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03.03.2016

10:02 Uhr

Adidas

Fußball-EM soll den Gewinn anschieben

Adidas erwartet im laufenden Jahr dank der Fußball-EM und verstärkter Werbeaktivitäten ein kräftiges Wachstum. Für 2015 sollen die Aktionäre eine Dividende von 1,60 Euro je Aktie erhalten, zehn Cent mehr als zuletzt.

Chef-Anlagestratege zu Adidas-Konzern

„Neues Designteam für Reebok wäre eine Lösung“

Chef-Anlagestratege zu Adidas-Konzern: „Neues Designteam für Reebok wäre eine Lösung“

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HerzogenaurachDer scheidende Adidas-Chef Herbert Hainer verordnet sich und seinem Nachfolger Kasper Rorsted auch im laufenden Jahr niedrige zweistellige Wachstumsraten bei dem Sportausrüster. Dank der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich und verstärkter Werbeaktivitäten sollen die Konzernerlöse um zehn bis zwölf Prozent zulegen, wie Adidas am Donnerstag im fränkischen Herzogenaurach mitteilte. Wechselkurseffekte sind dabei herausgerechnet.

Im abgelaufenen Jahr stieg der Umsatz währungsbereinigt um zehn Prozent. Die Olympischen Spiele, die dem Umsatz traditionell nicht unmittelbar ankurbeln, sollen im Sommer zumindest die Aufmerksamkeit auf die Marke mit den drei Streifen lenken.

Adidas: Neue Investoren wollen im Aufsichtsrat mitmischen

Adidas

Neue Investoren wollen im Aufsichtsrat mitmischen

Adidas räumt seinen neuen Investoren mehr Einfluss ein. Der Aufsichtsrat will die Zahl der Gremiumsmitglieder von zwölf auf 16 erhöhen. Zwei der vier neuen Mitglieder werden von den neuen Großaktionären entsandt.

Beim Gewinn strebt Adidas 2016 ebenfalls einen Anstieg um zehn bis zwölf Prozent auf rund 800 Millionen Euro an. Der Konzern, der für Umsatz und Gewinn bereits zweistelliges Wachstum angekündigt hatte, präzisierte damit anlässlich der Bilanzvorlage seine Prognose. Für 2015 hatte der Sportausrüster bereits wesentliche Zahlen veröffentlicht und ein Gewinnwachstum von zwölf Prozent auf 720 Millionen Euro bekannt gegeben. Die Anteilseigner sollen eine Dividende von 1,60 Euro je Aktie erhalten. Das sind zehn Cent mehr als zuletzt und in etwa so viel, wie Branchenexperten erwartet haben.

Angesichts zunehmender Kosten will Adidas keine Steigerung der Profitabilität versprechen: Die operative Marge werde „mindestens stabil gegenüber dem Vorjahr bleiben“, kündigte Hainer an. Abschreibungen auf Geschäfts- und Firmenwerte herausgerechnet, lag die Rendite im vergangenen Jahr bei 6,5 Prozent. Wie anderen Sportausrüstern bläst Adidas durch den starken Dollar und steigende Lohnkosten in Asien der Wind ins Gesicht: Ein Großteil der Sportartikel wird von Zulieferern in dieser Region gefertigt und in Dollar bezahlt.

Die wichtigsten Nationalteams der Sportkonzerne

Adidas – Deutschland

Seit mehr als 60 Jahren schon stürmen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft und Adidas gemeinsam übers Feld. Die Liaison begann mit dem „Wunder von Bern“, dem überraschenden Titelgewinn 1954 bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz. Lange verhandelten der DFB und die Marke mit den drei Streifen über eine Verlängerung des 2018 auslaufenden Ausrüstervertrags – letztlich mit Erfolg.

Autor: jojo

Spanien

Nach Deutschland ist Spanien das wichtigste europäische Nationalteam von Adidas: Das Team gewann die Europameisterschaften 2008 und 2012 sowie die Weltmeisterschaft 2010. Im Sommer hat Adidas den Vertrag mit den Spaniern bis 2026 verlängert. Die deutsch-iberische Liaison währt nun schon seit mehr als 30 Jahren.

