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10.09.2014

10:38 Uhr

Acht Stunden Arbeitskampf

Lufthansa-Piloten streiken am Drehkreuz München

Der Streik der Lufthansa-Piloten in München hat begonnen: 140 Flüge fallen aus, mehr als 15 000 Passagiere sind betroffen. Die Airline rechnet mit einem Schaden in Millionenhöhe.

Streik bei Lufthansa

140 Flüge wegen Streik annulliert

Streik bei Lufthansa: 140 Flüge wegen Streik annulliert

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MünchenDer Streik der Piloten trifft die Lufthansa härter als zunächst erwartet. Die Fluggesellschaft streicht 140 statt wie bislang angekündigt 110 Verbindungen von und nach München, wie eine Lufthansa-Sprecherin am Mittwoch sagte. Damit solle nach dem Ende des Streiks so schnell wie möglich wieder ein normaler Flugbetrieb erreicht werden. Die Airline rechnet mit einem Millionenschaden. Seit 10.00 Uhr streiken Mitglieder der Pilotengewerkschaft Cockpit (VC) am zweitgrößten Lufthansa-Drehkreuz in München, wie ein VC-Sprecher bestätigte. Der Ausstand sollte bis 18.00 Uhr dauern.

Insgesamt sind den Angaben der Fluggesellschaft zufolge 15 300 Passagiere betroffen. Lufthansa wies aber darauf hin, dass Langstreckenflüge von München aus starten sollen. Die Airline hat einen Sonderflugplan in Kraft gesetzt. Demnach sollen Passagiere auch über andere Lufthansa-Drehkreuze wie Frankfurt, Zürich, Wien und Brüssel umgeleitet werden.

Das sind die größten Airlines der Welt

Platz 10

Air China ist die zweitgrößte Fluggesellschaft der Volksrepublik – und die einzige zivile Linie, der es erlaubt ist, die chinesische Nationalflagge auf ihren Flugzeugen anzubringen.
Passagiere 2014: 54,58 Millionen

Platz 9

Die Lufthansa ist die größte deutsche Fluggesellschaft und befördert den Großteil ihrer Passagiere auf internationalen Flügen.
Passagiere 2014: 59,85 Millionen

Platz 8

Easyjet aus Großbritannien ist nach Ryanair die zweitgrößte Billigfluggesellschaft der Welt.
Passagiere 2014: 62,31 Millionen

Platz 7

China Eastern Airlines hat seine Basis in Shanghai, fliegt trotz des Namens nicht nur Ziele im Osten des Landes an, sondern ist sowohl in ganz China als auch internationale unterwegs.
Passagiere 2014: 66,17 Millionen

Platz 6

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair liegt im weltweiten Ranking auf Platz 6, in Europa ist aber keine Airline größer als das Unternehmen aus Dublin. Interessant: Ryanair bietet ausschließlich internationale Flüge an.
Passagiere 2014: 86,37 Millionen

Platz 5

American Airlines mit Sitz in Texas ist eine der ältesten Fluglinien der Welt, sie wurde bereits 1930 gegründet.
Passagiere 2014: 87,83 Millionen

Platz 4

Noch ein wenig älter ist United Airlines, ebenfalls aus den USA. Die Unternehmensgeschichte geht bis ins Jahr 1926 zurück.
Passagiere 2014: 90,44 Millionen

Platz 3

China Southern Airlines ist die größte Fluggesellschaft Asiens. Den Großteil ihrer Passagiere befördert die Airline auf Flügen innerhalb Chinas.
Passagiere 2014: 100,68 Millionen

Platz 2

Southwest Airlines aus den USA ist eine Billigfluggesellschaft mit Sitz in Dallas. 1967 gegründet, ist das Unternehmen Pionier des Billigflugsegments. Sie bietet fast ausschließlich Flüge innerhalb der USA an.
Passagiere 2014: 129,09 Millionen

Platz 1

Delta Air Lines gehört zu den drei verbliebenen traditionsreichen Linienfluggesellschaften in den USA. Ganz knapp verweist das Unternehmen die Southwest Airlines auf Rang zwei.
Passagiere 2014: 129,43 Millionen

Quelle: IATA

Die Flugausfälle betreffen laut Lufthansa nur Verbindungen von und nach München. Die Gesellschaft wies zudem darauf hin, dass nur Flüge der Marke Lufthansa betroffen seien, nicht aber der Töchter wie Swiss, Austrian oder Germanwings. Der Streik in München in der letzten Woche der Sommerferien in Bayern dürfte auch keine größeren Auswirkungen auf Deutschlands größten Airport in Frankfurt haben.

Die Lufthansa erwartet einen Schaden in Millionenhöhe. Bereits der dreitägige Ausstand im April habe die Airline rund 60 Million Euro gekostet - durch die Arbeitsniederlegungen in den vergangenen Wochen sei mit einem Betrag in einer ähnlichen Größenordnung zu rechnen. Das sagte der für München verantwortliche Lufthansa-Manager Thomas Klühr. Er nannte die Arbeitsniederlegungen „extrem ärgerlich“ besonders für Lufthansa-Kunden und kritisierte die Rolle von Cockpit. „Es kann nicht sein, dass Spartengewerkschaften ganze Unternehmen lahmlegen.“

Von Streichungen betroffene Fluggäste könnten kostenfrei umbuchen oder stornieren, innerdeutsch ist der Umstieg auf die Bahn möglich, hieß es von der Lufthansa. Zudem seien in München Hunderte Hotelzimmer angemietet, im Transitbereich würden Übernachtungsmöglichkeiten eingerichtet.

