umetikettiert haben, um das selbst gesetzte Mindesthaltbarkeitsdatum zu verlängern. Die Führungsspitze hat nun auf die Vorwürfe reagiert.

Vapiano reagiert entsetzt auf Beitrag der „Welt am Sonntag“. obs

Vapiano

Vapiano reagiert entsetzt auf Beitrag der „Welt am Sonntag“.

BerlinVapiano soll in einigen Filialen Gemüse und Fleisch umetikettiert haben, um das selbst gesetzte Mindesthaltbarkeitsdatum zu verlängern. Das berichtet die „Welt am Sonntag“. Dadurch seien Lebensmittel auf den Tellern von Kunden gelandet, die teils merkwürdig rochen und nicht mehr appetitlich gewesen seien, berichtete die Zeitung unter Berufung auf derzeitige und ehemalige Mitarbeiter. Unter anderem in München, Berlin, Frankfurt am Main, Hannover und Köln sei gegen unternehmensinterne Frische-Standards verstoßen worden.

„Die Nudeln, die wir verkauft haben, hatten manchmal einen grünlichen Schimmer“, zitierte das Blatt einen Mitarbeiter aus München. „Der Kunde merkt das nicht, da kommt ja Soße drüber.“ Ein ehemaliger Angestellter in Hannover sagte der Zeitung, das Hühnchen habe zuweilen „eklig“ gerochen. Ein früherer Mitarbeiter aus Frankfurt berichtete demnach, sein Chef habe ihn damals aufgefordert, den Wok heißer zu machen, „dann schmeckt man es nachher nicht mehr“.

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Vapiano zeigte sich nach dem Bericht „schockiert und entsetzt“. Das Unternehmen verwies auf die „außergewöhnlich hohen internen Qualitäts- und Kontrollstandards“, die vom TÜV und vom SGS Institut Fresenius bestätigt worden seien. „Es entzieht sich meiner und unser aller Vorstellungskraft, dass es solche Fälle bei Vapiano aktuell trotz allerstrengster Vorschriften und Kontrollen geben soll“, erklärte Vapiano-Chef Jochen Halfmann. Er kündigte an, den Vorwürfen nachzugehen, „auch wenn sie zum Teil absurd erscheinen“.

„Für uns arbeiten mehrere Tausend Menschen - womöglich machen Einzelne Fehler, systematischer Betrug hat bei uns aber kein Zuhause. Das widerspricht in jeder Hinsicht unserer Haltung“, sagte der Vapiano-Chef.

Wie die „Welt am Sonntag“ mit Verweis auf das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit weiter berichtete, dürfen Gastronomen Lebensmittel, die abgelaufen sind, grundsätzlich noch verkaufen. Das gelte insbesondere für Haltbarkeitsdaten, die ein Unternehmen sich selbst setze. Gesetzliche Vorgaben, wie lang ein Restaurant zum Beispiel aufgetautes Fleisch und frisches Gemüse verkochen darf, gebe es nicht.

Die Pasta- und Pizzakette Vapiano betreibt 161 Restaurants in Deutschland und anderen Ländern. In den Filialen werden Pasta, Pizzateig, Soßen und Dressings selbst hergestellt; die Speisen werden vor den Augen der Kunden zubereitet.

Von

afp

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