Russland

Über Jahre hinweg war Russland der Wachstumsmarkt schlechthin für Adidas. Entsprechend wichtig war es, das russische Nationalteam unter Vertrag zu haben. Allerdings läuft das Geschäft in Russland inzwischen nur noch verhalten, Wirtschaftskrise und Sanktionen des Westens halten die Kunden davon ab, neue Turnschuhe zu kaufen. Doch 2018 soll die WM in dem Land stattfinden, daher ist die Mannschaft für Adidas noch immer attraktiv.

Argentinien

Im fußballbegeisterten Südamerika ist der argentinische Verband das Zugpferd für Adidas. Das Team stand zuletzt im WM-Endspiel gegen Deutschland – und verlor. Adidas war das letztlich egal, schließlich gewann ein anderes von der Marke gesponsertes Team: Deutschland.

Nike – Brasilien

Weltweit betrachtet ist Brasilien das wichtigste Team, das für die Marke von der amerikanischen Westküste spielt. Allerdings sind die erfolgsverwöhnten Südamerikaner weit von einer für sie selbst akzeptablen Form entfernt. Bei der Heim-WM 2014 schied die Mannschaft schmachvoll gegen Deutschland aus, bei der Copa América diesen Sommer schafften es die Brasilianer ebenfalls nicht ins Finale.

England

Die letzten großen Erfolge des englischen Nationalteams liegen mehr als vier Jahrzehnte zurück. Trotzdem ist die Mannschaft für Nike wichtig, weil die fußballverrückten Engländer sich gerne mit neuen Trikots einkleiden.

Frankreich

Das Land richtet die EM 2016 aus und ist damit der Hoffnungsträger von Nike für das kommende Jahr. Bei den letzten großen Turnieren allerdings hat die Equipe Tricolore nicht besonders glorreich gespielt. Vergangenes Jahr schieden Les Bleus bei der WM im Viertelfinale gegen Deutschland aus.

Niederlande

Der Totalausfall im Portfolio von Weltmarktführer Nike. Die Niederländer haben es verpasst, sich für die EM kommendes Jahr in Frankreich zu qualifizieren.

Puma – Italien

Die Tifosi sind das Aushängeschild von Puma und das einzige europäische Team der Marke, das international ganz vorne mitspielt. Allerdings liegt der letzte Titelgewinn nun schon fast zehn Jahre zurück: 2006 gewannen die Italiener die Weltmeisterschaft in Deutschland.

Österreich

Österreich hat sich überzeugend für die EM 2016 qualifiziert. Das macht Puma Hoffnung, dass es sich doch noch lohnt, das zuvor über Jahre erfolglose Team auszustatten.

Schweiz

Die Eidgenossen spielen seit Jahren bei Europa- und Weltmeisterschaften mit und machen Puma deshalb viel Freude. Zu einem Titelgewinn allerdings hat es bislang noch nicht gereicht.

Elfenbeinküste

Puma sponsert seit Jahren zahlreiche afrikanische Teams – und feiert mit ihnen immer wieder große Erfolge. 2015 war der Puma-Partner Elfenbeinküste beim Afrika-Cup siegreich, dem afrikanischen Pendant zur Europameisterschaft.

Auch für Werbung geben die Herzogenauracher im Kampf mit Nike und anderen Rivalen mehr aus. Die Marketinginvestitionen stiegen im vergangenen Jahr auf 13,9 Prozent des Umsatzes, das sind 0,6 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor. So kamen zu den von Adidas gesponsorten Fußballclubs im vergangenen Jahr Manchester United und Juventus Turin hinzu.

Über das Schicksal seines angeschlagenen Golf-Geschäfts will Adidas bis Monatesende entscheiden. „Diese strategische Überprüfung soll bis zum Ende des ersten Quartals 2016 abgeschlossen sein"“ sagte Hainer. Das einst boomende Geschäft des Branchenriesen Taylor Made - Adidas Golf war eingebrochen, weil vor allem immer weniger Amerikaner der ehemaligen Trendsportart nachgehen. Adidas hat sich auch einen Verkauf des defizitären Unternehmensteils offengehalten. Hainer sagte nun, die Sanierung verlaufe plangemäß und solle in diesem Jahr signifikante Margen- und Ergebnisverbesserungen in der Sparte bewirken.

Der langjährige Adidas-Chef Hainer wird die Konzernführung zum 1. Oktober nach der Fußball-Europameisterschaft und den Olympischen Spielen an den bisherigen Henkel -Boss Rorsted abgeben.

Von

rtr

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