Es ist inzwischen der vierte Streik innerhalb von fünf Monaten. Hintergrund ist ein seit langem schwelender Tarifkonflikt bei Europas größtem Luftverkehrskonzern. Im Kern geht es um die sogenannte Übergangsversorgung, die Lufthansa-Piloten bislang in ihrem Vorruhestand erhalten. Beide Seiten hatten sich gegenseitig für das Scheitern der bisherigen Verhandlungen verantwortlich gemacht und behaupten ihrerseits, zu einer Einigung bereit zu sein.

Am Dienstagabend kündigte der Konzern ein konkretisiertes Angebot für Anfang kommender Woche an. Es handele sich dabei nicht um eine neue Offerte, sondern es würden zusätzliche Details des bislang nur an VC gesandten Angebots genannt, erläuterte die Fluggesellschaft.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Herr Teito Klein

10.09.2014, 07:54 Uhr

VC: Wir werden München lahmlegen!
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Wir haben uns München ausgesucht, weil dort nächste Woche die Sommerferien enden!

Wie ein Sprecher des Flughafens sagte, gab es am frühen Mittwochmorgen keine Beeinträchtigungen. Doch das dürfte sich bald ändern: Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat die Lufthansa-Piloten aufgerufen, am Mittwoch zwischen 10 und 18 Uhr die Arbeit niederzulegen.

Aber es gibt ja noch andere Airlines außer Lufthansa, welche zuverlässiger sind, nicht streiken und einen besseren Service bieten.

Wenn die Piloten so gerne streiken, sollte die LH sie freisetzen. Sie können sich dann ja gerne bei Aeroflot, easyJet oder Ryanair bewerben. Die bieten sicherlich bessere Arbeitsbedingungen.

Herr Teito Klein

10.09.2014, 08:26 Uhr

Streik um des Streikes Willen
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Dem Sonderflugplan zufolge sollen Passagiere auch über andere Lufthansa-Drehkreuze wie Frankfurt, Zürich, Wien und Brüssel umgeleitet werden. Insgesamt könnten so mehr als 2000 Fluggäste ihr Ziel trotz des Ausstands erreichen. Die Passagiere würden per SMS oder Mail informiert.

Da fliege ich doch lieber mit Emirates, Qantas, Turkish Airlines, Air France, SAS, etc.

Hintergrund des festgefahrenen Tarifkonflikts ist der Streit um die sogenannte Übergangsversorgung, die Lufthansa-Piloten bislang in ihrem Vorruhestand erhalten.

Hier können sich die "Luxuspiloten" bereits mit 55 in der "Vorruhestand" verabschieden. Die "Lusthansa" zahlt ihnen ein großzügiges "Übergangsgeld".

Nach dem mehr als 50 Jahre alten Privileg der Übergangsversorgung dürfen die 5400 Piloten der Lufthansa mit 55 Jahren in den Ruhestand gehen. Um die Versorgungslücke bis zum Eintritt ins gesetzliche Rentenalter (65 Jahre) zu schließen, zahlte ihr Arbeitgeber dann einen großzügigen Ausgleich, der bis zu 60 Prozent des letzten Bruttogehalts entspricht. Diese Regel erscheint in diesen Tagen nicht mehr zeitgemäß, da sich das Arbeitsumfeld im Cockpit und die Leistungsfähigkeit der Piloten verbessert hat.

Herr Anton Rederer

10.09.2014, 12:50 Uhr

"Am Dienstagabend kündigte der Konzern ein konkretisiertes Angebot für Anfang kommender Woche an. Es handele sich dabei nicht um eine neue Offerte, sondern es würden zusätzliche Details des bislang nur an VC gesandten Angebots genannt, erläuterte die Fluggesellschaft."

Gab es das Angebot der Lufhansa nicht schon im März, vor dem 3-Tage Streik?
Und Lufthansa braucht jetzt also FÜNF Monate und mehrere Streiks, nicht etwa, um ein verbessertes Angebot vorzulegen, sondern nur das alte zu KONKRETISIEREN?

Bravo! Wenn das Lufthansa-Management auch in normalen Zeiten mit seinem Personal so umspringt, kann ich die Piloten so langsam verstehen, was mir bisher schwer gefallen ist!

Und - wenn das Angebot schon da ist, warum braucht man dann bis Anfang nächster Woche? Hätte man das nicht schon gestern Abend machen können und den Streik damit vielleicht abwenden?

Herr Klein, da machen Sie es sich wohl etwas zu einfach, jede Medaille hat 2 Seiten!

Und - dann fliegen Sie doch mal ruhig von München nach Düsseldorf mit Qantas, die schicken bestimmt mal kurz einen Flieger 24 Stunden aus Australien für Sie hoch.
Zur Lektüre dazu empfehle ich:
http://www.brandeins.de/archiv/2009/kommunikationpr/sturzflug.html


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