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11.02.2016

12:40 Uhr

Adidas erhöht Prognose

2016 soll zum Gold-Jahr werden

Herbert Hainer triumphiert noch einmal: Adidas hat mit einer deutlichen Steigerung von Umsatz und Gewinn die eigenen Ziele übertroffen. Im Sportjahr 2016 soll es für den Sportkonzern noch besser laufen als erwartet.

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HerzogenaurachAdidas-Chef Herbert Hainer krönt seine letzte Jahresbilanz mit unerwartet starkem Wachstum. Weil Fußballausrüstungen und Sportmode der Marke mit den drei Streifen sich noch besser verkauften als geplant, übertrafen Umsatz und Gewinn 2015 mit Zuwächsen im zweistelligen Prozentbereich die selbstgesteckten Ziele.

„Wir sind gut in Form“, sagte Hainer, der die Prognose erst im November angehoben hatte, am Donnerstag. Angesichts der Fußball-Europa-Meisterschaft in Frankreich und der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro erwartet er im Rennen mit Weltmarktführer Nike auch 2016 zweistelliges Wachstum - mehr als bisher angekündigt.

Das sind die Baustellen bei Adidas

Der US-Markt

Adidas ist unter Herbert Hainer weit hinter Weltmarktführer Nike zurückgefallen. Der US-Konzern ist vor allem auf seinem Heimatmarkt übermächtig; bislang hat Adidas keinen Weg gefunden, die Herzen der amerikanischen Konsumenten für sich zu gewinnen. Doch der amerikanische Sportmarkt ist der größte der Welt, dort entscheidet sich, wer in der Branche die Trends setzt.

Reebok

Adidas hatte die Marke Reebok von der amerikanischen Ostküste 2006 geschluckt. Bis heute aber ist das Label nicht so profitabel wie die Kernmarke Adidas. Reebok wächst zwar inzwischen wieder, aber längst nicht so dynamisch wie aufstrebende Wettbewerber wie Under Armour. Es fragt sich also, ob der neue Chef Kasper Rorsted Reebok weiter Zeit gibt, um zu gesunden. Oder ob er einen Schnitt macht, wie ihn sein Vorgänger Hainer immer vehement abgelehnt hat.

Taylor-Made

Kasper Rorsted muss eine Lösung für die in Kalifornien angesiedelte, angeschlagene Golfmarke Taylor-Made finden. Einen Verkauf hat bereits Hainer ins Gespräch gebracht, unter Rorsted könnte er umgesetzt werden.

Die Fifa

Seit mehr als vier Jahrzehnten ist Adidas ein enger Partner des skandalgeschüttelten Weltfußballverbands. Rorsted muss entscheiden, ob ihm die Reformbemühungen der Fifa ausreichen, oder ob er den bis 2030 laufenden Vertrag angesichts der vielen Affären vorzeitig beendet.

Rückstand auf Nike

Adidas wird Nike wohl niemals einholen, zumindest nicht aus eigener Kraft. Nike-Chef Mark Parker will den Umsatz bis 2020 um fast zwei Drittel auf 50 Milliarden Dollar (umgerechnet 46 Milliarden Euro) in die Höhe zu schrauben. Zum Vergleich: Adidas hat sich vergangenes Jahr zum Ziel gesetzt, im selben Zeitraum auf 22 Milliarden Euro zu kommen. Um sein Versprechen zu erfüllen, muss Parker jedes Jahr ein Umsatzplus von gut zehn Prozent einfahren. Das ist realistisch: In den vergangenen beiden Jahren hat Nike dies jedenfalls geschafft.

An der Börse kamen die Zahlen gut an. Die Adidas-Aktie war mit einem Plus von einem Prozent der einzige Gewinner im Leitindex Dax. Dass Adidas bereits im Februar seine Prognose für 2016 erhöhe, sei ein positives Signal, kommentierte Branchenexperte Mark Josefson vom Bankhaus Equinet. Seit Jahresbeginn stemmt sich der Titel gegen den Abwärtstrend des Dax und schlug sich auch besser als die Aktie des Erzrivalen Nike.

Nun kann Hainer hoffen, auch die letzten Monate seiner gut 15-jährigen Karriere als Vorstandschef als Wachstumsgeschichte zu präsentieren. Dabei hatte der heute 61-Jährige wegen Problemen in Russland und den USA in den vergangenen Jahren mehrfach die Erwartungen der Aktionäre enttäuscht. Hainer übergibt im Oktober den Stab an den acht Jahre jüngeren Henkel-Chef Kasper Rorsted.

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Der Umsatz stieg im abgelaufenen Jahr operativ um zehn Prozent auf 16,9 Milliarden Euro. Getrieben wurde das Wachstum von guten Geschäften in Westeuropa, Lateinamerika, China und weiteren Ländern in Asien und Nahost. Zusätzlich profitierte Europas größter Sportausrüster vom starken Dollar, so dass die Erlöse effektiv sogar um 16 Prozent zulegten. In Aussicht gestellt hatte Hainer zuletzt ein Umsatzplus im hohen einstelligen Prozentbereich.

Der Gewinn legte um zwölf Prozent auf 720 Millionen Euro zu, angekündigt waren zehn Prozent. Herausgerechnet hat Adidas sowohl bei der Prognose als auch beim veröffentlichten Gewinn den Verkauf der Schuhmarke Rockport im vergangenen Jahr sowie Belastungen in Russland und Lateinamerika. Beide Regionen zählen zu den Sorgenkindern des Herzogenauracher Konzerns.

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