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01.06.2011

17:26 Uhr

Abwicklungsstelle

Nyse-Chef liebäugelt mit LCH Clearnet

Nyse Euronext interessiert sich an Europas größtem unabhängigen Clearinghaus LCH Clearnet. "Es wäre lächerlich, ein Interesse zu leugnen", sagt Nyse-Chef Duncan - er ist nicht der einzige, der LCH im Visier hat.

Händler an der New Yorker Börse Quelle: dapd

Händler an der New Yorker Börse

FrankfurtDie Nyse Euronext hat ein Auge auf den Wertpapierabwickler LCH.Clearnet geworfen. "Es wäre lächerlich, ein Interesse zu leugnen", sagte Nyse-Chef Duncan Niederauer am Mittwoch. Die Nyse sei im Bieterprozess Teil eines Konsortiums, nicht aber die treibende Kraft.

Die Börse ist bereits mit rund 20 Prozent an LCH beteiligt, den Rest halten zumeist Banken. Sollte eine Transaktion stattfinden, würde lediglich der Nyse-Anteil an LCH steigen, sagte Niederauer. Europas größtes unabhängiges Clearinghaus hatte kürzlich erklärt, eine Reihe von Angeboten erhalten zu haben. Wie Reuters aus Kreisen erfahren hatte, sollen Nyse, Nasdaq OMX und London Stock Exchange (LSE) an dem Abwickler für Finanzgeschäfte interessiert sein.

LSE teilte daraufhin mit, nicht in Verhandlungen mit LCH.Clearnet zu stehen. An der geplanten Fusion mit der Deutschen Börse würde sich laut Niederauer durch LCH nichts ändern. Der Frankfurter Marktbetreiber unterhält mit Clearstream sein eigenes Clearinghaus.

Deutsche Börse und Nyse bleiben auf Fusionskurs

Auch die Deutsche Börse setzt auf einen plangemäßen Zusammenschluss mit der Nyse. "Die Unternehmen gehen weiterhin davon aus, die Transaktion wie geplant Ende des Jahres abschließen zu können", teilte der Dax-Konzern am Mittwoch anlässlich einer Informationsveranstaltung für Investoren mit.

Auf dem Weg zu dem neuen Börsenriesen müssen die beiden Unternehmen noch einige Hindernisse überwinden. Die Aktionäre beider Konzerne haben die Möglichkeit, die Pläne zum Scheitern zu bringen, und auch die Wettbewerbsbehörden auf beiden Seiten des Atlantiks müssen den Zusammenschluss durchwinken. Es gehe alles seinen geordneten Gang, sagte Niederauer. Doch bis zur Abstimmung der Nyse-Aktionäre am 7. Juli dürften noch nicht alle regulatorischen Genehmigungen vorliegen, fügte er hinzu.

Der Traum könnte platzen

Auf der Versammlung Anfang Juli müssen mindestens 50 Prozent der Nyse-Investoren für die Fusion stimmen. Daneben läuft bis zum 13. Juli ein Übernahmegebot der Deutschen Börse an ihre Aktionäre. Mindestens 75 Prozent der deutschen Papiere sollen für den geplanten Tausch in Aktien des neuen Konzerns eingesammelt werden. Geben zu wenige Investoren ihre Aktien zurück, platzt der Traum von Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni und seinem Kollegen Niederauer, den weltgrößten Börsenkonzern zu schmieden.

Von dem im Februar vereinbarten Zusammenschluss versprechen sich die beiden Unternehmen Einsparungen von rund 400 Millionen Euro jährlich sowie Umsatzsteigerungen von mindestens 150 Millionen. Der größte Teil der Einsparungen - 130 Millionen Euro - soll aus der Nutzung einer gemeinsamen Handels- und Abwicklungstechnologie kommen.

Eine Hürde für den geplanten Börsenriesen ist immerhin schon weggefallen: Die Rivalen Nasdaq OMX und ICE hatten versucht, die Nyse-Aktionäre mit einem höheren Gebot auf ihre Seite zu ziehen und den transatlantischen Zusammenschluss zu verhindern. Doch als sich abzeichnete, dass ihnen die US-Wettbewerbsbehörden kein grünes Licht geben würden, hatten Nasdaq und ICE das Feld geräumt.

Von

rtr

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