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24.09.2014

04:28 Uhr

Absichtserklärung

Coca-Cola als Kämpfer gegen Fettleibigkeit

Der Zuckergehalt von Softdrinks steht schon lange auf der schwarzen Liste der Gesundheitswächter. Nun wollen US-Hersteller wie Coca-Cola und Pepsi gegen Fettleibigkeit vorgehen - mit kleineren Flaschen.

Eine Frau trinkt aus einer Flasche Coca-Cola: Süße Softdrinks sollen zu einem Gutteil der Gewichtszunahme bei US-Bürgern beitragen. dpa

Eine Frau trinkt aus einer Flasche Coca-Cola: Süße Softdrinks sollen zu einem Gutteil der Gewichtszunahme bei US-Bürgern beitragen.

New YorkKleinere Limonadenflaschen, neue kalorienarme Getränke und generell mehr Wasser im Sortiment: So stellen sich die Marktführer der US-Getränkeindustrie den Kampf gegen zunehmende Fettleibigkeit vor.

Einen entsprechenden Aktionsplan präsentierten die Branchenriesen Coca-Cola, PepsiCo und Dr. Pepper Snapple am Dienstag in New York. Damit soll die durchschnittliche Kalorienaufnahme pro Kopf durch Getränke bis zum Jahr 2025 um ein Fünftel gesenkt werden.

Deutschlands größte Getränkehersteller

Platz 10

PepsiCo – 9,75 Millionen Hektoliter

Während Pepsi dem großen roten Konkurrenten international die Stirn bieten kann – in Deutschland schafft es die Limo-Marke nur knapp in die Top 10. Zu den Marken des Konzerns gehören unter anderem Mountain Dew, 7 Up, Tropicana und der Energydrink Rockstar.

Quelle: Lebensmittelzeitung, Daten aus 2012

Platz 9

Oettinger Gruppe – 10,64 Millionen Hektoliter

Die Brauereigruppe braut insgesamt an vier Standorten in Deutschland Bier – neben den eigenen Marken unter anderem auch Carlsberg für Supermärkte. Nur am Bierabsatz gemessen gehört Oettinger zu den größten Brauereigruppen Deutschlands.

Platz 8

Riha Richard Hartinger – 11,04 Millionen Hektoliter

Aus dem Apfelmost-Hersteller in Rinteln ist über die Jahre ein internationaler Getränkekonzern geworden. Zu den Marken von Riha gehören Naturella, Wesergold und Extaler.

Platz 7

Anheuser-Busch InBev – 12,00 Millionen Hektoliter

Gemessen am Absatzvolumen ist AB INBev die größte Brauereigruppe der Welt. International punktet die Brauerei mit Marken wie Stella Artois, Leffe oder Budweiser. In Deutschland sind vor allem Beck's, Diebels und Franziskaner bekannt. Im Gesamt-Getränkeabsatz in Deutschland reicht es aber nur zu Platz 7.

Platz 6

Radeberger Gruppe – 13 Millionen Hektoliter

Das 1952 gegründete Unternehmen ist die größte Brauereigruppe Deutschlands. Zu Radeberger gehören neben der Stammmarke unter anderem Jever, Schöfferhofer und Hansa.

Platz 5

Bitburger Brauereigruppe – 14,05 Millionen Hektoliter

Hervorgegangen aus der Bitburger Brauerei zählt die Brauereigruppe zu den führenden Getränkeherstellern in Deutschland. Bedeutendste Marken des Unternehmens sind Bitburger, König Pilsener, Köstritzer und Wernesgrüner. Die Holding-Gesellschaft wurde 1999 gegründet.

Platz 4

Brandenburger Urstromquelle – 19 Millionen Hektoliter

Die Gruppe gehört zu den größten deutschen Getränkeherstellern, hat aber keine eigenen Marken. Es werden ausschließlich Bier und Mineralwasser unter verschiedenen Handelsmarken für europäische Discounter abgefüllt. Darunter fallen etwa Karlskrone bei Aldi oder Gut&Günstig Urstromquelle bei Edeka.

Platz 3

Hansa-Heemann Mineralbrunnen – 24 Millionen Hektoliter

Der unbekannte Mineralwasserriese aus Rellingen hat mit Hella zwar auch eine eigene Mineralwassermarke, verdient das meiste Geld aber mit den Handelsmarken großer Supermarktketten.

Platz 2

Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke MEG – 26,1 Millionen Hektoliter

Die 100-prozentige Tochter der Schwarz-Gruppe produziert alle Handelsmarken der konzerneigenen Supermarktketten Lidl und Kaufland und hat es damit innerhalb weniger Jahre an die Spitze der deutschen Getränkehersteller geschafft. Das Unternehmen aus Sachsen-Anhalt ist heute der größte Mineralwasserproduzent Deutschlands.

Platz 1

Coca-Cola – 36 Millionen Hektoliter

Der rote Riese regiert auch den Getränkemarkt in Deutschland mit deutlichem Abstand. Die Zentrale zog 2003 von Essen nach Berlin. Mit Fanta wurde eine der großen internationalen Marken des Konzerns von der deutschen Tochter erfunden.

Bei einer Veranstaltung der Clinton Global Initiative unterzeichneten die Firmen eine freiwillige Absichtserklärung: Verbraucher in den USA sollen demnach besser über Gesundheitsrisiken aufgeklärt werden und so ihren Konsum zuckerhaltiger Getränke schrittweise reduzieren. Vorgesehen seien auch Kalorienangaben auf Getränkeautomaten, zudem solle eine unabhängige Prüfstelle die erzielten Fortschritte beurteilen.

Verbraucherschützer warfen den Unternehmen indes eine listige PR-Aktion vor: Um wirklich etwas für die Gesundheit ihrer Landsleute zu tun, sollten die US-Konzerne lieber den Widerstand gegen Warnhinweise und Extrasteuern für zuckerhaltige Getränke aufgeben, forderte etwa das Center for Science in the Public Interest.

Zudem spiegelt die jüngste Ankündigung bereits einen Trend unter vielen Konsumenten wider: Seit einigen Jahren ist eine Abkehr von den traditionellen Brausegetränken zu beobachten. Die Bekanntgabe sei denn auch offenbar eine Reaktion auf zunehmende Herausforderungen, mit denen die Konzerne zum Teil wegen Sorgen um Gesundheitsrisiken konfrontiert seien, sagte John Sicher, Herausgeber des Magazins „Beverage Digest.“

Sowohl Coca-Cola als auch PepsiCo und andere Hersteller haben mit rückläufigen Absätzen auf ihren nordamerikanischen Heimatmärkten zu kämpfen. In einigen US-Bundesstaaten verlangen die Regulierungsbehörden inzwischen strengere Regeln für Getränkegrößen sowie genauere Inhaltsangaben auf Flaschen und Dosen.

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