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11.05.2017

15:22 Uhr

Abstimmung der Gläubiger

Zu wenig Stimmen für Rickmers-Rettung

In einer ersten Runde haben zu wenig Gläubiger der Krisen-Reederei Rickmers über einen Rettungsplan abgestimmt. Dadurch wird eine zweite Abstimmung nötig, die Anfang Juni stattfinden soll. Ohne Votum droht die Insolvenz.

Das Bild zeigt das Schiff im August 2016 im Dock der Werft Blohm + Voss. dpa

Museumsschiff „Rickmer Rickmers“

Das Bild zeigt das Schiff im August 2016 im Dock der Werft Blohm + Voss.

HamburgDie Rettung der schwer angeschlagenen Reederei Rickmers zieht sich hin. In der ersten Runde nahm nicht die erforderliche Zahl von mindestens der Hälfte des Anleihekapitals an der Abstimmung über ein Sanierungskonzept teil, wie Rickmers am Donnerstag mitteilte. Lediglich die Gläubiger von 17,4 Prozent des Anleihevolumens hätten abgestimmt, von diesen sei die Mehrheit für die Restrukturierung gewesen.

Dennoch ist Rickmers mit dem Ergebnis zufrieden. „Für uns ist das gut. Wir interpretieren das positiv“, sagte eine Sprecherin in Hamburg. Anfang Juni soll ein zweiter Anlauf unternommen werden, dann würden 25 Prozent des Anleihekapitals ausreichen. Die Anleihegläubiger sollen einen gemeinsamen Vertreter wählen, der die Verhandlungen mit den Banken zu Ende führt. Sollte dies scheitern, droht Rickmers die Insolvenz.

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Die in Not geratene Reederei Rickmers legt ihren Anleihegläubigern einen Sanierungsplan vor. Danach würden sie nur einen Bruchteil ihres Geldes wiedersehen. Das wollen viele nicht hinnehmen.

Das Sanierungskonzept sieht unter anderem vor, dass Banken auf Forderungen verzichten und dass Unternehmensbeteiligungen und Schiffe verkauft werden. Der Anteil des bisherigen Alleinaktionärs Bertram Rickmers an der Reederei soll auf 24,9 Prozent schrumpfen. Die HSH Nordbank, die Anleihegläubiger und gegebenenfalls eine weitere Bank sollen 75,1 Prozent halten. Unklar ist, wie hoch am Ende die Belastungen für die HSH Nordbank ausfallen könnte, die zu den wesentlichen Gläubigern gehört.

Der einst weltgrößte Schiffsfinanzierer HSH kämpft selbst mit den Folgen der Branchenkrise. Das vor einigen Jahren mit staatlicher Hilfe gerettete Geldhaus muss auf Druck der EU-Kommission bis Ende Februar 2018 verkauft werden. Sonst wird die Bank, die unter notleidenden Schiffskrediten im Milliarden-Volumen leidet, abgewickelt. Die weltweite Schifffahrt steckt im neunten Jahr in der Krise und leidet unter Überkapazitäten und sinkenden Frachtpreisen. Der Verlust der Reederei Rickmers mit weltweit mehr als 2000 Beschäftigten hatte sich im vergangenen Jahr auf 341 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Der Umsatz brach um fast 18 Prozent auf 483 Millionen Euro ein.

Von

rtr

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